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Neugier aufs Handwerk : Großer Andrang bei Handwerkermesse

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

3000 Besucher interessierten sich für Solaranlagen, Badsanierung und vieles mehr und erlebten etliche regionale Betriebe von ihrer innovativen Seite.

Das Interesse war mit rund 3000 Besuchern groß und so gestaltete sich die mittlerweile neunte Handwerkermesse, ausgerichtet vom Zusammenschluss von 14 Betrieben namens „Handwerk eine runde Sache“, zu eben dieser runden Sache. Mit insgesamt 220 Mitarbeitern und 36 Auszubildenden präsentierte sich das regionale Handwerk. Da ging es um Solaranlagen, Multi-Energiespeicher, Heizkessel, Wärmepumpen, Neuheiten für die Badsanierung und auch um Elektromobilität: Auf dem Gelände der Tischlerei Mau gaben sich die Besucher buchstäblich die Klinke in die Hand und erhielten Antworten auf ihre Fragen. Dieser Tag des Handwerks, so war zu hören, lohne jeden Weg nach Kappeln.

Nicht nur, dass die Gorch-Fock-Schule mit dem Bau einer Mini-Phäntomenta viele Blicke auf sich zog, es wurde auch über Ausbildungsmöglichkeiten informiert und Lehrlinge zeigten, was sie können und was ihnen Spaß macht – zum Beispiel vier Azubis der Tischlerei Mau im zweiten und dritten Ausbildungsjahr. Sie demonstrierten das Furnieren, und da gab es viele Neugierige, auch solche, die das einst bei der eigenen Ausbildung zum Tischler gelernt hatten. Der Begriff „Furnier“ stammt vom französischen Wort „fournir” – gleichbedeutend mit „bestücken, beliefern“. Dabei geht es um einen Vorgang, weniger wertvolles Holz mit edleren dünnen Holzblättern zu belegen. Wie das funktioniert, zeigte unter anderem der 22-jährige Lennart Blümel aus Vogelsang-Grünholz, der plant, nach Ende seiner Ausbildung an einem sozialen Wiederaufbauprojekt in Haiti teilzunehmen. Mit von der Partie waren auch der 19-jährige Andreas Richter aus Kappeln, dem für die Zukunft Instrumentenbau oder antike Möbeltischlerei vorschwebt, der 16-jährige Frederic Föh aus Kappeln, der nach Ende der Ausbildung zum Tischler Innenarchitektur oder eine weitere Ausbildung als Zimmermann anpeilt, und der 17-jährige Michael Hansen aus Groß-Quern. Er möchte nach der Lehrzeit das Abitur nachholen und etwas im technischen Bereich machen.

Während sie zeigten, was es mit dem Furnieren, das auch heute noch praktiziert wird, auf sich hat, berichteten sie, wie es funktioniert. Dabei arbeiteten sie mit Knochenleim-Granulat das, im Wasserbad auf 70 Grad Celsius erhitzt, flüssig wird und recht geruchsintensiv ist. Die mit dem Leim bestrichenen Spanplatten als Trägerplatten belegten sie mit 0,5 Millimeter dünnem Furnier: Ahorn, Kirsche, Olive, Rüster. Und es wurde weiter geleimt und die Masse mit einem Furnierhammer in die Platten eingestrichen, bis alles ganz glatt war. Ob Möbel fürs Haus oder fürs Schiff oder auch Treppenstufen: Furniert wird, weil Vollholz nicht nur schwerer, sondern auch teurer ist.

Übrigens hatte ein Geselle der Tischlerei als Ausstellungsstück eine großformatige Weltkarte furniert. Die war schön anzuschauen, hatte aber einen Schönheitsfehler. Wer sie genau betrachtete, merkte irgendwann, dass da irgendwas fehlt. Da hätte man eine Preisfrage draus machen können – denn was da fehlte, war Grönland.

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erstellt am 24.Sep.2013 | 08:00 Uhr

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