Investitionen in Gelting : Hackschnitzel-Heizung und Straßenausbau

Auch die ehemalige Hauptschule (Mitte), heute das Geltinger Kulturzentrum, wird künftig mit Nahwärme durch das Hackschnitzel-Heizwerk versorgt.
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Auch die ehemalige Hauptschule (Mitte), heute das Geltinger Kulturzentrum, wird künftig mit Nahwärme durch das Hackschnitzel-Heizwerk versorgt.

Die Gemeinde gibt 140.000 Euro für ein Heizwerk mit nachwachsenden Rohstoffen aus und will die Straße in Richtung Birk ausbauen.

shz.de von
23. Januar 2015, 12:30 Uhr

Im ländlichen Zentralort Gelting sind jetzt die Weichen für neue Investitionen gestellt. Der Haupt- und Finanzausschuss unter Leitung von Bürgermeister Uwe Linde legte anlässlich der jüngsten Sitzung, die ausnahmsweise im Verwaltungsgebäude von Steinbergkirche – in unmittelbarer Nähe zur Amtskämmerei – stattfand, den finanziellen Grundstein für zwei größere Projekte. Zum einen soll im Bereich zwischen der Georg-Asmussen-Schule und dem Peter-Schwennsen-Haus der Bau eines Hackschnitzel-Heizwerks für 140.000 Euro realisiert werden, um für mehrere Gebäude – statt sie mit Öl zu beheizen – künftig die Wärmeenergie mit nachwachsendem und preisgünstem Rohstoff „aus den Knicks“ zu gewinnen. Zum anderen wird ein Anteil von 100.000 Euro für den Ausbau der von Gelting über Goldhöft in Richtung Geltinger Birk führenden Gemeindestraße bereitgestellt. Dabei geht es unter anderem darum, den von Fahrzeugen wie von Fußgängern benutzen Seitenstreifen besser abzugrenzen. Darüber hinaus übernimmt die Kommune die Bürgschaft für die Erschließung des Baugebietes Mühlenfeld III und trägt die Zinsen für den erforderlichen Kredit über 210.000 Euro. Doch das vorgeschossene Geld fließt in die Gemeindekasse zurück, wenn die neuen Bauherren ihre Grundstücke bezahlen. Erschließungsträger ist die TEG Nord Albersdorf.

Amtskämmerer Hauke Scharf hatte bei einer jüngsten Durchsicht des Zahlenwerks noch das Kunststück fertiggebracht, einen Jahresüberschuss von 8800 Euro zu errechnen. Ursprünglich war vom Ausschuss ein Minus von rund 13  000 Euro befürchtet worden. Im Ergebnis- wie im Finanzplan stehen insgesamt 2,729 Millionen Euro zu Buche. Die Hebesätze für die Realsteuern liegen unverändert bei 330/330/350 Prozent. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt beispielsweise das Gewerbesteueraufkommen, das mit 270.000 Euro kalkuliert wird. Der Kämmerer räumte ein: Dieser Etat enthalte „ein Stück Wahrheit, aber die Zahlen sind noch nicht endgültig.“

Bezüglich der Zweitwohnungsabgabe wollten die Ausschussmitglieder wissen, ob auch Einheimische gebührenpflichtig werden, wenn sie ein zweites Haus im Grünen oder in Strandnähe besitzen. Hauke Scharf dazu: Wer ein solches Haus nicht an Urlauber vermietet, sondern selber nutzt, wird zur Kasse gebeten.

Bürgermeister Linde hob positiv hervor, dass durch die Steigerung der Einwohnerzahl auf aktuell 2005 Menschen, 50 mehr als im März vorigen Jahres, die Schlüsselzuweisungen des Landes gestiegen seien. Dabei verhehlte er nicht seine Kritik am Statistischen Landesamt, das hinter dem Ergebnis der Fortschreibung aus dem Einwohnermeldeamt ziemlich weit hinterherhinke. Zumindest seien den Geltingern wieder jene 70 Bürger gutgeschrieben worden, die ihnen vor Jahrzehnten nach der Stilllegung der ehemaligen Marine-Fernmeldegruppe auf der Sandkoppel (Gemeinde Nieby) fälschlicherweise abgezogen wurden.

Der Hauptausschuss rügte im weiteren Sitzungsverlauf die Verfahrensweise der Kappelner Schulverwaltung, die trotz wiederholter Aufforderung über die Zahlen der Geltinger Gastschüler im Gymnasium wie in der Gemeinschaftsschule keine exakten Unterlagen, sondern lediglich Gesamtrechnungen vorlege. Der Vorwurf: Es fehle die notwendige Transparenz, zumal die Kosten pro Schüler einen sehr hohen Level erreicht hätten. Im Klartext: Laut Kämmerer Scharf wurden 2014 für den Besuch der Kappelner Gemeinschaftsschule 2050 Euro pro Kind erhoben, für den Besuch der Klaus-Harms-Schule 1880 Euro. Die Rechnungen bezahlte das Amt. Um Kosten zu sparen, hilft nach Auffassung der Mandatsträger nur eines: Die Eltern müssten ihre Kinder stattdessen lieber in der amtseigenen Gemeinschaftsschule in Sterup anmelden, „denn dort werden ja keine Gastschulbeiträge fällig“.


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