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Port Olpenitz : Helma war nicht der Wunschkandidat

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Mehrheit sprach offenbar eine andere Sprache: Kappelns Stadtvertreter hätten sich einen anderen Port-Olpenitz-Investor gewünscht.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2013 | 07:30 Uhr

Erleichterung und Hoffnung, dass es weitergeht, sind da, doch  die Helma Ferienimmobilien GmbH ist offensichtlich nicht der Wunschkandidat der Stadtvertretung für Port Olpenitz gewesen. Das Gremium soll sich mehrheitlich bei einem Meinungsbild in Anwesenheit des Insovenzverwalters Dr. Rainer Eckert für die Kieler Planet-Haus AG ausgesprochen haben. Die Entscheidung selbst hatte letztlich aber der Insolvenzverwalter  in Abstimmung mit der Gläubigerversammlung zu treffen.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Norbert Dick, sagt zu der  Wahl von Helma: „Wir als Grüne hätten die Planet-Haus AG oder die Eberhardt-Werft präferiert.“ Generell hätten die Grünen ohnehin lieber eine Lösung mit mehreren Investoren gesehen, um das Risiko zu streuen. Dick: „Nun müssen wir als Stadt aufpassen,  das Projekt in die richtigen Bahnen zu lenken, damit nicht die gleichen Fehler gemacht werden wie damals.“ Die damalige Konzeption sei von der Größenordnung einfach zu mächtig gewesen.

CDU-Fraktionschef Matthias Mau  meint: „Wir sind gespannt auf das, was da jetzt kommt. Das ist eine neue Situation.“ Mau sieht  die  städtebaulichen Verträge wie auch den B-Plan als Trümpfe in Händen der Stadt. „Mir ist ganz wichtig, dass wir  genug Lokalkolorit haben. Wir werden sehen, wie wir das mit der Helma hinkriegen“, sagt er. Dabei kommt es ihm darauf an, dass möglichst viel von dem investierten Geld auch in der Region bleibe. 

Für die LWG erklärt deren Fraktionsvorsitzender Michael Arendt: „Wir freuen uns, dass das Insolvenzverfahren der Port Olpenitz GmbH weitgehend abgeschlossen werden kann und die Gläubiger noch eine Chance haben, dass ihre offen stehenden Forderungen erfüllt werden. “ Die Ausführung des B-Plans wie auch die Erfüllung der städtebaulichen Verträge werde man wie bisher mit großer Sorgfalt begleiten. Arendt: „Darüber hinaus hoffe ich auf eine gute Zusammenarbeit mit der Helma Ferienimmobilien GmbH.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Moll  sieht in Helma wie Planet-Haus zwei Unternehmen, die beide ein solch großes Projekt hätten stemmen können. „Wir könnten mit beiden leben,“ sagt Moll. Die Entscheidung hätte aber nicht die Stadtvertretung getroffen. „Wir müssen mit dem leben, was entschieden wurde, und mit der Helma können wir gut leben“, so Moll. Allerdings machte er auch klar: „Wir werden mit Argusaugen darauf achten, was an Aufträgen und Arbeitsplätzen in der Region bleibt.“ In diesem Punkt hätten beiden Unternehmen Zusagen gemacht. 

Sehr kritisch sieht dagegen Christian Andresen die Entscheidung zugunsten der Helma. „Wir vom SSW haben damit extreme Bauchschmerzen, ja fast schon Magenkrämpfe.“ Die Helma habe zu wenig informiert, und auch das touristische Konzept erscheint dem SSW-Fraktionsvorsitzenden nicht schlüssig. Dazu wolle das Unternehmen alle Verträge übernehmen, als ob dies kein Problem sei. „Wieso ist denn zuvor Port Olpenitz pleitegegangen?“, fragt Andresen.  Man müsse nun sehen, wie man das Beste für die Stadt daraus mache.

Generell positiv beurteilt der Vorsitzende des Wirtschaftskreises „Pro Kappeln“, Stefan Lenz, die jüngste Entwicklung in Port Olpenitz. „Es ist wichtig, dass es dort weiter geht, auch für die Menschen, die dort schon investiert haben.“  Für Lenz ist es vorteilhafter, dass es nur einen Investor gibt, sonst bleibe man leichter auf einigen nicht so attraktiven Bauabschnitten sitzen.

Auf Anfrage unserer Zeitung hat sich gestern auch der Staatssekretär im Kieler Wirtschaftsministerium, Ralph Müller-Beck, zu Port Olpenitz geäußert. Der Staatssekretär betonte, dass das Land finanziell nicht an dem Projekt beteiligt sei. Die neue Entwicklung verfolge man im Kieler Ministerium  mit Interesse und hoffe auf positive Impulse für die Region. Müller-Beck: „Vor allem verbinden wir damit die Erwartung, dass der Investor das Projekt touristisch weiter entwickelt.“

Gestern hat sich die Helma in einer Pressemitteilung zu Wort gemeldet. Demnach hat das Unternehmen für Port Olpenitz das Berliner Architekturbüro Stæhr Architekten mit der Übersichtsplanung für das Gesamtgelände auf der Grundlage des vorhandenen Bebauungsplans beauftragt. Die Ferienhäuser und -wohnungen würden von der Helma Ferienimmobilien GmbH in eigener Regie entwickelt und realisiert. Für die Vermietung der Ferienimmobilien werden dagegen „mehrere professionelle Partner zeitnah eingebunden“, wie es in der Mitteilung heißt.

Ursprünglich sollten in Port Olpenitz acht skandinavische Holzhaustypen gebaut werden. Schnell wuchs diese Zahl aufgrund von Kundenwünschen auf 13 an. Nach der Insolvenz des Unternehmens kamen weitere Gebäudetypen, darunter  Reetdachhäuser, hinzu.

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