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Heinz Teufel im Eckernförder Museum: „Das Leben braucht den Tod“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2015 | 16:50 Uhr

Wälder haben die Menschen schon immer fasziniert, besonders wenn sie aus alten und knorrigen Bäumen bestehen. Märchen sind hier entstanden, Sagen und Legenden. Einer dieser „Märchenwälder“ mit bis zu 1000 Jahre alten Bäumen ist der unter Naturschutz stehende Sabawald in Nordhessen. Dort hat sich der Fotograf Heinz Teufel im vergangenen Jahr den knorrigen Weggefährten der Menschen auf die Borke geschaut. Das Ergebnis ist nun im Museum Eckernförde zu sehen. „Waldgeschichten – das Leben verlangt den Tod“ heißt die Ausstellung, die mehr ist als nur bunte Bilder.

Zum einen künstlerisch: Heinz Teufel verwendete einen Art-Filter, eine Software in der Kamera, die Details flächiger darstellt. „Es gibt keine wirkliche räumliche Dimension, Formen und Strukturen werden durch die Vereinfachung verstärkt“, erklärte Kunsthistorikerin Angeline Schube-Focke in ihrer Einführung. Der Fantasie werde freier Lauf gelassen: „In manchen Bildern sieht man Gnome oder Zwerge, in anderen einfach eine bizarre Struktur.“ Heinz Teufel, der Bildhauerei, Grafik und Malerei studiert hat, verbinde die freie Kunst mit der Fotografie.

Die zweite Dimension der Ausstellung ist die Aussage der Bilder selbst. „Das Leben braucht den Tod“ steht in der Überschrift. Alte Bäume bieten jungen Nahrung – und nicht nur ihnen, sondern auch vielen Tieren. Doch der Mensch mit seiner Bewirtschaftung der Wälder, mit seinem Abholzen ganzer Kontinente, hat dies nicht verstanden. Teufel kritisiert einen Satz aus der Bibel: „Macht euch die Erde untertan, seid fruchtbar und mehret euch, habt keine anderen Götter neben mir.“ Dies führe Menschheit und Erde in den Untergang. Die Menschen würden verkennen, dass die Erde ein einziger Organismus sei. „Jede individuelle Existenz kann nur durch den Austausch und die Vernetzung mit allem und allen überleben. Begreifen wir, dass das Leben als ganzheitliche Form des Existierenden den Tod des Individuums braucht. Wenn Bäume sterben, ernähren sie den Wald und all seine Bewohner.“


> Die Ausstellung ist bis zum 15. März zu sehen, Führungen mit Angeline Schube-Focke am 15. Februar und 8. März jeweils um 15 Uhr, Finnissage mit Führung durch Heinz Teufel am 15. März um 15 Uhr

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