Kappeln : Hospizgruppe: Engpass im Vorstand

Möchten mit dem Verein noch mehr in die Öffentlichkeit: Hospizhelferin Claudia Hahn, kommissarische Vorsitzende Gisela Feldmann und Einsatzleiterin Margret Sachtleber (v. li.).
Möchten mit dem Verein noch mehr in die Öffentlichkeit: Hospizhelferin Claudia Hahn, kommissarische Vorsitzende Gisela Feldmann und Einsatzleiterin Margret Sachtleber (v. li.).

Gisela Feldmann bleibt kommissarisch an der Spitze des Vereins.

shz.de von
31. Mai 2018, 06:33 Uhr

Sie sind für die Menschen da, wenn die Zeit abläuft, vor allem aber auch für die Menschen, die zurückbleiben: Seit 1999 gibt es die Hospizgruppe Kappeln und Umgebung, die zunächst unter dem Dach von „Franka“ gegründet und seit 2004 als eingetragener Verein selbstständig, aber in den Hospiz- und Palliativverband Schleswig-Holstein eingebunden, arbeitet.

Rund 60 Mitglieder zählt die Hospizgruppe, aber im Vorstand gibt es momentan einen Engpass. Nachdem Therese Häse den Vorsitz Anfang dieses Jahres aus gesundheitlichen Gründen abgeben musste, ist ihre Stellvertreterin Gisela Feldmann nachgerückt. Sie hat den Posten bereits im Oktober kommissarisch übernommen. „Eigentlich nur bis zur Mitgliederversammlung“, sagt sie. Aber auf der jüngsten Hauptsitzung konnte niemand für den Posten als Vorsitzender gefunden werden. Feldmann wird das Amt ein weiteres Jahr kommissarisch ausführen. Schatzmeisterin Hedda Dahnken und Schriftführerin Gabriele Herold verstärken auch weiterhin den Vorstand. Beisitzer bleiben Sabine Tange-Schaub und Margret Sachtleber, die als Einsatzleiterin auch gleichzeitig das Team koordiniert.

Mehr Öffentlichkeitsarbeit – das ist das Schlagwort für das kommende Jahr: „Wir haben einige Vorträge geplant und möchten Referenten dazu einladen“, erklärt Margret Sachtleber. Alle Themen, die sich um den Tod, das Sterben und das Zurückbleiben drehen, kommen dafür in Frage: Was genau ist eigentlich ein Hospiz? Was gehört zur Hospizarbeit? Alles rund um die Bestattung oder das Thema Demenz. Da sei viel vorstellbar, sagt Hospizhelferin Claudia Hahn: „Das ist nun wirklich ein Thema, das uns alle betrifft. Wir möchten es transparenter machen und Hemmschwellen abbauen.“

Insgesamt sind mehr als 20 Hospizhelferinnen registriert, aktiv sind zurzeit aber nur etwa zehn. Fünf von ihnen haben nach dem Grundkurs im „Celler Modell“ und der sechsmonatigen Praktikumszeit im vergangenen Jahr ihre Ausbildung mit dem Vertiefungskurs abgeschlossen. An den Gruppenabenden, besonders aber bei der viermal im Jahr stattfindenden Supervision geht es um die Seelenpflege für die Helferinnen, denn die Geschichten, die sie hören und verschwiegen bei sich behalten, gehen auch nicht immer spurlos an den Ehrenamtlerinnen vorbei.

Angebote der Hospizgruppe Kappeln, wie das regelmäßige Trauercafé, immer am zweiten Sonnabend im Monat im Café „Zur Mühle“ ab 14.30 Uhr mit Ute Noack und Helga Brusgatis, oder die regelmäßige Sprechstunde – jeden zweiten Mittwoch von 10 bis 11 Uhr in den Räumen im Obergeschoss des Christophorushauses – bleiben erhalten. Auch soll am Ewigkeitssonntag im November wieder die Friedhofskapelle geschmückt und mit Musik, Lesungen und Gebeten gefüllt werden. „Auf jeden Fall“, sagt Gisela Feldmann. „Jeder kann kommen – auch ohne Anmeldung“, ergänzt Claudia Hahn. „Wir freuen uns über Interesse und Zuspruch.“



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