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Schlei-Bote

15. Dezember 2017 | 13:48 Uhr

Kappeln/Süderbrarup : Handicap? Na und!

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Bildungsministerin Britta Ernst lobt das schulische Integrationsprojekt „InGe“ in Kappeln und Süderbrarup.

Nach ihrem Besuch des „InGe“-Projekts in der BBZ-Außenstelle Kappeln und der Süderbraruper „Schule am Markt“, zeigte sich Britta Ernst, Landesministerin für Schule und Berufsbildung, von diesem Inklusionsprojekt für Jugendliche mit geistiger Behinderung überzeugt. „Es ist ein ganz beeindruckendes Kooperationsprojekt. Und ich bin sehr berührt von dem Engagement der Lehrkräfte, der Eltern und der Steuerungsgruppe, die sich auf diesen Weg gemacht haben“, erklärte sie gestern. Hier seien Menschen am Werk, die mit Optimismus das Thema „Inklusion“ angingen, um Kindern mit Förderbedarf zu helfen, einen Platz in der Gesellschaft zu finden. „Und das ist einfach Gold wert“, meinte sie. „InGe“ steht für „Inklusion mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung“.

Begonnen hatte der Besuch der Ministerin beim Berufsbildungszentrum (BBZ) in Kappeln, wo Außenstellerleiter Uwe Schürch seinen Teil des Projektes vorstellte. Elf Schülerinnen und Schüler der „Schule am Markt“, einem Förderzentrum für geistige Entwicklung in Süderbrarup, besuchen hier seit Schuljahresbeginn gemeinsam mit anderen Schülern die Lehrgänge in Hauswirtschaft, medizinischer Pflege und Metall. Weitere Schüler aus Sterup sollen folgen. Ziel ist es – falls möglich – am ersten Arbeitsmarkt eine Alternative zur Werkstatt für behinderte Menschen zu finden. Probleme gibt es dabei keine. „Ich habe noch nie mitbekommen, dass es Streitigkeiten oder Schwierigkeiten gab“, erklärte Schülersprecherin Lena Zappe. Die neuen Mitschüler seien interessiert und würden sich auch auf dem Schulhof an den Spielen beteiligen. „Ich bin selbstbewusster geworden“, hört man aus den Reihen der behinderten Schüler. Und Schulrätin Gabriele Wiese hat festgestellt, dass sich auch die Einstellung der Betreuer geändert hat: „Sie trauen ihren Schützlingen heute mehr zu!“ Konzepte für den Beginn gebe es nicht. „Man muss sich trauen und anfangen“, lautet ihr Ratschlag.

Verstärkt wurden die Eindrücke durch Besuche beim exklusiven Gruppenunterricht und dem inklusiven Praxis-Unterricht Hauswirtschaft im BBZ sowie der Holzwerkstatt in der Schule am Markt.

Dort fand der zweite Teil des Besuches statt. Schulleiterin Marianne Puzich stellte ihre Institution und die Steuerungsgruppe Inklusion vor. Die Gespräche drehten sich um die Zukunft der Inklusion.

Schulrätin Wiese definierte den nächsten Meilenstein: „Wir brauchen Betriebe, die geeignete Arbeitsplätze gestalten, und ein Überleitungssystem“, forderte sie. Dazu sei eine enge Vernetzung von Schule, Wirtschaft und öffentlicher Hand nötig.

Die Ministerin bestätigte die Schwierigkeit der Aufgabe. „Wir haben noch viele dicke Bretter zu bohren“, meinte sie. Das „InGe“-Projekt mit seiner professionellen Struktur und dem ehrenamtlichen Engagement sei schon vorbildlich. Besser gehe es kaum. Deshalb werde es bereits bundesweit beachtet. Der nächste Schritt sei die Behandlung des Themas auf den regionalen Bildungskonferenzen. Dazu gebe es in Süderbrarup bereits gute Ideen.

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