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Heu als Bildmaterial: Eine ungewöhnliche Ausstellung

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Arnis | "Das sind Bilder, wie wir sie hier noch nicht gesehen haben." Mit diesen Worten hieß Hans-Joachim Schock in seiner Eigenschaft als Touristikausschuss-Vorsitzender Erika Wagenknecht aus Rabenkirchen-Faulück willkommen und eröffnete die letzte Ausstellung des Jahres im Arnisser Rathaus. Ohne Frage sei die Künstlerin eine Bereicherung für die heimische Künstlerszene, fügte er hinzu. Ihre Kunst der besonderen Art - Heu als Bildmaterial - habe viele Liebhaber gefunden.

Zu den Bewunderern der Wagenknecht-Kunst gehören auch Inge und Günter Klement - Freunde aus gemeinsamen Studienzeiten. Das Ehepaar, das den Werdegang der Künstlerin seit Jahren beobachtet, war eigens aus Leverkusen angereist, um bei der Ausstellungseröffnung in Arnis dabei zu sein. Dass die gemeinsame Freundin mit ihrem Mann seit 2010 in Rabenkirchen wohnt und dort im eigenen Atelier Werke schafft, die große Beachtung finden, sie beneidenswert, sagen die beiden Klements.

Für die 1937 in Oberhausen geborene Künstlerin schließt sich mit ihrem Wohnungswechsel nach Rabenkirchen ein Kreis: "Der Norden mit dem Meer und dem Land hinter dem Deich hat es mir angetan." Nach dem Studium der Malerei und der Freien Textilarbeit in Düsseldorf unterrichtete sie bis 2000 an Kölner Gymnasien, nannte von 1982 bis 2008 in den Niederlanden ein Atelier ihr eigen und stellte dort häufig aus. Nun eine erste Ausstellung in Deutschlands kleinster Stadt. "Das Rathaus ist ein Ort,wo meine Werke hinkönnen."

Aufmerksam lauschten die Besucher, was Wagenknecht ihnen erzählte. Basis für ihre Arbeiten seien die Landschaft am Meer, das Ackerland hinter der Küste und die Materialien, die sie dort finde: Gras, getrocknet als Heu, Schwemmhölzer, Eisenteile, alte Rahmen und Kästen, auch Schiffsplanken. Alles zeige Spuren von Gebrauch und Verfall, angespült vom Meer oder weggeworfen. Das Material Heu fasziniere sie in besonderer Weise, weil es in Farbe, Struktur und Gestalt deutliche Prozesse der Veränderung durchlaufe und die Landschaft kurzfristig präge: vom grünen Grashalm, den geschnittenen Reihen, gestapelte Haufen, die Skulpturen gleichen. Diese Prozesse bildhaft zu gestalten, habe sie, wie sie sagte, zum Experimentieren mit gefundenen Materialien - sprich Heu - geführt.

Die Heubilder-Ausstellung im Rathaus ist bis zum 1. September zu sehen: mittwochs und donnerstags von 17 bis 19 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

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erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

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