9. September : Jazz-Spektakel weckt große Erwartungen

Dass der 'Pierspeicher' in zwei Wochen zum Jazz-Tempel wird, wünschen sich Gerd Heiselmeier, Schirmherr Heiko Traulsen, Dieter Muhl und Jürgen van Schöll (von links). Foto: Nordmann
Dass der "Pierspeicher" in zwei Wochen zum Jazz-Tempel wird, wünschen sich Gerd Heiselmeier, Schirmherr Heiko Traulsen, Dieter Muhl und Jürgen van Schöll (von links). Foto: Nordmann

18 Bands mit 120 Musikern treten am 9. September beim zwölften Schleswig-Holstein Amateur-Jazz-Festival im "Pierspeicher" auf

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27. August 2011, 06:18 Uhr

Kappeln | Unten vor der Tür steht Ortwin Galle, genauer: Er spielt Alt-Saxofon dort unten vor der Tür. Es ist das einzelne akustische Signal, das den Anfang von etwas viel Größerem markieren soll. Am 9. September ist Kappeln Heimstatt des zwölften Schleswig-Holstein Amateur-Jazz-Festivals. In Zahlen heißt das: 120 Musiker, 18 Bands, drei Bühnen, sechs Stunden lang Jazz. Für den Veranstalter, den Kappelner Jazz-Club "Jazz oder nie" um seinen Vorsitzenden Gerd Heiselmeier, ist das Spektakel Herausforderung und Wunscherfüllung zugleich.

"Sie werden eine swingende Stadt erleben." Gerd Heiselmeier beginnt das Gespräch mit einem Versprechen. Es ist nämlich beileibe nicht so, dass sich die Jazz-Klänge an jenem 9. September auf den Abend beschränken. Schon ab 14 Uhr wird eine Marching Band mit fünf Musikern samt zwei Second-Line-Dancern durch die Stadt ziehen - "eben wie in New Orleans", sagt Heiselmeier - das nächste Versprechen. Um 17.45 Uhr gibt Schirmherr Bürgermeister Heiko Traulsen den offiziellen Startschuss zum Festival, das den "Pierspeicher" am Nordhafen einen Abend lang in einen Jazz-Tempel verwandeln soll. Bis Mitternacht präsentieren sich 18 Bands auf drei Bühnen, verteilt über den ganzen Speicher: In der Bootshalle ist Platz für die zahlenmäßig stärkeren Gruppen, in der Lobby in der oberen Etage und im Restaurant im Erdgeschoss spielen die kleineren Bands. 45 Minuten Spielzeit stehen für jede Gruppe auf dem streng getakteten Spielplan, für passende Beleuchtung und Beschallung ist gesorgt. Umbauten zwischen den Auftritten sind so gut wie unnötig.

Das Gelände rund um den Speicher wird an diesem Abend eingezäunt, am Haupteingang steht ein Pavillon, in dem Tickets erworben werden können. Vor der Bootshalle steht ein Grillstand, genauso ein Getränkeausschank, in der Lobby werden Getränke und Snacks angeboten, Besuchern im Restaurant bleibt es vorbehalten, an Tischen zu speisen. Lars Agger führt dort die Regie.

Was die Musikrichtungen des Abends angeht, hat Gerd Heiselmeier eine klare Richtlinie - je verschiedener desto besser: Dixie, Oldtime, Swing, Happy Jazz, New-Orleans-Jazz, Schlager-Jazz - "es werden wahre Leckerbissen darunter sein". Bis auf zwei Ausnahmen kommen die Bands alle aus Schleswig-Holstein - übrigens eine der Vorgaben, die das Gremium rund um das Festival vom jeweiligen Ausrichter fordert. Und Heiselmeier weiß um die Herausforderung, vor der sein Club im 16. Jahr seines Bestehens steht. Er weiß aber auch, dass jener Club dazu beigetragen hat, Kappeln in der Jazzszene zu einer "sehr guten Adresse" werden zu lassen. Es klingt deshalb durchaus realistisch, wenn er sagt: "Wir wollen mit diesem Festival einen Meilenstein setzen."

Hilfe hat er dabei nach eigenen Worten vor allem von seinen Clubkameraden Dieter Muhl und Wolle Schaffer sowie von Jürgen van Schöll, Geschäftsführer der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH, erhalten. Finanzielle Unterstützung floss unter anderem von der Nospa-Kulturstiftung, der Kreiskulturstiftung und vom "Landarzt-Fonds". Auch ihnen sei es zu verdanken, dass "Jazz oder nie" das Festival in diesem Jahr nach Kappeln holen konnte, im ersten Versuch 2010 war der Club noch gescheitert. Jetzt aber steht der Wanderpokal, der von Festival-Stadt zu Festival-Stadt zieht, bereits im "Pierspeicher" - sichtbares Zeichen, dass man nur noch auf den "Tag X" wartet.

Gerd Heiselmeier übrigens wartet ganz besonders, immerhin wird er selber mit seinem Club auf einer der Bühnen stehen. "Eine gewisse Nervosität spüre ich schon", sagt er. "Immerhin sind wir von lauter Experten umgeben, und die hören jeden Fehler." Aber selbst wenn in sechs Stunden Musik nicht alles fehlerfrei bleibt - ginge es nach "Jazz oder nie" könnte das Festival zu einem Aushängeschild für die Region werden. "Und jetzt", sagt Gerd Heiselmeier, "bin ich richtig heiß darauf". Versprochen. Kartenvorverkauf (Eintritt: 10 Euro): Pierspeicher, Am Hafen 19 c, 04642 / 92 50 27, info@pier-speicher.de

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