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Arbeitslosenzahlen : Gute Qualifikation sichert den Job

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Beschäftigung nimmt weiter zu. In Kappeln ist jede zweite Person ohne Anstellung ein Langzeitarbeitsloser.

Auf dem Arbeitsmarkt im Norden macht sich die jährliche Frühjahrsbelebung breit. In Kappeln waren im März 1171 Personen arbeitslos gemeldet, 77 weniger (-6,2 Prozent) als noch im Februar. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang von rund 10 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist mit 8,3 Prozent die höchste im Agenturbezirk. Auch im Kreis Schleswig-Flensburg ist die Arbeitslosigkeit auf dem Rückzug. Dort gab es im März 6753 Arbeitslose, 234 weniger (-3,3 Prozent) als im Februar. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies einen Rückgang von 8,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt im Kreis bei 6,6 Prozent.

Die Agentur für Arbeit Flensburg vermeldete für den Monat März 17  512 Arbeitslose in Flensburg sowie in den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg. Damit waren 1040 Personen weniger arbeitslos gemeldet als noch im Februar. Das ist ein Rückgang von 5,6 Prozent. Im Vorjahresvergleich fällt die gute Tendenz noch deutlicher aus. Dort gibt es ein Minus von 1221 Arbeitslosen oder 6,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt agenturweit nunmehr 7,2 Prozent, nach 7,8 Prozent im Vorjahr.

„Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften steigt weiter. In den Bereichen Handel, Tourismus und Gastgewerbe ist eine deutliche Nachfrage nach Arbeitskräften zu verzeichnen“, sagte Reinhold Wellen, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Flensburg. Laut Wellen ist eine gute Qualifikation der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Umgekehrt heißt dies laut Wellen: „Ist kein oder ein Berufsabschluss mit veralteten Kenntnissen vorhanden, steigt das Risiko arbeitslos zu werden und länger zu bleiben an.“ Die Arbeitgeber stellen also bei dem aktuell positiven wirtschaftlichen Umfeld keineswegs wahllos ein, sondern achten auf entsprechende Qualifikationen. Dies erklärt unter anderem, warum trotz steigendem Beschäftigungsgrad auch die Zahl der freien Stellen zunimmt. Auf der anderen Seite ist der Anteil der Langzeitarbeitslosen, die also ein Jahr und länger ohne Beschäftigung sind, nach wie vor recht hoch.

Im Zuge der Konjunktur sinkt die absolute Zahl der Langzeitarbeitslosen zwar. Deren prozentualer Anteil an der Gesamtheit aller Arbeitslosen bleibt aber nahezu unverändert hoch. In der Kappelner Geschäftsstelle machen die 601 Langzeitarbeitslosen mehr als die Hälfte aller 1171 Arbeitslosen aus. Zwar hat deren Zahl im Vergleich zum Februar auch um zwei Prozent abgenommen, doch gegenüber dem durchschnittlichen Rückgang von 6,2 Prozent hinkt diese Gruppe deutlich hinterher. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es in der Region 101 weniger Langzeitarbeitslose, das ist ein Minus von 14,4 Prozent. Doch machten die Langzeitarbeitslosen damals 54 Prozent aller Arbeitslosen aus, so sind es heute noch 51,3 Prozent. Das ist im Agenturbezirk ein Spitzenwert. Und im März 2013 wies die Kappelner Geschäftsstelle für den Anteil dieser Gruppe noch einen Anteil von 39,7 Prozent aus. Aktuell beträgt der Durchschnittswert aller Geschäftsstellen 39,9 Prozent. Christian Groborsch, Pressesprecher der Agentur, sagte dazu: „Wir bieten verschiedene Programme an, die nicht nur der Weiterbildung, sondern auch der Auffrischung beruflicher Kenntnisse dienen.“ Das sei besonders für Menschen interessant, die länger ihren Beruf nicht ausgeübt hätten. „Diese Kunden können sich so fit für den Arbeitsmarkt machen“, so Groborsch.

Das Thema Qualifikation macht sich auch bei der Ausbildungssituation bemerkbar. Zu Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2015 meldeten sich im Agenturbezirk 2993 Bewerber für eine Lehrstelle. Demgegenüber gab es 2643 Berufsausbildungsstellen. Ende März waren noch 1831 Bewerber unversorgt und 1644 Ausbildungsstellen unbesetzt. Das ist jeweils ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Besonders auffällig ist dabei die Steigerung von 10,6 Prozent bei den unbesetzten Berufsausbildungsstellen. Groborsch führte dies darauf zurück, dass die Jugendlichen versuchen, ihre Wunschberufe zu ergreifen. Doch sei dabei die Nachfrage nicht mit dem Angebot in Deckung zu bringen. In der Region Kappeln überwiegt derzeit sogar das Angebot der 255 Ausbildungsstellen die Zahl der 167 gemeldeten Bewerber. Doch auch dort klafft die Schere von gesuchten und angebotenen Jobs auseinander. So suchen etwa 33 Jugendliche einen Beruf im Verkauf, obwohl in der Region nicht einmal zehn angeboten werden. Doch Groborsch zeigte sich zuversichtlich, dass viele Ausbildungsplätze noch besetzt werden. „Mit zunehmendem Ende des Beratungsjahres“, sagte er, „werden die Jugendlichen offener für Alternativen“.

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