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FolkebootTreffen : Hölzerne Kultobjekte auf der Schlei

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Drittes Folkeboottreffen in Arnis: Spaßregatta bei Sonne und Wind, Grillabend und Party bei der Wassersportgemeinschaft.

Die etwa 20 Folkeboote sind gerade von ihrer Regatta auf der Schlei zurückgekommen. Jetzt liegen sie eng gedrängt im Hafen der Wassersportgemeinschaft Arnis. Die schlanken hölzernen Rümpfe glitzern in der Sonne. Zufriedene Segler sitzen sich auf den Booten oder entspannt auf der Pier und lassen die Beine baumeln. Nach dem Törn im frischen, kühlen Wind auf dem Wasser genießen sie die abendliche Wärme im Hafen und warten darauf, dass Mike und Nicolas mit dem offiziellen Teil der Veranstaltung beginnen.

Mike Peuker und Nicolas Thom haben zum dritten Mal zum Folkeboot-Treffen mit großer Party eingeladen. Beide verchartern seit ein paar Jahren Folkeboote, weil sie sich für die schönen Holzboote begeistern. „Es ist aber ein Vollzeitjob“, sagt Mike Peuker, „weil es extrem aufwendig ist, die alten Boote zu erhalten. Da haben wir den ganzen Winter zu tun.“

Folkeboote sind seit einiger Zeit wieder sehr beliebt und geradezu zum Kultboot mutiert. 1942 wurde das erste Folkeboot in Schweden gebaut. Obwohl es wegen seiner einfachen Form anfangs nicht so recht für voll genommen wurde, mauserte es sich innerhalb weniger Jahre zum Inbegriff des preiswerten, seetüchtigen Fahrtenschiffs. Darüber, dass es damals zudem als sehr wohnlich und ideal zum Familiensegeln beschrieben wurde, kann man sich nur wundern. Unter Deck ist es ziemlich eng, und die Ausstattung ist für heutige Ansprüche extrem spartanisch. Das tut dem Spaß an den kleinen Booten aber keinen Abbruch. Und um Spaß geht es heute in erster Linie, wie Mike Peuker betont. „Deswegen war das auch keine echte Regatta, sondern eine Spaßregatta.“

Michael und Hille aus Hamburg sind mit ihrer „Lene“ dabei, die sie seit drei Jahren besitzen. Vorher hatten sie ein Boot ohne Kajüte, aber auch das war ein hölzerner Klassiker. Als wahre Enthusiasten sind sie natürlich Mitglied in der offiziellen Klassenvereinigung für Folkeboote. „Heute freuen wir uns besonders über das perfekte Wetter“, meint Hille.

Karin Averbeck ist zum zweiten Mal dabei. Sie hat das Segeln mit Folkebooten bei Nicolas Thom gelernt und ist inzwischen selbst stolze Eignerin eines Bootes, das sie gerne Einhand segelt. Diesmal ist sie allerdings Mitseglerin bei Freunden. „An meinem Boot ist noch etwas zu reparieren. Das habe ich nicht rechtzeitig geschafft“, sagt sie. Selbst Hand an zu legen bei Reparaturen an den alten Booten ist unter Folkeboot-Liebhabern eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Michael Müller ist mit seiner „Havfruen“ dabei, die 1969 gebaut wurde und somit eines der ältesten Folkeboote ist. Er segelt oft mit seinem Freund Udo Thomas. „Das erste Mal an Bord übernachten, war wie in einer Sardinendose“, erzählt der lachend. „Aber wenn ich dann dieses besondere Gluckern am Rumpf höre, schlafe ich bestens.“ Beide sind Fotografen und haben ein Jahr lang die Boote und Segler an Land und auf dem Wasser vor die Linse genommen. Das Ergebnis ist noch bis zum 1. Oktober im Segelsportmuseum in Svendborg zu sehen. Eines ihrer Fotos haben sie als Regattapreis gestiftet. „Der Preis wird verlost“, sagt Mike Peuker. „Denn es soll hier nicht darum gehen, wer Erster war, sondern darum, dabei zu sein.“ Nachdem „Lord Jim“ den Preis unter lautem Beifall entgegengenommen hat, kündigt Peuker den nächsten Programmpunkt an: Der Grill ist heiß, und die Party kann beginnen.

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