Kappeln : Heringstage im Retro-Look

Die Hafenmeile lockt zu den Heringstagen traditionell Zehntausende Menschen an.
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Die Hafenmeile lockt zu den Heringstagen traditionell Zehntausende Menschen an.

Wasser und Heringszaun stehen im Mittelpunkt: Die 40. Auflage will sich auf den Kern des Festes besinnen.

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05. Mai 2018, 07:00 Uhr

Ein Retro-Touch lässt sich unschwer erkennen, Plakat und Flyer zu den diesjährigen Heringstagen geben sich in der Aufmachung ein bisschen „old school“. Gedeckte Farben, verschnörkelte Schrift, zurück zum Wesentlichen – so könnte man nicht nur die Optik, sondern auch das Ziel der 40. Auflage des großen Kappelner Festes zusammenfassen. Lara Zemite, Geschäftsführerin der organisierenden Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK), jedenfalls sagt: „Wir wollen uns zum runden Geburtstag darauf besinnen, worum es tatsächlich geht – nämlich den Heringszaun.“ Und so steht zu den vier Festtagen, die an Himmelfahrt, 10. Mai, beginnen, das Element Wasser ganz besonders im Mittelpunkt. Und auch die ein oder andere Veränderung.

Sichtbarste Neuerung wird dabei die Wasserbühne sein. Auf einem Ponton schwimmt die acht mal sechs Meter große Bühne auf der Schlei in Höhe des Fährbergs, auftreten sollen dort sowohl Live-Gruppen als auch DJs. „Wir sind gespannt, wie das funktioniert“, sagt Lara Zemite, auch weil sich dahinter natürlich eine zusätzliche Herausforderung für die Wasserschutzpolizei und die DLRG verbirgt. Trotzdem: Ein schöner Nebeneffekt: Wer auf die Bands auf der Wasserbühne blickt, hat ganz unwillkürlich auch den Heringszaun im Auge. Dort steigt am Eröffnungstag wie immer die Heringswette, im Anschluss startet die Auslaufparade der Traditionssegler vom Museumshafen – in diesem Jahr moderiert vom Museumshafen-Verein.

Etwas weiter weg von der Schlei, dafür mitten in der Stadt, wird die zweite Bühne aufgebaut: Auf dem Deekelsenplatz treten Musiker auf, die sich, so Zemite, „an ein gehobeneres Publikum richten“. Klavier, Saxofon, Folk, Jazz von Künstlern aus der Region – „damit wollen wir die Verbundenheit betonen“, sagt Zemite. Außerdem zeigt sich der Kappelner Quartettverein ebenfalls auf dieser Bühne. Und vor der Stadtbücherei baut die Rudervereinigung ihre Ruderergometer auf und fordert die Menschen zu sportlicher Betätigung auf.

Verzichten müssen die Fest-Besucher derweil auf die „Haifisch-Bar“ und die Bühne am Südhafen. Am Südhafen läuft der Abriss der alten Hallen des Getreidespeichers, sodass ein erheblicher Teil der Veranstaltungsfläche entfällt. Gleiches gilt für einige Fahrgeschäfte. Wer große Höhen mag, ist dort aber am Sonnabend dennoch richtig: Der vom Kappelner Unternehmen Profundus gesponserte sh:z-Ballon ermöglicht es, aus etwa 35 Metern einen besonderen Blick auf die Heringstage zu erhaschen. Am Himmelfahrts-Tag können an diesem Ort indes die Bollerwagen abgestellt werden.

Wiederbelebt wird der Flohmarkt in der Mühlenstraße am Sonntag. Wer als privater Anbieter noch mitmachen möchte, kann sich bei der WTK, Tel. 0 46 42 / 92 16 27, melden. Daneben bringen sich laut Lara Zemite auch ansässige Geschäfte in die Gestaltung mit ein – „über diese Initiative bin ich sehr froh“, sagt die WTK-Geschäftsführerin, die sich mit Live-Musik von „Grünschnabel“, dem Spielmobil der Freikirchlichen Gemeinde, Kasper-Theater, Disco und einem Luftballonkünstler auch wieder auf ein umfangreiches Kinderprogramm freut. Ersetzt wird derweil das traditionelle Feuerwerk am späten Freitagabend: Stattdessen steht der Heringszaun in Flammen.

Einen besonderen Reiz soll schließlich noch der Sonntag ausüben. Normalerweise endet der mittägliche Umzug der aktuellen und früheren Heringskönigs-Paare in der „Haifisch-Bar“. In diesem Jahr aber zieht der Tross zur Wasserbühne, wo die Besucher gemeinsam mit dem Heringskönigs-Paar 2018 ein Quiz rund um den Brotfisch der Schlei spielen. Lara Zemite sagt: „Die Menschen können mitmachen und nebenbei auch etwas über den Heringszaun lernen.“ Und zum Abschluss gemeinsam das Kappeln-Lied singen. Kappeln, Hering, Heringszaun – eben zurück zum Wesentlichen.

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