Kieholm und Gelting : Grundschulen müssen an einen Tisch

Amtsvorsteher Thomas Johannsen (r.) freut sich über das  Engagement der neuen Schiedsleute   Susanne Christopersen und Hartwig Häger.
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Amtsvorsteher Thomas Johannsen (r.) freut sich über das Engagement der neuen Schiedsleute Susanne Christopersen und Hartwig Häger.

Der Amtsausschuss wirft den Rettungsanker: Die Grundschulen in Gelting und Kieholm sollen ein Konzept für eine eventuelle organisatorische Verbindung erarbeiten.

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07. Juni 2014, 16:45 Uhr

Das Amt Geltinger Bucht hat als Schulträger die Grundschulen Kieholm und Gelting aufgefordert, ein gemeinsames Konzept für eine „eventuelle organisatorische Verbindung“ zum Schuljahresbeginn 2015/2016 vorzulegen. Dies ist der Kernpunkt eines ohne Gegenstimme gefassten Beschlusses des Amtsausschusses auf seiner jüngsten Sitzung in Steinbergkirche. In einem Zusatz ist festgeschrieben, dass Amtsvorsteher Thomas Johannsen ermächtigt wird, nach Rücksprache mit den Bürgermeistern Uwe Linde (Gelting) und Hans-Heinrich Franke (Hasselberg) beim Kieler Bildungsministerium einen Antrag auf die organisatorische Zusammenlegung „sofort zu stellen, sobald zu erkennen ist, dass beide Schulen die Vorgaben der Mindestgrößenverordnung (80 Schüler) nicht mehr erfüllen können“. Das geforderte pädagogische Konzept soll spätestens im November erarbeitet werden. Die für den Kreis zuständige Schleswiger Schulrätin fungiert dabei lediglich als Beraterin.

Beide Grundschulen laufen Gefahr, in absehbarer Zeit die benötigten Schülerzahlen nicht mehr vorweisen zu können. Nach aktuellem Stand der Anmeldungen wird davon ausgegangen, dass im kommenden Schuljahr in Kieholm 79 und in Gelting 83 Grundschüler unterrichtet werden. Sollten demnächst beide Schulen unter das Limit fallen, kommt laut Amtsvorsteher „eine dritte Schule ins Spiel“. Sterups Bürgermeister Wolfgang Rupp sprach bereits von der Notwendigkeit zu einer „großen Lösung“, in die auch die Grundschulen von Steinbergkirche und Sterup einbezogen werden könnten.

Zu Sitzungsbeginn wies eine große Mehrheit einen Antrag von Hasselberg auf Absetzung des strittigen Punktes von der Tagesordnung zurück. Franke beklagte, es sei seit Mai vergangenen Jahres die zugesagte Einbeziehung der Lehrer und Eltern in die Schulneuordnung nicht zustande gekommen. Der Gang der Dinge gehe folglich „über die Köpfe der Betroffenen hinweg“. Johannsen wies diesen Vorwurf zurück: Es sei nicht die Aufgabe des Schulträgers, sondern der Schulbehörde, solche pädagogischen Gespräche zu organisieren. „Die Schulen hätten sich schon früher auf den Weg machen sollen“, ergänzte Johannsen.

Vor der Entscheidung meinte Bürgermeister Jörg Theet-Meints aus Rabenholz: „Wir werfen einen letzten Rettungsanker aus.“ Geltings Bürgermeister Uwe Linde sagte: „Für das übernächste Schuljahr sehe ich dringenden Handlungsbedarf“, und Hans-Walter Jens (Kronsgaard) befand: „Wir sollten den Ball an die Schulen und Eltern geben und abwarten.“ Amtsvorsteher Thomas Johannsen kündigte an, er werde künftig in regelmäßigen kurzen Abständen die aktuellen Schülerzahlen der Grundschulen Kieholm und Gelting abfragen.

In geheimer Wahl wurde die Angestellte Susanne Christophersen (54) aus Niesgrau mit 17 Stimmen vor dem Ex-Diplom-Kaufmann Hartwig Häger (64; 13 Stimmen) als Schiedsfrau für den Amtsbezirk Steinbergkirche gewählt. Beide erklärten, sie wollen sich bei den Gerichtsterminen abwechseln. Für Gelting bleibt die Justizangestellte Barbara Scheppler aus Maasholm als einzige Schiedsfrau in diesem Amt.

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