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Kappeln : Grüne gegen Förderung auswärtiger Projekte

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Stadtvertretung beschließt finanzielle Unterstützung der Eckernförder Eisenbahnfreunde für den Bau eines Kreisbahn-Modells.

Soll die Stadt den Treff Eckernförder Eisenbahnfreunde (TEE) beim Bau eines Modells der Kreisbahn Eckernförde - Kappeln aus dem Jahr 1951 unterstützen? In der Stadtvertretung sorgte diese Frage nochmals für einigen Gesprächsbedarf, besonders bei den Grünen. Bereits der Hauptausschuss hatte sich erst nach längerer Diskussion dazu durchgerungen, mit 1500 Euro – verteilt auf fünf Jahre – die Eckernförder Eisenbahnfreunde zu unterstützen.

„Wir machen hier eine Haushaltskonsolidierung für Kappeln, genehmigen aber Zuschüsse für außerhalb“, gab Norbert Dick (Grüne) zu bedenken. Damit spielte Dick darauf an, dass beispielsweise den Kappelner Kleingartenvereinen die Zuschüsse für das nächste Jahr gestrichen wurden. Mittlerweile ist klar, dass die Eckernförder Eisenbahnfreunde bereit sind, ihr Modell, zu dem auch die Kappelner Drehbrücke gehören wird, auch in Kappeln aufzustellen. Das hatte der Verein bereits auf seiner Jahresversammlung betont (wir berichteten) und jetzt in einem Brief an Bürgermeister Heiko Traulsen bekräftigt. „Doch gibt es da die Einschränkung, wenn man einen geeigneten Raum findet“, sagte Dick. Und dies ja noch nicht einmal bei dem 18 mal fünf Meter großen Kappelner Modell „Skyline“ der Fall. Dies verrotte nun im Lager. „Wir sollten lieber das Geld für die Kappelner Skyline verwenden, als es nach Eckernförde zu überweisen“, so Dick.

SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Moll hielt dagegen. „Ja, wir machen Haushaltskonsolidierungspolitik, aber nicht mit verschlossenen Augen.“ Bei dem Geld handle es sich um keine große Summe. Zudem sei es ein Beitrag für die Region. Und Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker (CDU) meinte, dass das eine das andere nicht ausschließe. Bürgermeister Heiko Traulsen betonte, dass das Modell nicht verrotte, sondern beheizt untergebracht sei, so dass es jederzeit einsetzbar sei. „Am Aufstellungsort arbeiten wir, da scheint sich jetzt etwas zu konkretisieren.“ Michael Arendt (LWG), der im Hauptausschuss seine Zustimmung von einer Aufstellung des Modells in Kappeln abhängig gemacht hatte, äußerte nunmehr keine Bedenken gegen den Zuschuss. „Der Brief hat die letzten Zweifel ausgeräumt.“ Als Kappelner Aufstellungsort hält Arendt das Rathaus-Foyer oder eine Schule für geeignet. CDU-Fraktionsvorsitzender Matthias Mau schlug vor, das Geld in einem Nachtragshaushalt für 2015 zu platzieren. Die Stadtvertretung genehmigte letztlich die finanzielle Unterstützung des TEE bei zwei Gegenstimmen (Grüne) und einer Enthaltung (CDU) mit großer Mehrheit.

Einstimmig fiel dagegen die Zustimmung zur Haushaltssatzung 2015 aus. Hier zeichnet sich im Ergebnisplan voraussichtlich ein kleiner Überschuss von 28.900 Euro ab. Klarer Schwerpunkt der Investitionstätigkeit in diesem Jahr ist der Brandschutz mit Auszahlungen von 1,253 Millionen Euro und erwarteten Zuschüssen von 622.000 Euro. Im Hauptausschuss fiel daher schon das geflügelte Wort, dass es sich bei dem Haushalt 2015 um den Brandschutz-Etat handle. Die Gelder für den Brandschutz werden in erster Linie für das Feuerwehrgerätehaus in Olpenitz, das Schulungshaus in Mehlby und für ein Feuerwehrfahrzeug benötigt. Die Hebesätze für die Grundsteuer A und B legten die Stadtvertreter auf jeweils 390 Prozent fest, für die Gewerbesteuer beträgt der Hebesatz 370 Prozent.

Einstimmig fiel auch das Votum zum Spendenbericht aus. Insgesamt sind rund 34.700 Euro eingegangen, davon etwa 18.500 Euro für Spendwert, rund 11.000 Euro für das Weihnachtshilfswerk, 3850 Euro für die Flüchtlingshilfe und 1500 Euro für das Kinderheim in Ustka.

Weiteres in Kürze:

> Die Stadtvertretung hob den B-Plan Nr. 1 der ehemaligen Gemeinde Olpenitz von 1965 auf, da das damalige Baugebiet am Ehrenmal mittlerweile bebaut ist.

> Für das Grundstück Poststraße 14/16 genehmigte das Gremium den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 77 im beschleunigten Verfahren.

> Zum Gemeindewahlleiter für die in diesem Jahr anstehende Bürgermeisterwahl benannten die Stadtvertreter den abwesenden Büroleitenden Beamten Jörg Exner.

> Für die 6. Änderung des B-Planes Nr. 65 „Port Olpenitz“ im südlichen Bereich der Nordhalbinsel erfolgte der Satzungsbeschluss. Es geht hierbei um die Versetzung des Prädatorenzaunes in nördlicher Richtung.

> Im nördlichen Teil des Ostseeresort Olpenitz wird es neben „Schleidamm“ und „Am Yachthafen“ nun mit dem „Albatrosweg“ eine weitere Straße geben. Der „Albatrosweg“ wird parallel zur Straße „Am Yachthafen“ verlaufen. Durch die an dieser Stelle kleineren Grundstücke im Ostseeresort gegenüber Port Olpenitz entstehen mehr Häuser, so dass für deren Anbindung eine zusätzliche Straße benötigt wird.

 

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erstellt am 21.Feb.2015 | 08:30 Uhr

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