"Reise in die Unterwelt" : Grünes Licht für Windpark Uelsby

Eine Bürgerbeteiligung an einer der vier geplanten Anlagen ist möglich, denn sie soll durch eine Bürgergesellschaft betrieben werden.

Avatar_shz von
02. März 2013, 08:37 Uhr

Uelsby | Zu einer "Reise in die Unterwelt" lud Bauingenieur Boyke Elstner die Mitglieder der Gemeindevertretung Uelsby ein. 1300 Meter Kanalnetz waren gefilmt worden und hatten ausgewaschene Betonrohre sowie Undichtigkeiten an Kunststoff- und Tonrohren offenbart. Doch insgesamt fiel das Ergebnis wesentlich positiver aus als erwartet worden war. Nur acht der 33 Haltungen - so nennt man die Abschnitte zwischen zwei Kanalschächten - weisen Schäden auf. Und nicht alle müssen beseitigt werden.

Im ersten Schritt soll nun die Leitung am alten Schulhof durch das Einziehen eines Kunststoffschlauches saniert werden. Außerdem wird die Abwasserleitung vom Sanatorium zur Hauptleitung im offenen Verfahren saniert. Für diese Arbeiten ist genug Geld in den entsprechenden Rücklagen vorhanden. Weitere Schäden sollen erst nach Aufbau einer Sanierungsrücklage beseitigt werden. Einmalzahlungen der Anlieger sind nicht vorgesehen.

Eine der vier auf Uelsbyer Gemeindegebiet geplanten Windkraftanlagen soll durch eine Bürgergesellschaft betrieben werden. Die Gemeindevertretung legte dazu den Kreis der Teilnahmeberechtigten und die Startbedingungen fest: Jeder volljährige Bürger mit Erstwohnsitz in Uelsby - Stichtag 1. Januar 2013 - kann sich gegen eine Zahlung von 500 Euro an dieser Gesellschaft beteiligen. Das Gleiche gilt für alle Böklunder und Struxdorfer, die ihren Wohnsitz im Umkreis von 850 Metern um einen der geplanten Standorte haben. Bürgermeister Hartmut Lund betonte, dass es sich bei dieser ersten Zahlung um Risikokapital handle, das für die Planung und Ähnliches verwendet werde.

Es könne bei Einstellung des Projektes ganz oder teilweise verloren gehen. Bei Realisierung des Projektes werde es auf die Einlagen angerechnet, deren Mindesthöhe dann 1000 Euro betrage. Jeder berechtigte Bürger werde über diese Regelung noch schriftlich informiert. Außerdem werde für die Berechtigten noch eine Informationsveranstaltung abgehalten. Die Gemeindevertretung legte fest, dass sich die Gemeinde auch an der Bürgergesellschaft beteiligt und bewilligte die notwendigen 500 Euro.

Die Genehmigung der Jahresrechnung verlief erfreulich: Statt des vorhergesagten strukturellen Defizits von 31.300 Euro konnten dem Vermögenshaushalt 18.960 Euro zugeführt werden. Und der Verkauf eines Gemeindehauses ließ den Sollüberschuss auf 181.430 Euro ansteigen. Die Rücklage kletterte damit am Jahresende auf 320.849 Euro.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen