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Gelting : Hochwasser: Geschädigte müssen zahlen

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Den vom Hochwasser betroffenen Geltingern steht eine 80-prozentige Beteiligung an der Polder-Finanzierung bevor. Die Gesetzgebung lässt keine Alternative zu.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2014 | 14:00 Uhr

Das Thema Hochwasserschutz beschäftigt nach wie vor Geltings Gemeindevertreter. Nachdem der für alle Entscheidungen zuständige Ausschuss des Wasser- und Bodenverbandes Geltinger-Stenderuper Au die Weichen für die Polder-Lösung gestellt hat, rückt jetzt ein weiteres Problem in den Vordergrund: Wer soll das bezahlen ?

Die Kosten für die „Verwallung“ des riesigen Rückhaltebeckens schätzen die Planer auf 1,2 Millionen Euro – Landerwerb inklusive. Da diese Variante als wirtschaftlichste Lösung betrachtet wird, besteht die Zusage der Landesregierung auf eine Förderung von einer halben Million Euro. Hinzu kommen 300.000 Euro als Zuschuss der Gemeinde Gelting. Folglich verbleibt eine Summe von 400.000 Euro, die vom Wasser- und Bodenverband getragen werden muss.

Rücklagen hat der Verband für Schutzmaßnahmen jedoch nicht angesammelt. Das fehlende Geld muss über Kredite finanziert und soll von den betroffenen Grundstückseigentümern im Gefährdungsgebiet jahrzehntelang über Zusatz-Beiträge aufgebracht werden. Ob das zumutbar und gerecht ist, fragen sich viele.

Gemeindevertreter Peter Lüsebrink meint, dass den Anteil des Verbandes nicht allein die so genannten 80 „Vorteilsnehmer“aufbringen sollten, sondern die Solidargemeinschaft der über 700 Verbandsmitglieder, darunter vornehmlich Landwirte. Auf viele Schultern verteilt, lasse sich die finanzielle Belastung für den Einzelnen besser schultern. Bürgermeister Uwe Linde, der im Verbandsausschuss die Geltinger Interessen vertritt, verdeutlichte in der jüngsten Gemeindevertretersitzung jedoch, dass das Landeswassergesetz diese Finanzregelung vorschreibe und keine andere Wahl lasse. Das heißt: Von den Verbandskosten müssen die Vorteilsnehmer 80 Prozent, Mitglieder in den nicht gefährdeten Bereichen 20 Prozent übernehmen. Eine Alternativlösung gebe es nicht – es sei denn, das Wassergesetz werde in Kiel geändert.

Lüsebrink fragte, weshalb die vom Hochwasser gefährdeten Bürger doppelt bestraft würden: mit den Schäden an Hab und Gut im September 2011 und nun mit jährlichen Sonderzahlungen, die schlimmstenfalls mehrere Hundert Euro betragen könnten. Manche Betroffene, darunter etliche Rentner, sagen bereits: „Das Geld kann ich nicht aufbringen.“

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