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Steinbergkirche : Holzbläser im Matratzenlager

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Zur Deutsch-Skandinavischen Musikwoche proben108 Musiker aus der ganzen Welt auf dem Scheersberg.

Der 15-jährige Gregor Konkoli aus Göteborg spielt im Sinfonieorchester anlässlich der 53. Deutsch-Skandinavischen Musikwoche sein Fagott, und der ein Jahr ältere Marten Geerdes aus Flensburg lässt seine Oboe erklingen. Sie gehören zu 108 Instrumentalisten und Sängern, die seit Palmsonntag dafür sorgen, dass der ganze Jugendhof Scheersberg singt und schwingt.

Alle Räume des Jugendhofs werden von den Musizierenden bei der Probenarbeit mit Beschlag gelegt. Selbst ins Matratzenlager ziehen sich mitunter die neun Holzbläser zurück, während sich im Speisesaal abwechselnd die 19 Violinisten und die Hörner- und die Flötengruppe zu Übungseinheiten einfinden. Lara Meyer-Struthoff aus Lübeck steht mit ihrer Harfe als „Einzelkämpferin“ dar.

Unter den 31 Chorsängern sind die Männerstimmen in der Minderheit. Da bleibt den Tenören Bernd Molter (51) aus Großenwiehe und Marcin Szatkonski (19) aus dem polnischen Pisz, kaum eine Chance, sich angesichts der Übermacht der Soprane Gehör zu verschaffen. Begeisterungsfähige Amateure, vornehmlich Studenten, fortgeschritten in der Ausbildung, haben sich versammelt, um gemeinsam Leistung zu zeigen. Sie stammen aus 14 Nationen, darunter sogar Südkorea, Australien, Taiwan und den USA. Stark vertreten sind die skandinavischen und die baltischen Staaten. Projektleiter Heinz-Otto Scharfenort hat dafür gesorgt, dass alle Nationalflaggen rund um das Wallroth-Haus gehisst worden sind.

Zu den Besonderheiten zählt die Vergabe von 40 Freiplätzen im Wert von je 500 Euro. Dieses Förderung stammt von Sponsoren. Fünf der Stipendien hat der Kreis Schleswig-Flensburg übernommen – für junge Polen aus dem Partnerkreis Pisz in Masuren.

Nach den Worten des Jugendhof-Direktors Karsten Biermann hat die Musikwoche in sozialer wie in künstlerischer und pädagogischer Hinsicht einen hohen Stellenwert. Dieses Highlight strahle inzwischen über die europäischen Grenzen hinaus. „Von hier aus werden Signale für ein harmonisches Miteinander gesendet, und für die Teilnehmer ist dieses Event ein tolles Erlebnis“, so Biermann. Das Projekt erfordert einen finanziellen Aufwand von rund 70  000 Euro. Was die musikalische Arbeit betrifft, so haben der künstlerische Leiter, Dirigent Mika Eichenholz aus Schweden, und die deutsche Chorleiterin Almut Stümke einen Stab von professionellen Dozenten zur Seite. In wenigen Tagen müssen alle Mitwirkenden einen homogenen Klangkörper entstehen lassen.

Das diesjährige Hauptwerk der Musikwoche, die 5. Sinfonie des russischen Komponisten Sergej Prokofjew, bedeutet für die Instrumentalisten eine große Herausforderung. Ein weiterer Höhepunkt ist das „Te Deum“ für Chor und Orchester von John Rutter. Auf dem Arbeitsprogramm stehen außerdem Werke von Jean Sibelius, Jan Peterson Sweelinck und Felix Mendelssohn.

Zu einem öffentlichen Hauskonzert mit Folklore und Volkstanz wird für heute ab 20 Uhr eingeladen in den Festsaal des Jugendhofs. Der Eintritt ist frei. Traditionell wird am Ostersonntag ab 17 Uhr das Ergebnis der Arbeit in der Rendsburger Christkirche präsentiert. Es folgt am Ostermontag ab 19 Uhr in der Scheersberghalle das große Schlusskonzert.

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