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"Heringsteller"-Pokal bleibt vorerst ohne Abnehmer

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erstellt am 08.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kappeln | Morgen starten die Heringstage, und eigentlich sollte das der Zeitpunkt sein, den Heringsteller und den kreativen Kopf dahinter zu küren. So hatte es sich das amtierende Heringskönigspaar Marta Kraft und Michael Hucke überlegt. Die beiden hatten einen Kochwettbewerb ausgerufen, wollten Menschen dazu animieren, sich aktiv in das Stadtfest einzubringen, wollten auf diese Weise das ausgefallendste, leckerste Heringsgericht finden (wir berichteten). Das alles wird es zumindest in diesem Jahr nicht geben. Die Zahl der Teilnehmer war schlicht zu gering.

Dabei war schon alles angerichtet. Eine Jury hatte sich gefunden, ein Ort zum Kochen, ein Gutschein für den Gewinner und ein Pokal. Natürlich in Form eines Herings, besser eines Kappelings - was passt auch sonst besser zu den tollen Tagen über Himmelfahrt und zu dieser Stadt ? Richtig schwer ist der von der Töpferei Stock hergestellte Pokal. Er soll noch einen Sockel erhalten, darauf ein Messingschild mit Jahreszahl sowie den Namen des Siegers und des Königspaares. In diesem Jahr wird der dafür vorgesehene Platz allerdings leer bleiben.

"Wir hätten uns wirklich sehr gefreut, wenn der Wettbewerb stattgefunden hätte", sagt Jürgen van Schöll, Geschäftsführer der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK), der die Aktion gemeinsam mit dem Königspaar umsetzen wollte. "Es wäre ein Schritt in die richtige Richtung gewesen, die Bürger mit ins Boot zu holen und sie aktiv zu beteiligen", findet van Schöll. Jedoch: Am Ende lagen nur drei Anmeldungen auf dem Tisch - zu wenig, um den Wettbewerb tatsächlich stattfinden zu lassen.

Michael Hucke stellt klar: "Wir haben sicher nicht mit 40 Anmeldungen gerechnet. Aber dass es zehn oder 15 werden, hätte ich schon geglaubt." Zumal die Idee von vielen Verbänden und Vereinen laut nach außen getragen worden sei. "Es wäre einfach für alle eine Chance gewesen, wieder mehr Anteil an den Heringstagen zu nehmen", sagt Hucke. Zwar ist er genauso wie Marta Kraft enttäuscht, dass die Idee in ihrem Premierenjahr nicht umgesetzt wird, aber beide glauben an einen zweiten Versuch mit dem neuen Königspaar. So kündigt Marta Kraft an, den Kochwettbewerb den morgen zu kürenden Regenten "unbedingt ans Herz legen" zu wollen. Sie selber sei gerne bereit, das Projekt "Heringsteller" gemeinsam mit Michael Hucke weiter zu unterstützen. Und beide berichten, dass auch der Verschönerungsverein, Ausrichter der Heringswette, den Wettbewerb mitträgt.

Überhaupt lassen sich weder Kraft und Hucke noch van Schöll von diesem ersten Rückschlag entmutigen. Vielmehr wolle man in eben diese Richtung weiterarbeiten, auch der Arbeitskreis, der sich der Heringstage angenommen hat, wird weiterhin tagen. Und Jürgen van Schöll weiß bereits jetzt, dass es danach neue Ansatzpunkte geben wird, neue Änderungsvorschläge, denen man sich im Arbeitskreis stellen will. Wichtig sei, rechtzeitig anzufangen und die Tradition, auf die die Heringstage inzwischen zurückblicken können, nicht zu vergessen. Und Marta Kraft sagt: "Trotz aller Tradition ist es genauso wichtig, dass die Heringstage sich verändern. Jetzt feiern wir die 35., wir möchten gerne auch die 70. feiern."

Und so freut sich das amtierende Heringskönigspaar trotz allem auf seinen letzten Auftritt. Den Wanderpokal müssen die beiden zwar vorerst nicht polieren, die Königsketten glänzen dafür bereits umso mehr.

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