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36. Stadtfest : Heringstage setzen auf mehr Volksnähe

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Nächste Woche starten die 36. Heringstage. Nach langer Zeit gibt es neben der Prominentenwette auch wieder eine Bürgerwette, und das Lok-Trekken kehrt auch zurück.

Die 36. Auflage der Kappelner Heringstage wartet mit einigen Überraschungen auf. So feiert der im vergangenen Jahr erstmals ausgerufene Heringsteller-Wettbewerb nach fehlenden Anmeldezahlen 2013 in diesem Jahr endlich seine Premiere. Das seit geraumer Zeit pausierende Lok-Trekken erfährt mit rekordverdächtigen zwölf Mannschaften seine Neuauflage, gleiches gilt für die Bürgerwette. Und die örtliche Wirtschaft positioniert sich vielleicht so deutlich wie noch nie als großer Fürsprecher für das größte Fest der Stadt. Nicht die schlechtesten Bedingungen also für vier ausgelassene Tage.

Wie üblich wird sich die hauptsächliche Veranstaltungsmeile vom Süd- bis zum Fischereihafen hinziehen, die Innenstadt wird mit wenigen Ständen in das Geschehen einbezogen. Dort will Jürgen van Schöll, Geschäftsführer der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK) und verantwortlich für die Heringstage, eher mit einem eigenen Programm Schwerpunkte setzen, vor allem mit ausgeweiteten Kinderaktionen. Auf dem Deekelsenplatz steht das Spielmobil der Baptistengemeinde, auf dem Rathausmarkt wird eine Kinderschminkecke aufgebaut, im Jöns Hof tritt zu festen Zeiten ein Clown auf, außerdem hebt sich dort der Vorhang zum Kasper-Theater. Überhaupt soll die Innenstadt den ruhigeren Kontrastpunkt zur wühligen Hafenmeile setzen – so zumindest wünscht es sich Lars Meyborg, Mitglied des Wirtschaftskreises Pro Kappeln (WPK) und örtlicher Unternehmer.

„Wir wollen für Gemütlichkeit sorgen“, sagt Meyborg. Passieren soll das unter anderem mit Hilfe von Strandkörben, die der WPK in der Fußgängerzone platziert. Neben den regulären Öffnungszeiten am Freitag und Sonnabend sind die Geschäfte auch an Himmelfahrt und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet – Meyborg erkennt darin eine Chance, „dass Kappeln während der Heringstage in seiner Vielfalt wahrgenommen wird“. Dazu zählt er auch die Gastronomie, die abgesehen von regionalen Produkten natürlich den Hering in den Mittelpunkt rücken wird.

Um diesen Fisch dreht sich auch der Rezeptwettbewerb, den das Heringskönigspaar des Jahres 2012 erstmals ausgerufen hatte, und der nun mit acht Einsendern umgesetzt wird. Eine Jury urteilt noch bis nächste Woche über jede einzelne Rezeptidee zum Thema Hering, der Sieger wird bei der Eröffnungsveranstaltung der Heringstage bekannt gegeben.

Dann steht auch das neue Heringskönigspaar fest, das in diesem Jahr 71 Wettfreudige unter sich ausmachen. Wer weiß, wie viel Pfund Hering an Himmelfahrt im Heringszaun gelandet sind, darf den Titel ein Jahr lang tragen. Und auch die Bürger können sich an der Heringswette beteiligen. Am Donnerstag werden Lose für einen Euro verkauft, auf dem jeder die Stückzahl der gefangenen Heringe eintragen und am Ende vielleicht eines der 25 von der Kappelner Wirtschaft gestifteten Präsente mit nach Hause nehmen kann. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt am Sonntag, 12 Uhr, in der „Haifischbar“.

Die 36. Heringstage setzen in ihrem Bemühen um mehr Volksnähe gleichermaßen auf Tradition und Moderne. Dabei gehen viele der neuen oder wiederentdeckten Programmpunkte auf den Arbeitskreis Heringstage zurück. Jürgen van Schöll sagt: „Der Arbeitskreis hat sich zu einer Ideenschmiede entwickelt, auch wenn die Umsetzung dieser Ideen nicht immer einfach ist.“ Nur durch die Zusammenarbeit aller könne man das Stadtfest weiter entwickeln.

Neben den Neuerungen gibt es aber auch wieder viele vertraute Programmpunkte. Rund 90 Schausteller und Markthändler sorgen am Hafen mit ihren Fahrgeschäften – darunter auch wieder das Riesenrad – und Ständen für viel Trubel. Der Südhafen wird dabei zur Open-Air-Bühne für junge Leute. Besondere Höhepunkte sind dort am Donnerstag eine Lasershow zur Disco und am Sonnabend eine Kinderdisco. Während am Südhafen ein Disjockey die Musik vom „Plattenteller“ steuert, gibt es am Nordhafen ausschließlich Live-Musik für „die reifere Jugend“, wie van Schöll die Zielgruppe nennt. Dort tritt unter anderem ein Helene-Fischer-Double auf. „Es sind vor allem Künstler aus der Region, die wir hier präsentieren und die wir durch diese Auftritte fördern wollen“, sagt van Schöll. Keine Heringstage ohne Feuerwerk – so auch in diesem Jahr. Am Freitag soll ab 22.45 Uhr der nächtliche Himmel über der Schlei in bunten Farben erstrahlen. Und noch ein Element kehrt zurück, das bei vielen zuletzt vermisst wurde. Die Marine will dieses Mal wieder mit dem Minenjagdboot „Herten“ im Südhafen Flagge zeigen. Täglich von 10.30 bis 16 Uhr ist dort „Open Ship“ angesagt. Und für Marinekenner noch eine Notiz am Rande: Die „Herten“ war früher einmal in Olpenitz stationiert.

Um das Fest wieder mehr im Bewusstsein in der Stadt zu verankern, unterstützen auf Initiative von Lars Meyborg mehr als 60 einheimische Betriebe die 36. Heringstage durch Werbeaktionen. Für Fest-Organisator Jürgen van Schöll ist das ein schönes Ergebnis: „Früher hatten wir nicht so starken Rückhalt.“

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erstellt am 24.Mai.2014 | 08:30 Uhr

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