Internet – neuer Anstoß zum Ausbau

Von der jüngst veröffentlichten Richtlinie für den Breitbandausbau erhofft sich das Amt Schlei-Ostsee Zuschüsse bereits bei der Planung.
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Von der jüngst veröffentlichten Richtlinie für den Breitbandausbau erhofft sich das Amt Schlei-Ostsee Zuschüsse bereits bei der Planung.

Informelles Treffen zum Breitbandfortschritt im Amt Schlei-Ostsee / Gemeinsames Konzept könnte im Frühjahr vorgestellt werden

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05. Juni 2014, 17:23 Uhr

Schnelles Internet für alle mit einer Übertragungsrate von rund 50 Megabits ist das Ziel von EU, Bundesregierung und Landesregierung bis 2018. Das wurde in einer jüngst veröffentlichten Richtlinie zum Breitbandausbau festgelegt. In den 19 Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee ist das bisher nur Zukunftsmusik. Die Halbinsel Schwansen ist im Land zwischen den Meeren noch ein weißer Fleck, was die Breitbandversorgung angeht. Das musste Amtsdirektor Gunnar Bock bei einem Treffen mit Vertretern der Gemeinden und Fachleuten feststellen. Aber genau das soll sich ändern, denn erklärte Absicht der Gemeinden und des Amtes ist die Erstellung einer systematischen Planung zum Breitbandausbau.

Alle Gemeinden werden in Kürze eine Beratungsvorlage bekommen, wonach sie mit maximal 2000 Euro je Gemeinde, unabhängig von Einwohnerzahl oder Wirtschaftskraft, die Erstellung eines solchen Konzeptes finanzieren. Es soll unter anderem Aussagen zur Ausbautiefe und optimalen Trassenführung enthalten. Bereits diese Planung wird – laut aktueller Breitbandrichtlinie – mit 75 Prozent der Bruttokosten gefördert. Stimmen alle Gemeinden zu, wird der Auftrag zur Konzepterstellung vergeben, im Frühjahr 2015 könnte man dann über weitere Schritte sprechen.

Gunnar Bock sprach von zunehmendem Druck in den Gemeinden durch die Bürger auf. Der Bedarf an Breitband-Internet steige beachtlich. „Ob für Schule, Gewerbe, Ärzte oder im Privaten – an großen Internet-Übertragungsraten kommt man nicht mehr vorbei“, sagte der Amtsdirektor. Die bisherige Versorgung in den Gemeinden gleiche einem Flickenteppich und baue oft auf Insellösungen mit begrenzten Kapazitäten. Gerade Internet über Funk oder LTE (vierte Generation des Mobilfunkstandards) sei nur begrenzt und keine Zukunftslösung.

Richard Krause, Leiter des Breitband-Kompetenzzentrums Schleswig-Holstein, betonte: „Wenn Gemeinden meinen, ihre Bürger seien jetzt schon gut genug versorgt, weil sie beispielsweise mit Glasfaserkabel bis zu Kabelverzweigern ausgestattet sind, dann irren sie sich. Sie sind in wenigen Jahren die, die hinter den anderen herlaufen.“ Denn selbst wenn schnelles Internet bis zum Kabelverzweiger komme, fehle danach in der Regel weiterhin Glasfaser.

Und Gunnar Bock setzte seine Ausführungen fort: Ein weiterer Grund, warum die Zeit genau jetzt reif sei, erneut das Thema Breitband anzustoßen, sei die Planung von drei Windparks in Schwansen. Sie müssten den Strom abführen und würden dabei neue Trassen verlegen. Zudem benötigten die Betreiber für den zweckmäßigen Betrieb der Windkraftanlagen Breitbandanschlüsse, um die Anlagen online steuern zu können. Bock: „Das eröffnet Chancen.“

Deutlich wurde bei dem Treffen, dass der Ausbau nur über eine Solidargemeinschaft möglich ist. Wenn, wie 2009, bei der gemeindespezifischen Ermittlung zum Breitbandausbau sieben von 19 Gemeinden nicht mitmachten, sei das Vorhaben nicht zu realisieren, stellte der Amtsdirektor fest. Ganz grob und hoch geschätzt könne man mit rund 400 000 Euro Ausbaukosten je Gemeinde rechnen. Abzüglich einer 75-prozentigen Förderung sinke der Kostenrahmen jedoch deutlich. Zudem würden Teilkosten über die Vermietung von Leerrohren refinanziert. Bock: „Der Breitbandausbau ist eine Strukturverbesserung in den Gemeinden, wie der Aus- und Aufbau der Wasserver- und -entsorgung in der Vergangenheit.“

Als Gründe, warum die Amtsgemeinden bislang als weißer Fleck gelten, nannte der Amtsdirektor die periphere Lage zwischen Ostsee und Schlei, die sehr dünne Besiedlung mit nur 60 Einwohnern je Quadratkilometer Fläche sowie den Umstand, dass in vielen anderen Regionen Stadtwerke weite Strecken erschlossen hätten.

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