zur Navigation springen

Baltic Sea Project : Internationaler Forschergeist auf See

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

125 Jugendliche aus sechs Ländern nehmen beim „Baltic Sea Project“ der Klaus-Harms-Schule teil. Eine Woche lang forschen sie zum Thema Ostsee.

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2013 | 08:00 Uhr

Avicii und Aloe Blacc sind auch da. „Wake me up, when it’s all over, when I’m wiser and I’m older“ dröhnt es aus der Küche. Zwischen den einzelnen Zeilen des aktuellen Sommerhits wird Joghurt gerührt, Äpfel und Bananen werden portioniert, und immer wieder wird gespült. 125 Menschen brauchen eben jede Menge Geschirr. Die Klaus-Harms-Schule ist in dieser Woche Standort des „Baltic Sea Projects“ (BSP), des Ostseeprojekts, das sie als Unesco-Projekt-Schule unter der Initiative einer dänischen BSP-Delegation ausrichtet. Ihre Gäste kommen aus Dänemark, Finnland, Polen, Litauen und Estland. Lauter junge Menschen, die sich für eine Woche der Ostsee verschrieben haben. Und sie nach dieser Woche mit anderen Augen sehen.

Im Fokus steht die Wissenschaft. Das ist aber so ziemlich die einzige Gemeinsamkeit des BSP mit normalem Schulunterricht. Aufgeteilt auf mehrere Workshops legen die Jugendlichen, alle zwischen 14 und 19 Jahren, meist selbst Hand an. So wie Jan-Willem Sander und Jan Vollertsen, die gerade Salz und dann Tinte in ein mit Wasser gefülltes Modell geschüttet haben, um anschließend zu erleben, wie es sich verhält, wenn gesalzenes auf ungesalzenes Wasser, wenn die Nord- auf die Ostsee trifft. Ihnen zur Seite steht mit Dr. Sven Hille ein Experte des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), der seinen jungen Zuhörern das Phänomen in englischer Sprache erklärt. Gemeinsam mit der Polnischen Akademie der Wissenschaften hat das IOW das sogenannte South Baltic Web Lab initiiert, und davon profitieren nun die BSP-Teilnehmer. Hille erklärt: „Wir haben Materialien für elektronisch unterstütztes Lernen entwickelt und testen jetzt erstmals auch praktische Angebote. So erhoffen wir uns, bei den jungen Leuten ein besseres Verständnis für die Meeresforschung zu wecken.“ Dazu sollen auch die Trips mit den beiden Booten (eines hat der Arnisser Segel-Club zur Verfügung gestellt) raus auf die Schlei dienen. Die Schüler entnehmen Proben, durchfischen das Wasser mit einem Netz, führen Protokoll. Andere fahren raus auf die Birk zum „Bird Counting“ oder „Coast Watching“. Eine weitere Gruppe brühtet über Legosteinen und setzt daraus Modelle von Windrädern zusammen, um Energie zu erzeugen. Die Video-AG der Schule ist dabei, einen Film über das BSP zu produzieren, sind die Teilnehmer wieder zu Hause, wollen sie in ihrer Heimat eine Zeitung aus ihren Berichten zusammenstellen.

Susanne Dreyer, Unesco-Koordinatorin der Klaus-Harms-Schule, fasst die Idee des BSP neben der wissenschaftlichen Arbeit so zusammen: „Es ist eine tolle Gelegenheit, die Schüler in Nachhaltigkeit zu trainieren, ihnen bewusst zu machen, in was für einem tollen Landstrich sie leben und sie empfindlich für ihre Umwelt zu machen.“ Vor zwei Jahren waren Klaus-Harms-Schüler erstmals bei einem BSP-Projekt dabei, damals in Dänemark. Inzwischen könnte sich der nationale Koordinator Dänemarks, Søren Levring, sogar vorstellen, das Camp jährlich stattfinden zu lassen. Sollte er die Worte der 15-jährigen Britta Klein hören, wird ihm die Entscheidung leicht fallen. „Was wir hier lernen, ist ganz anders als normaler Unterricht“, sagt die Gymnasiastin. „Es betrifft einen direkt, weil man hier lebt.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen