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Schlei-Bote

13. Dezember 2017 | 18:42 Uhr

Hochwasser: Nabu meldet sich zu Wort

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Landesverband des Naturschutzbundes gibt Geltinger Bürgerinitiative Schützenhilfe und plädiert ebenfalls für die Kanal-Lösung

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2013 | 00:31 Uhr

Mit Genugtuung hat der Vorstand der „Interessengemeinschaft Überschwemmungsgebiet Gelting und Umgebung“ zur Kenntnis genommen, dass ihm der Nabu-Landesverband Schleswig-Holstein auf der Suche nach einer bezahlbaren „Kanal-Lösung“ argumentative Schützenhilfe gewährt. Auch aus naturschutzfachlicher Sicht sei dies eine „attraktive Lösung“, heißt es in einer Stellungnahme des Naturschutzbundes.

Ausdrücklich begrüßt wird von den Naturschützern das Projekt einer „flüssigen Umgehung“ des Kneippkurortes – anstelle der Polderlösung. Angestrebt wird von der Bürgerinitiative, das Hochwasser in einem zehn bis 15 Meter breiten und geschwungenen Graben unter der Nordstraße (B 1 99) hindurchzuführen und dann östlich von Gelting entlang weiterzuleiten, um in der „Bromoi“, einer Fläche am Geltinger Noor, weitläufig auszulaufen. Der Nabu-Landesverband bezweifelt, dass der vom Wasser- und Bodenverband Geltinger/Stenderuper Au und der Gemeinde Gelting favorisierte Polder größere Wassermengen, die im Laufe des Klimawandels erwartet werden, aufnehmen könnte. Denn bei der Polderlösung würden für den Wasserabfluss weiterhin Rohre genutzt, die sich schon in der Vergangenheit als zu gering dimensioniert erwiesen hätten. Nabu-Landesvorsitzender Hermann Schultz befürchtet: „Läuft der vorgesehene Polder über, steht die Gemeinde Gelting erneut unter Wasser.“

Die Kanal-Lösung – sprich ein „nasser Bypass“ – beinhalte auch die Chance, die Verrohrung der Au aufzuheben und das Fließgewässer entsprechend der Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie offenzulegen. Fließgewässer seien natürliche verbindende Elemente einer Landschaft und zugleich Lebensraum für Lebewesen, die an fließendes Wasser angepasst sind. Begradigte und verrohrte Fließgewässer verkürzen aus Sicht des Nabu hingegen die Lauflänge, und die Strömungsgeschwindigkeit erhöht sich. Nähr- und Schwebstoffe setzen sich nicht ab und werden ins Meer geschwemmt. In naturnahen Bachläufen könnten diese jedoch abgebaut werden. Die vom Nabu präferierte Auslauffläche vor der Einmündung der Au in die Ostsee umfasst 30 Hektar, die künftig von der landwirtschaftlichen Nutzung ausgenommen würden.

Positive Signale zur Kanal-Lösung, so der Nabu, habe es bereits seitens des Grundstückseigentümers der Au- und Auslauffläche sowie der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Schleswig-Flensburg und des Umweltministeriums zu den Planungen der Interessengemeinschaft gegeben. Dies wird auf Seiten der IG und des Nabu als Ansporn für die Umsetzung einer „attraktiven und zukunftsweisenden Lösung“ gewertet.

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