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Urlaub auf dem Kappelner Bauernhof : Hoher Wohlfühlfaktor für jedes Alter

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Teil 4 der Sommer-Serie: Ferienhof Siemen – Die meisten Gäste kommen wieder / Zehn Appartements für Selbstversorger

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2017 | 06:29 Uhr

Kappeln | Der eine liebt seinen Wohnwagen, der andere bevorzugt die Ferienwohnung. Einer möchte Urlaub auf dem Bauernhof machen, ein anderer sucht nach den schönsten Wohnmobil-Stellplätzen: In unserer Sommer-Serie stellen wir verschiedene Unterkünfte in der Region vor und berichten, wer sich dort alles so einquartiert. Heute: der Ferienhof Siemen in Kappeln.

Grillfeste, Ponyreiten oder mit Jochen Siemen eine Runde auf dem Lanz-Bulldog drehen: Für einige ist es das, was den perfekten Urlaub ausmacht. Der Ferienhof Siemen im Stadtteil Ellenberg ist ausgebucht – und die meisten Urlauber sind nicht zum ersten Mal hier, sondern gehören deutlich in die Kategorie Stammgäste.

„Ich war mit sechs Jahren das erste Mal auf dem Hof. Damals hab ich noch in Berlin gewohnt und es war toll hier für mich als Großstadtkind“, berichtet Juliane Bieda. Inzwischen ist die 31-Jährige aus Hunzel in Rheinland-Pfalz selbst Mutter und quartiert sich mit ihrem Mann André (38) und den Kindern Mathilda (4), Theo (2) und Jonathan (1) immer wieder gern bei Frauke Siemen ein. Nur als junge Frau hatte sie ein paar Jahre pausiert. „Aber dann war ich mit meinem Mann in Dänemark und hab ihm gesagt: Ich muss dir unbedingt etwas zeigen. Wir haben hier noch fünf Tage Urlaub rangehängt und seitdem kommen wir wieder jedes Jahr“, berichtet sie lachend. „Es ist so familiär hier. Mit Frauke verbindet uns inzwischen eine Freundschaft“, sagt Juliane Bieda. Für die Kinder sei es optimal, sie können sich frei bewegen. Ihr Sohn Theo sei Asthmatiker, für ihn sei die Ostseeluft die beste Therapie. Meist legen sie ihren Urlaub so, dass sie entweder die Piratentage in Eckernförde oder die Wikingertage in Schleswig miterleben können. „Wir haben für nächstes Jahr schon wieder gebucht“, verrät Juliane Bieda. Mit dabei sind auch ihre Eltern aus Berlin. Cornelia Tristram (57) hatte sogar schon die Schwiegereltern mit. „Mein Schwiegervater ist Angler. Das war perfekt. Wir kommen jederzeit gern wieder!“ Vier Generationen – ein richtiger Ferienhof-Siemen-Fanclub.

So könnte auch Familie Markfeld aus Witten in Nordrhein-Westphalen beschrieben werden. „Wir sind das 16. Mal hier“, sagt Britta Markfeld (45), die schon als Kind Urlaub in Nieby gemacht hat. Das Ponyreiten steht bei Tochter Leonie (10) hoch im Kurs. Jana (22) reist inzwischen mit ihrem Freund Daniel Pechtel (25) an. An den Grillabenden haben sie andere Urlauber kennen gelernt. „Wir verabreden uns immer und treffen uns hier dann wieder“, sagt Britta Markfeld. Die Freunde kommen aus Sachsen, Niedersachsen und Hessen. „Dann werden gleich vier oder fünf Ferienwohnungen gebucht“, sagt sie lachend. Sie genießen die gemeinsamen Abende und haben sogar schon für die nächsten zwei Sommer reserviert.

„Wir erleben hier immer etwas neues – und Kappeln hat doch alles, was man braucht“, berichtet Stefan Wendt aus Wolfenbüttel, der mit seiner Familie das zehnte Mal angereist ist. Sylvia Endert aus Berlin ist beim Reiten auf „Flocke“ ihre langwierigen Rückenschmerzen los geworden und schwärmt von der Ruhe. „Hier gibt es einfach keine Hektik.“ Verena Nessler aus Stuttgart fühlt sich mit ihrem Mann und den Zwillingen Rosa und Nora (2) gut aufgehoben. Bei Sonne geht es auf Schleifahrt, bei Regen gehen sie auf den Spielboden. Sabine Dias hatte die Empfehlung von Bekannten und ist mit ihrer Tocher Ronja (8) nach Kappeln gekommen, die am liebsten das ganze Jahr hier verbringen würde.

Frauke Siemen (39) freut sich über die treuen Gäste, aber auch immer wieder über neue Anfragen. Ihre Eltern haben den ehemaligen Bauernhof 1986 zum Ferienhof mit inzwischen zehn Ferienwohnungen in verschiedenen Größen umfunktioniert. Sie betreibt ihn zusammen mit ihrem Partner Hauke Marten und Sohn Malte seit mehr als zehn Jahren. Vom Bauernhof sind nicht allzu viele Tiere geblieben, aber es gibt noch sechs Ponys, ein Pferd, Hühner, Kaninchen, Tauben und die verschmuste Hofhündin „Mia“. Im Sommer kommen noch zwei Schweine dazu: „Angela“ und „Ursula“ heißen sie.

Viele Familien fühlen sich hier wohl, aber nicht nur. „Von – bis, wir haben alles“, beschreibt Frauke Siemen ihre Gäste. „Viele kommen wirklich, um die Langsamkeit zu genießen“, sagt sie. Es gibt ganze Gruppen, die anreisen, um vom Hof aus ihre Fahrradtouren zu starten, aber auch Fahrradtouristen, die nur für eine Nacht absteigen möchten, denn der Ferienhof ist ein zertifizierte Bed-and-Bike-Betrieb. In der Hauptsaison ein Appartement zu bekommen, sei allerdings eher schwierig, gibt Frauke Siemen zu. „Wir sind im Sommer sogar für 2019 schon fast ausgebucht.“ Und nicht nur aus Deutschland kommen ihre Gäste. Neben einer Großmutter, die regelmäßig mit ihrer chinesischen Enkeltochter vorbeischaut, hatte Siemen auch schon Mieter aus Norwegen, Finnland und Dänemark, USA sowie Kanada.

35 Betten gibt es auf dem Ferienhof, aber wenn Gruppen anfragen, die bereit sind, ein bisschen zusammenzurücken, macht Frauke Siemen den Aufenthalt auch mal für 50 Personen möglich.

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