Bilanz 2014 : Gutes Jahr für den Kappelner Arbeitsmarkt

Die Unter-25-jährigen profitierten stark von der Konjunktur des Jahres 2014. In Kappeln nahm die Arbeitslosigkeit in dieser Gruppe um 26,3 Prozent ab.
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Die Unter-25-jährigen profitierten stark von der Konjunktur des Jahres 2014. In Kappeln nahm die Arbeitslosigkeit in dieser Gruppe um 26,3 Prozent ab.

Die Arbeitslosenquote sank innerhalb eines Jahres von 9,3 auf 8,8 Prozent.

shz.de von
08. Januar 2015, 07:30 Uhr

Die Arbeitslosenzahlen für Dezember lassen in der Regel auf sich warten. Das liegt zum einen an den Feiertagen, zum anderen beinhaltet diese letzte Statistik des Jahres auch die Bilanz für die vergangenen zwölf Monate. Und die kann sich im Falle der Region Kappeln durchaus sehen lassen.

1256 Personen waren hier im Dezember arbeitslos. Das sind 81 weniger als im Dezember 2013. Die Arbeitslosenquote sank im gleichen Zeitraum von 9,3 auf 8,8 Prozent. Damit liegt die Geschäftsstelle Kappeln zwar im Agenturbezirk Flensburg, zu dem neben der kreisfreien Stadt Flensburg auch die Kreise Schleswig-Flensburg und Nordfriesland gehören, an letzter Stelle. Doch der Rückgang um 6,1 Prozent innerhalb eines Jahres ist an der Ostküste des Agenturbezirkes der höchste und liegt auch über dem durchschnittlichen Rückgang von 5,6 Prozent innerhalb des gesamten Agenturbezirkes. Auch bei den sozialversicherungspflichtigen Stellen gab es eine positive Entwicklung. Hier waren im Dezember
70 Jobs zu vergeben, das sind 27 mehr als noch im Vorjahresmonat.

Insgesamt wäre die Bilanz noch besser ausgefallen, wenn es nicht in diesem Monat einen spürbaren saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit gegeben hätten. Dies betrifft allerdings den gesamten Agenturbezirk. Hatte es im November schon Entlassungen in den Bereichen Gastronomie und Hotellerie gegeben, so gab es jetzt weitere in dieser Branche sowie aufgrund der kälteren Witterung auch Kündigungen im Garten- und Hochbau. Im Agenturbezirk stieg die Zahl der Arbeitslosen von November auf Dezember um 775 Personen auf 18.043. Das entspricht einer Zunahme um 4,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg hier von 7,2 auf 7,5 Prozent.

In der Region Kappeln vergrößerte sich die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum November um 31 Personen. Das entspricht einem Anstieg von 2,5 Prozent und der fällt somit niedriger aus als im Agenturdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote stieg von 8,6 auf aktuell 8,8 Prozent.

In allen Altersgruppen nahm die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk wie auch in Kappeln im abgelaufenen Jahr ab. Erfreulich ist, dass besonders die jüngeren Arbeitskräfte von der positiven Entwicklung profitieren konnten. Im Gesamtbezirk nahm die Arbeitslosigkeit unter den Unter-25-Jährigen innerhalb eines Jahres um 11,5 Prozent ab. Allerdings stieg sie jetzt von November auf Dezember wieder um 2,1 Prozent an. Im Kappelner Umland fällt das Ergebnis in derselben Altersgruppe im Vorjahresvergleich mit einer Abnahme von 26,3 Prozent noch deutlicher aus. Selbst gegenüber dem November reduzierte sich hier die Arbeitslosigkeit um 1,7 Prozent.

Dafür zeigt sich kaum eine Verbesserung bei den schwerer vermittelbaren Gruppen, wie den Langzeitarbeitslosen oder der 55-Plus-Altersgruppe. Um diese Gruppe scheint die Konjunktur einen weiten Bogen zu schlagen. Die Langzeitarbeitslosen stellen im gesamten Bezirk 42,2 Prozent der Arbeitslosen. Und jeder fünfte Arbeitslose ist 55 Jahre alt oder älter. In der Kappelner Geschäftsstelle fallen die Zahlen noch drastischer aus. Hier sind die Langzeitarbeitslosen mit 55,5 Prozent bei steigender Tendenz in der Mehrheit. Und 21,4 Prozent der Arbeitslosen sind 55 Jahre oder älter. Hinzu kommt, dass in der Kappelner Region fast jeder vierte Ausländer arbeitslos ist. Auch wenn der Leiter der Flensburger Agentur für Arbeit, Hans-Martin Rump, von einem „robusten“ Arbeitsmarkt spricht, wird dieser Gruppen nur eine qualifizierte Fortbildung oder Umschulung weiterhelfen. Und die neuen Stellen, die der Agenturleiter für den Monat Dezember aufführte, werden daran kurzfristig nichts ändern. „Es wurde auch eingestellt“, sagte Rump, um die Dynamik des Arbeitsmarktes selbst im eher tristen Dezember unter Beweis zu stellen, „beispielsweise in Büroberufen und der Altenpflege“.

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