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Touristinfo Kappeln : Gütesiegel für die Mühle „Amanda“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Deutsche Tourismusverband zertifiziert die Qualität der Anlaufstelle für Urlauber. Aber: Die schlechte Beschilderung außerhalb der Stadt bleibt ein Mangel.

Es steht für Qualität, für ein breites Leistungsspektrum, für ein ehrliches Interesse am Gast – das „rote i“ ist das Siegel, das der Deutsche Tourismusverband (DTV) nur nach eingehender Prüfung und vor allem nicht an alle Tourismusinformationen vergibt. Insgesamt 40 Kriterien umfasst der Leistungskatalog, den der DTV sehen möchte, 15 davon sind ein absolutes Muss, um das Siegel zu erhalten. Schon 2011 hatte der Tourismusservice der Ostseefjord Schlei GmbH (OFS) in der Mühle „Amanda“ mit 82,5 von 120 Punkten das „rote i“ am Eingang zur Mühle anbringen dürfen. Jetzt, drei Jahre später, stand die Wiederholung der Prüfung an – das Ergebnis: 86 Punkte und die Gewissheit, das „rote i“ zumindest bis 2017 weitertragen zu dürfen.

Vorausgegangen war ein sogenannter „Mystery-Check“. OFS-Vertriebsleiter Harald Pohl hatte um die neuerliche Prüfung gebeten – wen und vor allem wann der DTV einen Tester schicken würde, blieb dabei ein Geheimnis. Schließlich geht es darum, die Abläufe in einer TI so authentisch wie möglich zu erleben. Es war ein Herr gehobenen Alters, der dann irgendwann vor Anna Grau saß, die Leiterin des Tourismusservice Kappeln hatte erst gut zwei Monate zuvor ihren Dienst angetreten. Geschätzte 20 Minuten hat er Fragen gestellt, „die sonst vielleicht zehn Gäste über den ganzen Tag verteilt stellen“, erinnert sich Grau. „Und trotzdem habe ich nicht einen Augenblick daran gedacht, dass das ein Prüfer sein könnte. Man stolpert einfach nicht drüber.“ So habe der Pseudo-Gast etwa eine Unterkunft für zwei Familien gesucht, gerne barrierefrei und wollte auch gleich noch jede Menge über die Umgebung wissen. Grau sagt: „Ich musste schon einiges nachblättern.“ Nachdem er sich schließlich zu erkennen gegeben hatte, folgte ein geführter Rundgang durch die Mühle, der Prüfer fotografierte und dokumentierte. Und mit dem Prüfbericht, der einige Zeit später auf Harald Pohls Schreibtisch landete, ist die OFS durchaus zufrieden.

Neben dem unmittelbaren Kontakt zur Tourismus-Expertin – 20 Minuten, in denen Anna Grau ganz offenbar punkten konnte – zählte der DTV-Tester beispielsweise das seit 2011 hinzugekommene Kartenmaterial der OFS, etwa für Stadtrundgänge oder Wanderwege, oder die Audio-Guides, die Kooperation mit der Angelner Dampfeisenbahn, das neue Segelangebot mit dem Traditionssegler „Flinthorn“ als Plus des OFS-Angebots. „Angetan war er auch von den Exponaten des Schleimuseums, die im zweiten Obergeschoss der Mühle stehen“, sagt Harald Pohl. Ohnehin höre man immer wieder von Gästen, dass die musealen Ausstellungsstücke gut zur Mühle passten, das Interesse daran jedenfalls sei groß – „so groß, dass wir eigentlich jemanden abstellen müssten, der etwas zu den einzelnen Exponaten erklären kann“, sagt Pohl. Vielleicht ist auch dieser Wissensdurst der Gäste dafür verantwortlich, dass allein im August teils mehr als 400 Menschen am Tag die Mühle aufgesucht haben. Insgesamt spricht Pohl von 8300 Besuchern in jenem Monat – ein Umstand, der auch schon mal für einen Stau sorgen kann.

Und eben das war ein Ansatzpunkt für den DTV-Prüfer, die OFS auf einige Mängel hinzuweisen. So ließe sich beispielsweise Wartenden mithilfe eines Multimedia-Informationssystem die Zeit verkürzen. Im Idealfall könnte dieser Infoterminal Gästen die Chance bieten, einige Informationen selber herauszusuchen, parallel dazu können die Imagefilme der OFS über die Bildschirme flimmern und Lust auf die Region machen. Bereits in Arbeit ist ein Schaukasten, der Besuchern auch außerhalb der Öffnungszeiten der Mühle die Gelegenheit gibt, freie Unterkünfte zu erkennen und gleichzeitig Kartenmaterial vorhält. Daneben wünscht sich der DTV eine bessere Ausschilderung – sowohl innerhalb der Stadt als auch außerhalb auf den Einfallstraßen –, die auf die Touristinfo hinweist. Damit verbunden war die zarte Andeutung des DTV, dass eine Touristinfo in Kappeln wohl grundsätzlich besser am Hafen untergebracht sei – ein Mangel, der wohl einer bleiben wird. Gleiches gilt für die nur sehr eingeschränkte Barrierefreiheit der alten Mühle. Aber: Gäste, die keine Treppen laufen können, können im Erdgeschoss eine Klingel betätigen und so den TI-Mitarbeitern vermitteln, dass sie unten warten.

Insgesamt verspricht sich die OFS vom erneuten Gütesiegel eine Orientierungshilfe für Urlauber. Das „rote i“ soll signalisieren: Der Gast darf beste Service- und Informationsqualität erwarten. Bürgermeister Heiko Traulsen, dem der Prüfbericht ebenfalls vorliegt, jedenfalls ist überzeugt davon, dass Gäste die geprüfte Qualität registrieren und honorieren. „Der Gast wird immer anspruchsvoller, sowohl was seine Unterkunft als auch was sein breit gefächertes Informationsbedürfnis angeht“, glaubt Traulsen. „Eine qualitativ hochwertige TI ist daher ein absolutes Aushängeschild für die Stadt und die Region.“

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erstellt am 15.Sep.2014 | 07:30 Uhr

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