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Steinbergkirche : Imker sagen Jakobskreuzkraut Kampf an

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Bürger werden gebeten, beim Beseitigen der giftigen Pflanze zu helfen.

Mit der Verbreitung des Jakobskreuzkrautes sind dessen Pflanzenstoffe auch bei den Imkern zu einem heiß diskutierten Thema geworden, denn über Pollen und Nektar können giftige Pyrrolizidinalkaloide in den Honig gelangen. Für Wolfgang Fischer (65) aus Blick (Gemeinde Rügge) und Kai Müller (43) aus Kalleby (Gemeinde Steinbergkirche) eine Situation, mit der sie sich intensiv befassen – und sie sind bestrebt, dem entgegen zu wirken.

Fischer, seit fast vier Jahrzehnten Imker aus Leidenschaft, und Müller, gelernter Tischler, seit sieben Jahren Hobby-Imker und dabei, sein Hobby zum Beruf zu machen, sowie Fischers Ehefrau Selma Goebel, möchten bei der Beseitigung des Jakobskreuzkrautes die Bürger als Verbraucher einbinden. Zugleich weisen sie darauf hin, dass nicht alles, was derzeit gelb an Wegrändern und auf Feldern blüht, Jakobskreuzkraut (JKK) ist. Es könnte sich auch um Reinfarn oder Johanniskraut handeln. Die drei Imker sagen, dass sich das JKK an den Blüten erkennen lasse: Jede einzelne habe 13 Blütenblätter. Im Prinzip sei die Pflanze schön anzuschauen, doch sie sei gefährlich – nicht nur, weil sie auch für den Menschen giftig sei, sondern auch dadurch, dass sie 20 Jahre lang keimfähig sei und jede Blüte mehrere tausend Samen ausbilden könne.

Längst sei das Jakobskreuzkraut zu einem Riesenproblem geworden, berichten die drei Imker und verweisen auf einen Bericht der Fernsehreihe „Visite“. Demzufolge erkrankten im ostasiatischen Raum 8000 Menschen an Leberschäden – 3000 von ihnen starben durch JKK-Samen, die über das Brotgetreide ins Brot gelangten. Fischer, Goebel und Müller sind sich einig: „Keine guten Aussichten für die Bienen, damit für die Imker und für die Honigesser unter den Verbrauchern.“ Es müsse regulierend eingegriffen werden. Die Blüten zu köpfen, also zu mähen, reiche nicht aus. Das JKK-Problem müsse vielmehr bei der Wurzel angepackt werden. Am wirkungsvollsten sei es, das Jakobskreuzkraut mit Hilfe von Grabe-Gabeln und geschützt durch Handschuhe aus der aufgelockerten Erde zu ziehen – nach Möglichkeit mitsamt den Wurzeln. Danach sei es unverzüglich zu entsorgen, damit kein Samen davonfliegen kann, so die Empfehlung der Imker. Nach ihren Erfahrungen sollten die Pflanzen verbrannt oder in die Grünzeug-Tonnen der Abfallwirtschaftsgesellschaft gegeben werden. Laut Angaben der Gesellschaft herrschen in deren Anlagen Temperaturen, die die JKK-Saat zerstören.

Die drei Imker haben gleich nach der Lindenblüte, die als effizienter Nektarspender für die Bienen gilt, ihren Honig geschleudert und damit in der Zeit vor dem Blühen des Jakobskreuzkrautes, das mit seinen Alkaloiden Leberschäden auch bei Menschen verursachen kann. Den Sommerhonig dieses Jahres haben Fischer, Goebel und Müller noch nicht auf den Markt gebracht. Vielmehr haben sie Proben zur Untersuchung in ein Labor gegeben – aus, wie sie sagen, Verantwortung gegenüber den Verbrauchern, die sie dazu aufrufen, sie bei der Beseitigung des Jakobskreuzkrautes zu unterstützen. „Die Vermehrungsdynamik ist gigantisch“, sagt Kai Müller, zweiter Vorsitzender des Imkervereins Grundhof-Quern von 1946. Fischer gehört dem Imkerverein Mittelangeln an und beide sind Mitglieder im Deutschen Imkerbund. Wer die Imker im Interesse des Verbraucherschutzes bei der Beseitigung des Jakobskreuzkrautes unterstützen möchte, kann sich beim Imkertelefon der Stiftung Naturschutz, Tel. 0431  /  21  09  07  99, melden, oder sich mit Wolfgang Fischer und Selma Goebel, Tel. 0  46  37  /  482, oder Kai Müller, Tel. 0152/0797  47  63, in Verbindung setzen.

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