zur Navigation springen

Olpenitzer Ehrenmal : Im Einsatz für die Erinnerung

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Auf Initiative Stadtvertreters Philipp Schmitt soll das Ehrenmal in Olpenitzdorf aufgearbeitet werden.

shz.de von
erstellt am 07.Jun.2017 | 07:00 Uhr

Das Ehrenmal in Olpenitzdorf liegt Philipp Schmitt am Herzen. Ursprünglich war er mal nahe des hessischen Odenwaldes zu Hause, aber das ist lange her. Die Marine hat ihn erst in den Norden, seine eigene Familie schließlich nach Olpenitzdorf geholt. Und jetzt steht er vor dem Ehrenmal und sagt: „Es ist mir wichtig, dass hier etwas passiert.“ Dass man dem Gedenken der Gefallenen gerecht wird. Dass ihr Ansehen auch durch eine gepflegte Anlage offenbar wird. Dass nachfolgende Generationen einen Ort haben, der ihnen von der Vergangenheit erzählt. Einen Ort der Erinnerung und der Mahnung. Ganz schön viel für die kleine Anlage mitten im Dorf. Dass sie aber all das leisten kann, glaubt Philipp Schmitt fest. Und dafür soll sie nun an entscheidenden Stellen wieder so hergerichtet werden, wie sie 1958, im Jahr ihrer Entstehung, einmal ausgesehen hat. Damit das geschieht, will der Stadtvertreter auch in die eigene Tasche greifen. Gleichzeitig hat der Hauptausschuss für die Wiederaufbereitung des Ehrenmals 8000 Euro freigegeben.

Philipp Schmitt fährt mit der Hand über den eingemeißelten Namen eines der 28 Findlinge, die die Anlage ringsum säumen. „Manche Namen sind überhaupt nicht mehr zu lesen“, sagt er. „Manche sind ausgewaschen, die Steine sind verwittert. Ich finde das traurig.“ 28 Namen von 28 gefallenen Olpenitzern des Zweiten Weltkrieges. In der Mitte der Anlage, erhöht auf einem steinernen Sockel, steht ein schwerer, großer Findling, darauf weitere 23 Namen von 23 Menschen, die Olpenitz während des Ersten Weltkrieges verloren hat. Davor drei Findlinge, die die Jahreszahlen 1848/51 (Schleswig-Holsteinische Erhebung), 1864 (Auseinandersetzung Preußen/Österreich gegen Dänemark) und 1870/71 (Deutsch-Französischer Krieg) tragen. Außerdem zwei Beete. Olpenitzer selber haben 1958 dafür gesorgt, dass das Ehrenmal in dieser Form entstehen konnte – „mit ihrem Geld und mit ihrer Kraft“, sagt Schmitt. Inzwischen pflege der Bauhof die Anlage gut und regelmäßig – „aber alles kann er auch nicht machen“.

So wie die Sanierung der Gedenksteine – „da muss ein Steinmetz in seiner Werkstatt ran“, vermutet Schmitt. Der Olpenitzer weiß um die Bedeutung des Ehrenmals für die Dorfbewohner. „Es ist ein Teil des Dorfes“, sagt er. „Es gehört zur seiner Geschichte.“ Viele hätten eine unmittelbare Verbindung zu einem der Namen auf den Steinen, auch Philipp Schmitt selber über die Familie seiner Frau. Trotzdem sagt er: „Ja, in erster Linie dient es dem Gedenken der gefallenen Olpenitzer. Aber es ist auch gleichzeitig ein Mahnmal gegen die Gräueltaten eines jeden Krieges.“

Damit wendet sich Schmitt gegen den Vorschlag, den Stadtvertreter Norbert Dick (Grüne) eingebracht hatte, wonach das Olpenitzer Ehrenmal erweitert werden sollte, um aller Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken, beispielsweise mit einer zusätzlichen Gedenktafel. Schmitt findet: „Das passt nicht an diese Stelle.“ Und er erhielt dabei Unterstützung von Norbert Leukert aus der Stadtverwaltung, der vor dem Bauausschuss davon sprach, dass die Anlage exakt kartiert sei und jeder Gedenkstein seinen fixen Platz habe. Eine Erweiterung oder Veränderung könnte da schwer werden.

Fester Bestandteil des Ehrenmals sind indes Rosen – und diese Tradition soll ebenfalls wieder aufleben, auf Kosten der Familie von Philipp Schmitt. Polyantha-Rose heißt die spezielle Sorte, die auf der Anlage wieder gepflanzt werden soll, und Schmitt sagt: „Wir übernehmen die Kosten gerne, weil wir eben auch eine familiäre Bindung zum Ehrenmal haben.“ Und während sich der Steinmetz um die Inschriften auf den Findlingen kümmert, sollen auf der Anlage selber die Büsche zurückgeschnitten, der Boden soll mit Nährstoffen angereichert werden. Die 8000 Euro, die der Hauptausschuss dafür freigegeben hat, stammen aus dem laufenden Haushalt. Und Philipp Schmitt, selber CDU-Mitglied, ahnt die Individualität dieses Projektes und sagt: „Ich bin sehr dankbar, dass die CDU das mitgetragen hat.“

In der nächsten Woche hat die Stadtvertretung das letzte Wort dazu, einen Wunsch formuliert der Olpenitzer Schmitt aber schon jetzt: „Am schönsten wäre es, wenn bis zum nächsten Volkstrauertag alles abgeschlossen ist.“ Die Rosen werden dann zwar nicht blühen, aber die Namen der Olpenitzer Gefallenen dafür umso deutlicher an das, was war und nicht wieder sein soll, erinnern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen