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Vernässung : Grödersby sagt Nein zur Lagune

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Bürgermeister stimmte als einziger für die Vernässung der Wiesen. Damit ist die Idee vom Tisch.

Mit seinem „Ja“ zur Idee der Vernässung von Grünflächen zwischen Grödersby und Arnis stand Grödersbys Bürgermeister Helmut Andresen allein auf weiter Flur. Sieben Gemeindevertreter votierten mit Nein, einer enthielt sich seiner Stimme – womit das Thema vom Tisch ist.

Zu Beginn der Sitzung hatte der Bürgermeister deutlich gemacht, dass solche Vernässungen, wie schon in vorhergehenden Gesprächen betont worden sei, europaweit hohe Priorität haben. Auf einen positiven Grundsatzbeschluss folge eine zweijährige Planungsphase mit Untersuchungen, Gutachten und Gebietseingrenzung, aber auch in diesem Zeitraum könne man sich noch immer dagegen aussprechen. Kosten für die Gemeinde würden nicht entstehen. Andresen: „Wenn man jedoch jetzt schon Nein sagt, ist die Projektidee gestorben.“ Und genau das ist nun von Grödersbyer Seite der Fall.

Seit Wochen beschäftigt die Idee mit der Vernässung – die Rede ist von einer Lagune – die Bürger und die Vertretungen in Grödersby und Arnis (wir berichteten). Es gab Beratungen und in Deutschlands kleinster Stadt eine Einwohnerversammlung mit dem Ergebnis, dass erst die Bürger befragt werden sollen, bevor es zu einer Entscheidung komme.

Bevor die Grödersbyer in ihrer jüngsten Gemeinderatssitzung ihre ablehnende Entscheidung fällten, meldeten sich nochmals Gemeindevertreter zum Thema zu Wort. Gerhard Uwe Petersen (KWGG) etwa sagte, er sei zunächst Feuer und Flamme gewesen, doch dann hätten sich Bedenken eingestellt. „Wir helfen der Natur mehr, wenn wir alles so belassen, wie es ist“, lautete Petersens Urteil. Bauliche Eingriffe, wie sie für eine Vernässung auf der Geltinger Birk erfolgten, bezeichnete er für die Niederungen zwischen Arnis und Grödersby als unverhältnismäßig. Deshalb sollte man die Sache nicht weiter verfolgen. Ähnlich äußerte sich Andreas Jürgensen (CDU). „Mein Bauchgefühl hat mich zunächst positiv gestimmt, aber nimmt man den Kopf hinzu, stelltsich Skepsis ein“, sagte Jürgensen. Ernst Arthur Börnsen (KWGG) nannte die Idee „sicherlich interessant“, doch vermisse er ein ausreichendes Hintergrundwissen. Seiner Ansicht nach wäre es richtiger gewesen, erst Gutachten zu erstellen und dann die Gemeinden zu fragen. Und Dirk Thieheuer (CDU) betonte, die Idee anfangs „nett gefunden“ zu haben, doch seine Meinung habe sich geändert.

Diese ablehnenden Ausführungen zusammenfassend, kam der Bürgermeister zu dem Schluss, dass alle Argumente ausgetauscht seien und die Stimmung „mehr oder weniger dagegen“ sei, zumal ihm gegenüber Landeigentümer auch deutlich gemacht hätten, dass sie nicht bereit seien, Grund und Boden für eine Vernässung abzugeben.

Zu Beginn der Sitzung hatte Helmut Andresen darauf hin gewiesen, dass während der Sommerferien in der Kindertagesstätte Habertwedt gebaut werde. Dazu gehören Veränderungen am Parkplatz und im Wickelraum. Zudem sei ein Fluchtweg erforderlich. Die Kosten für all das bezifferte er mit rund 23.000 Euro. Mitte August wird nach den Worten des Bürgermeisters mit der Verlegung einer neuen Gasleitung nach Königstein begonnen. Parallel dazu verschwinden die Überlandleitungen, die Kabel kommen in die Erde.

Ergänzend zu den Informationen des Bürgermeisters berichtete Dirk Thieheuer von einer Sitzung des Kappelner Friedhofausschusses. Der Nachfrage entsprechend sollen anonyme Urnenbestattungen in einem Wall ermöglicht werden. Geplant seien auch ein Gedenkstein und eine Granitpflasterung, in die die Namen der anonym Bestatteten eingraviert werden können. Die Kosten für all das werden mit 5500 Euro kalkuliert. Außerdem sei es um die Absicht der Kirche, sich von Immobilien wie Pastorate und Gemeindehäuser zu trennen, gegangen. In dem Zusammenhang ging es auch um den Vorschlag, das Pastorat in Rabenkirchen in eine Unterkunft für Flüchtlinge umzufunktionieren. Allerdings: Die dafür notwendigen Umbauten würden sehr viel Geld erfordern. Statt Pastorate und Gemeindehäuser zu unterhalten, werde überlegt, von Kirche und Gemeinden gleichermaßen nutzbare Versammlungshäuser zu schaffen. Diesbezüglich werde es noch viele Diskussionen geben, waren sich Thieheuer und der Bürgermeister einig.

Auf einmütige Ablehnung stieß der Antrag, für die Instandsetzung der Eisenbahnstrecke Kappeln-Süderbrarup – es geht um die Weiche in Scheggerott – einen Zuschuss zu gewähren – auch wenn es sich dabei nur um einen Betrag von 85,19 Euro handelte.

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