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Kappeln : Heringstage zeigen ein Herz für Kinder

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Deekelsenplatz wird zum Spielplatz / Stadtfest erstmals seit Jahren wieder mit Riesenrad / Nordhafen wird zum Treffpunkt der Senioren

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erstellt am 04.Mai.2013 | 07:23 Uhr

Kappeln | Die Heringstage stehen vor der Tür, und der für das Stadtfest verantwortliche Geschäftsführer der Wirtschaft und Touristik Kappeln (WTK), Jürgen van Schöll, verspricht für die 35. Auflage ein sehr schönes Programm. Das ist wichtig, denn im vergangenen Jahr waren die Heringstage zunehmend in die Kritik geraten, weil traditionelle Publikumsmagneten wie das Schlauchbootrennen oder das Lok trekken wegen zu wenig Anmeldungen ausfallen mussten.

Als Folge gründete sich ein Arbeitskreis unter Beteiligung von Vertretern aus Wirtschaft, Vereinen und Verbänden, des Heringskönigspaares sowie van Schöll. Eine Idee aus diesem Kreis war ein eigenes Kinderprogramm, und das wird jetzt umgesetzt. "Wir setzen den Schwerpunkt dieses Mal auf die Kinder", sagt van Schöll. Das sieht dann so aus: Aus dem Deekelsenplatz wird ein einziger großer Spielplatz.

Die Baptisten-Gemeinde installiert und betreut dort das Kinderprogramm mit Spielmobil, Hüpfburg, Basketball und einer Rodeoanlage. "All das ist kostenlos, doch ohne die Unterstützung der Hamburger AMA (Investor bei den Schlei-Terrassen), der Lions, Profundus, der Provinzial und der Tischlerei Mau hätten wir das nicht anbieten können", sagt der WTK-Geschäftsführer. Und Kinder, die sich kostenlos schminken lassen wollen, sind auf dem Rathausmarkt richtig. Außerdem gibt es noch diverse Straßenacts, beispielsweise Stelzenclowns, die unterwegs auf die Kinderaktionen aufmerksam machen.

Und zu den Fahrgeschäften zählen übrigens fünf Kinderkarussells. Eine Riesenrutsche ist auch dabei, die sicherlich wieder so manches Kinderherz höher schlagen lässt. Unter den übrigen zwölf Fahrgeschäften für die etwas ältere Kundschaft ragen zwei heraus. Erstmals seit vielen Jahren werden die Heringstage wieder ein Riesenrad aufweisen. 38 Meter hoch ragt das Gerüst in den Himmel. "Von da oben hat man einen sehr schönen Blick auf die Wasserfront" versichert Jürgen van Schöll. Die andere Attraktion unter den Fahrgeschäften ist zweifellos der Superhopser. Das kreisrunde Karussell mit Sitzbänken am Rand dreht sich nicht nur, sondern geht ruckartig in die Luft, so dass die Fahrgäste immer wieder von den Sitzen aus einen Hopser in die Luft machen. "Der Superhopser ist auf jeder Kirmes der Magnet für Jugendliche", weiß van Schöll und erwartet Ähnliches für Kappeln.

Und zum Treffpunkt eben dieser Jugendlichen wird der Südhafen. Hier werden auf der Bühne 1 Diskjockeys ihre Musik präsentieren und Musikvideos auf Leinwänden abspielen. Zudem erhalten hier junge Künstler oder solche, die es gerne werden möchten, die Gelegenheit, auf einer Bühne vor großem Publikum ihr Talent unter Beweis zu stellen.

Ist der Südhafen das Domizil der Jugend, so ist der Nordhafen für die Senioren reserviert. Auf der Bühne 2 an der "Haifischbar" bei Prätorius wird - überwiegend zur Live-Musik - das Tanzbein geschwungen. Eine Besonderheit verspricht dabei mit den "Kliffkiekern" eine Gruppe, die einen Mix aus Shanty und Swing vorträgt. Dazu treten etliche Showbands auf. Und am Sonntag gibt es einen waschechten Seniorennachmittag mit der Freien Alten- und Nachbarschaftshilfe Kappeln und Umgebung ("Franka") sowie dem Schlei-Orchester.

"Wir wollen mit den Heringstagen die gesamte Bandbreite an Besuchern ansprechen: Jugendliche, Senioren und Familien", erläutert van Schöll das Konzept. Das erscheint vom Programm her gelungen. Nicht gelungen ist es dagegen, das Schlauchbootrennen oder das Loktrekken wiederzubeleben. Daran änderte auch der Einsatz des Arbeitskreises Heringstage nicht. Überhaupt hat das Gremium laut van Schölls Ansicht in der Breite noch nicht zu den erhofften Ergebnissen geführt. "Es waren viele interessante Ideen da, aber an der Umsetzung hat es gehapert." Womöglich wird das beim nächsten Stadtfest dann schon anders aussehen, denn der Arbeitskreis Heringstage bleibt bestehen und wird auch weiterhin an der Verbesserung der Heringstage arbeiten - ob nun mit oder ohne Loktrekken.

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