zur Navigation springen
Schlei-Bote

20. September 2017 | 13:17 Uhr

Hart ist das Leben auf dem Hühnerhof

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Bei der Züchter-Familie Rosentreter in Neuberend gibt es nicht nur zu Ostern Eier im Überfluss

von
erstellt am 27.Apr.2014 | 15:47 Uhr

Rein eiertechnisch sind Ursula und Ewald Rosentreter bestens ausgestattet. Eier sind in dem Haus in Neuberend allgegenwärtig. Wie viele Hühner auf dem riesigen Grundstück gerade herumflattern, wissen sie selbst nicht ganz genau. Und dann sind da ja noch die Gänse. Und die Enten. Und die Puten nicht zu vergessen.

„Unser Ziel ist es, die seltenen Hühnerrassen zu erhalten“, sagt der 83-jährige Ewald Rosentreter, der lange Jahre Vorsitzender der Rassegeflügelzüchter zwischen Eckernförde und Flensburg war. Die Leidenschaft begann, als seine Frau Ursula vor mehr als 20 Jahren mit einem ungewöhnlichen Huhn nach Hause kam, das fast so groß war wie ein Wasserball – ein gelber Orpington. Seitdem gehört Geflügel zum Alltag bei den Rosentreters – vor allem, seitdem der selbstständige Kürschnermeister im Ruhestand ist. „Man hat es hier mit lebendigen Wesen zu tun. Das ist doch viel besser, als wenn man sich mit Briefmarken beschäftigt“, sagt Rosentreter. Zudem halten die Hühner ihre Züchter mächtig auf Trab: Regelmäßig füttern, den Nachwuchs aufpäppeln – und nicht zuletzt die Ausstellungen. Ursula und Ewald Rosentreter sind Mitglied in Rassegeflügelzüchterverein Eckernförde. Und wer da Pokale gewinnen will, der muss schon etwas Besonderes anbieten. „Die Wertungsrichter achten nicht nur auf den Körperbau, die Struktur des Gefieders und die Form des Kammes – sogar die Farbe der Füße spielt eine Rolle. Um den vorgeschriebenen Kriterien möglichst nahe zu kommen, ist einiger Aufwand notwendig. Gelber Orpington ist nicht gleich gelber Orpington – im Garten der Rosentreters gibt es abgetrennte Bereiche für die einzelnen Zuchtlinien, damit sich nichts unbeabsichtigt vermischt.

Getrennt sind auch die Zuständigkeiten: Ewald Rosentreter kümmert sich um die gelben Orpington, Ehefrau Ursula um die gelb-schwarz gesäumten. Im Laufe der Jahre haben die Züchter neben den großen Tieren auch noch ganz kleine angeschafft. Die aus England stammenden Sebright gelten als die kleinste Hühnerrasse der Welt. „Die sind was fürs Auge“, sagt Ursula Rosentreter. Die taubengroßen Tiere sind zudem zutraulich und rennen gern quirlig durcheinander.

Die Hühner haben es gut in Neuberend – aber das ist nur eine Seite der Medaille. „Aus den Eiern schlüpfen gleich viele männliche und weibliche Hühner“, erklärt der erfahrene Züchter. Das Problem: Für die Zucht wird nur ein Hahn für jeweils vier bis fünf Hennen benötigt. Und was geschieht mit denen, die übrig sind? Einige werden verkauft, die anderen gegessen – hart ist das Leben auf dem Hühnerhof. Allerdings nur für die Hähne. „Gebraten schmecken die auch gut, aber das ist eher etwas für die jungen Leute. Wir bevorzugen eine schöne Hühnersuppe“, sagt Ursula Rosentreter.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen