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Gelting : Hochwasserschutz erhitzt die Gemüter

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Vom Wasserverband beschlossene "Polderlösung" wird von Bürgern kritisiert / Informationsveranstaltung in zwei Wochen

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 07:16 Uhr

Gelting | Er stand zwar nicht auf der Tagesordnung, trotzdem wurde über ihn während der Mai-Sitzung der Gemeindevertretung Gelting ausführlich diskutiert. Thema war der Hochwasserschutz, der im Mittelpunkt der Einwohnerfragestunde stand. Deutliche Kritik gab es seitens der Bürger einerseits daran, dass sich der Wasser- und Bodenverband Geltinger und Stenderuper Au (WaBoV) für eine sogenannte "Polderlösung" entschieden habe, obwohl eine "Umleitungslösung" mehr Sicherheit biete. Bemängelt wurde andererseits, dass nicht alle Betroffenen in die Entscheidung einbezogen wurden. "Wo bleibt da die Demokratie ?", war zu hören. Strittig waren nicht nur die Kosten, es stand auch der Vorwurf im Raum, die angeblich bessere Lösung werde bewusst teuer gerechnet, um sie verwerfen zu können. Die genannten Beträge lagen zwischen 350 000 und einer Million Euro.

Bürgermeister Uwe Linde wies darauf hin, dass der WaBoV auf einen vertretbaren Kostenrahmen achte, um die Belastung der Mitglieder in Grenzen zu halten. Beide Optionen hätten nach Aussage eines Experten eine gleichgute Schutzwirkung. Die Umleitungslösung wäre auf Dauer allerdings teurer, weil sie den kostenträchtigen Einsatz von Pumpen erfordere. Der Bürgermeister hob hervor, dass Planungshoheit und Entscheidung beim WaBoV lägen, und gab abschließend bekannt, in den nächsten zwei Wochen würden die Einwohner zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

In seinem Bericht teilte Linde mit, der 2012 erhobene Mikrozensus, die sogenannte "kleine" Volkszählung, habe für Gelting anstelle von 2015 nur 1916 Einwohner erbracht. In der Folge verminderten sich die Schlüsselzuweisungen um jährlich 30 000 Euro. Aus der aufgelösten Schulrücklage erhalte die Gemeinde einmalig 18 300 Euro. Die anschließend genehmigte Jahresrechnung 2012 schloss im Verwaltungshaushalt mit 2 823 000 und mit 392 000 Euro im Vermögenshaushalt ab. Über- und außerplanmäßige Ausgaben in Höhe von 82 450 Euro wurden nachträglich gebilligt.

Beim Durchführungsvertrag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Sportboothafen Wackerballig" geht es überwiegend um Liegeplätze für Wohnboote. Der vom Gemeinderat nach einigen von ihr geforderten Änderungen nunmehr gebilligte Entwurf stellt sicher, dass die Öffentlichkeit dauerhaft Zugang zum Hafen behält. Das Restaurant, das bisher nur Hafenlieger besuchen konnten, erhält eine Vollkonzession.

Die Vergabe der Abwasserbeseitigung an eine private Firma wurde aus Kostengründen verworfen. Das dreiköpfige kommunale Abwasserteam soll diese Aufgabe weiterhin wahrnehmen. Danach ging es um zwei Bebauungspläne. Für das "Mühlenfeld III" wurde eine eingeschossige Bauweise vorgeschrieben. Lediglich auf fünf Einzelgrundstücken sind zwei Vollgeschosse möglich. Jungen Familien wird eine Minderung des Kaufpreises von zwei Euro pro Quadratmeter und Kind eingeräumt, jedoch unter der Voraussetzung eines mindestens fünfjährigen Eigenbezugs. Für Wackerballig folgte der Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans. Dort soll auf einem Grundstück der Bau von vier Ferienhäusern ermöglicht werden. Die Kosten übernimmt der Vorhabensträger. Der Flächennutzungsplan sieht dort bereits ein Sondergebiet für Fremdenverkehr vor.

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