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Kappeln : Hauptausschuss hat die Spendierhosen an

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Gymnasium bis Gehwege: Das Gremium genehmigt umfangreiche Investitionen.

Der Hauptausschuss wagte einen Blick in die Zukunft. Auf seiner jüngsten Sitzung im Gymnasium bestritt unter anderem das Roboter-Projekt „Roberta“ der Klaus-Harms-Schule das Vorprogramm. Lehrer Jürgen Kirchmayr und einige Schüler zeigten, wie ein Roboter in Form eines Hundes sich bewegte oder bellte. „Wir machen hier Kappeln 4.0“, entfuhr es dem Hauptausschussvorsitzenden Matthias Mau (CDU) in Anspielung an die Digitalisierung der Industrie.

Und das Zukunftsprogramm ging munter weiter. Der Englisch- und Geschichtslehrer Dr. Jörg Heinke unterrichtete zur Abwechslung mal Kappelner Kommunalpolitiker und demonstrierte ihnen die Möglichkeiten eines multifunktionalen Active Boards, das in den Schulen weitgehend die gute alte Schreibtafel ersetzt. „Sie können ein Bild mit der Hand vergrößern, es beschriften und mit Pfeilen arbeiten“, erläuterte Heinke. Außerdem dient das Active Board als Filmvorführgerät und Leinwand in einem.

Heinkes Vortrag war kostenlos, wenn auch nicht ganz selbstlos. Schließlich stand auf der Tagesordnung des Hauptausschusses auch die Beratung über die Anschaffung von zwölf Active Boards für das Gymnasium. Marc Hoffmann, Systemkoordinator fürs Gymnasium und für den Schulverband, begründete das so: „Damit kann die Schule ihr digitales Profil schärfen.“ Auf Ablehnung stieß der Antrag nicht, allein SSW-Vormann Christian Andresen schlug das Leasing der Geräte vor. Dann wären 64.000 Euro nicht auf einmal zu finanzieren und die Schule hätte immer neue Geräte. CDU-Parteivorsitzende Corinna Graunke wies den Vorschlag zurück: „Durch Leasing kann man nicht sparen. Es immer wirtschaftlicher zu kaufen.“ Bei einer Enthaltung beschloss der Ausschuss die Anschaffung der Active Boards. Darüber hinaus bewilligten die Ausschussmitglieder dem Gymnasium 3000 Euro für eine neue Lichtsteueranlage der Aula, 3500 Euro für Gerätschaften, insgesamt 19.000 Euro für Lehr- und Lernmittel sowie 30  000 Euro für die IT-Ausstattung, darunter zwölf Notebooks für „Roberta“.

Auch ansonsten hatten die Ausschussmitglieder die Spendierhosen an. Die Stadtbücherei erhält im nächsten Jahr eine neue Software für die Medienrecherche im Wert von 5000 Euro. Keinen Diskussionsbedarf gab es bei den 36.300 Euro, die die Ortswehren für Investitionen im neuen Jahr beantragt hatten. Dazu SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Moll: „Unsere Wehren riskieren ihr Leben, wenn sie im Einsatz sind. Ich halte es für selbstverständlich, dass wir sie mit der bestmöglichen Ausstattung versehen.“ Auch die Anschaffungen für den Bauhof in 2016 in Höhe von 76.700 Euro billigte das Gremium.

Die Zusage zu diesen Investitionen fiel den Ausschussmitgliedern um so leichter, als Kämmerer Klaus Blöcker ihnen zuvor eröffnet hatte, dass der Etat 2016 voraussichtlich mit einem Überschuss von 100.000 Euro abschließen wird. Das ist um so bemerkenswerter, als die Schlüsselzuweisungen des Landes im nächsten Jahr um fast 600.000 Euro geringer ausfallen. Nur beim Magistratszimmer im Rathaus strich der Hauptausschuss rund 14.000 Euro für neues Mobiliar. Ein Beamer soll dort aber nach wie vor angeschafft werden. Das passte zum Motto des Abend. Wie sagte doch Ausschussvorsitzender Mau: „Wir machen hier Kappeln 4.0.“ Das Gestühl ist da eher Nebensache.

Weiteres in Kürze:

> Der Hauptausschuss beschloss die Erneuerung zahlreicher Gehwege. Dabei zog er den Gehweg Schanze ins nächste Jahr vor. Die Mühlenstraße soll dagegen erst 2017 erneuert werden. Dies wurde damit begründet, dass die Mühlenstraße bereits in diesem Jahr notdürftig repariert wird.

> Im neuen Jahr schafft die Stadt zehn weitere Abfallbehälter aus Edelstahl an. Dafür werden im Etat 10  000 Euro bereit gestellt.

> Zur Überplanung der Hans-Christian-Andersen-Schule bewilligte das Gremium 30  000 Euro. Das Gebäude ist zur Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen.

 

 

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erstellt am 04.Nov.2015 | 08:00 Uhr

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