zur Navigation springen

Drückjagd : Jäger reduzieren Wildschweinbestand

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

24 Wildschweine haben die Jäger bei einer Drückjagd auf der Geltinger Birk erlegt. Die Jagd dient dem Naturschutz.

shz.de von
erstellt am 21.Dez.2013 | 13:00 Uhr

„Wildschweine sind keine Schädlinge auf der Birk“, betont Jagdleiter Siegfried Baron von Hobe, befragt zur Drückjagd auf der Geltinger Birk vor wenigen Tagen. „Wildschweine sind schlaue Tiere mit großen Fähigkeiten im Überlebenskampf gegen Mensch und Natur – und sie erkennen Jäger rasch“, so von Hobe weiter. Das mussten die 30 Jäger beachten, die der Einladung des Geltinger Jagdherrn zur Jagd auf die „faszinierenden Tiere“, wie er sie nennt, gefolgt waren. Ihnen wurde eine schnelle Reaktion abverlangt, weil die Tiere, sobald sie Gefahr wittern, mit hohem Tempo flüchten. Um die Tiere mit sicherem Schuss zur Strecke zu bringen, ist daher eine Mindestdistanz von rund 60 Metern erforderlich. Genau dies hatten die Jäger zuvor anhand von Übungszielen auf einer Leinwand trainiert.

Die Wildschweinjagd auf der Birk durfte nach dem Begrüßungssignal der Jagdhörner und dem Grußwort von Hobes erst beginnen, nachdem die gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitseinweisung erfolgt war. Die Jäger gingen dann zu ihrem Hochsitz, auf dem sie vier Stunden ausharren mussten. Das Ergebnis war sehr unterschiedlich: Während einige Jäger zwei oder mehr Wildschweine erlegten, blieben andere erfolglos. 24 Wildschweine, fünf Rehe und zwei Füchse wurden am Ende – wie Jäger sagen – „zur Strecke gelegt“.

Von Hobe sieht die Jagd auf Wildschweine als wichtigen Beitrag zum Naturschutz auf der Birk, besonders als Schutz für die Bodenbrüter – denn Wildschweine lieben Eier. Somit sei der Nachwuchs der Bodenbrüter im Frühjahr gefährdet. Durch die Reduzierung des Wildschweinbestands habe der Vogelnachwuchs nun eine höhere Überlebenschance. Natürlich wurden nicht alle Wildschweine zur Strecke gebracht. Siegfried von Hobe rechnet damit, dass vor der Jagd auf der Birk maximal 60 Tiere lebten.

Dass der Wildschweinbestand in Ostangeln kräftig angestiegen ist, bestätigt Bernd Marquardsen aus Rabenholz, Leiter des Hegerings II. Vor vier Jahren sei auf der Birk das erste Wildschwein erlegt worden, seitdem sei die Zahl der getöteten Tiere jährlich gestiegen. 2009 wurden fünf Tiere erlegt, ein Jahr später elf, 2011 waren es 15 und 2012 bereits 31 Tiere. In der aktuellen Jagdsaison, die im März 2014 endet, wurden bisher 40 Wildschweine erlegt.

Da sich das Schwarzwild nicht nur auf die Flächen der Geltinger Birk beschränke, habe es bereits und werde es auch künftig Wildschäden auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen außerhalb des Naturschutzgebietes geben. „Insofern sind auch die Landwirte an der Bejagung interessiert“, erklärt Marquardsen. Im Sommer und Herbst seien es Schäden am Mais, im Winter und Frühjahr wühlten die Sauen auf der Suche nach untergepflügten Maiskolben die Saat auf oder zerstörten auf den Grünflächen auf der Suche nach Larven die Grasnarbe. Marquardsen sagt aber auch: „Die weitere Entwicklung und Ausbreitung des Schwarzwildes werden wir Jäger nicht verhindern können.“ Denn durch den starken Maisanbau fänden die Sauen im Sommer und im Herbst einen idealen Lebensraum vor. Marquardsen: „Wir Jäger sollten durch konsequente Bejagung versuchen, die Bestände nicht unnötig ausufern zu lassen – wobei aber für jeden Jäger stets die Grundsätze der deutschen Waidgerechtigkeit zu beachten sind.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen