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15. Landmarkt : Gottorfs große Bio-Party

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Rund 16.000 Besucher strömten gestern bei bestem Wetter zum 15. Landmarkt auf die Schleswiger Schlossinsel.

Professor Claus von Carnap-Bornheim musste einsehen, dass das Wetter einfach zu gut war. So gut, dass gestern nur relativ wenige Besucher des Gottorfer Landmarktes auch einen Abstecher in die Museum-Ausstellungen machten. Doch das störte den Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen nicht. Er zeigte sich mit der Veranstaltung rundum zufrieden. „Es ist schließlich der Tag im Jahr, in dem wir die meisten Menschen auf der Schlossinsel begrüßen. Und diese werden uns positiv in Erinnerung behalten und sagen: ‚Beim nächsten Mal schauen wir uns die Ausstellungen an‘ “, meinte von Carnap-Bornheim.

Fast 16.000 Besucher strömten zur 15. Auflage des Gottorfer Landmarktes – das waren im Vergleich zu den Vorjahren überdurchschnittlich viele. Sie ließen sich Leckereien wie Galloway-Hacksteaks schmecken, informierten sich über das vielfältige Angebot an Bio-Produkten, nutzten die zahlreichen Mitmach-Angebote oder zeigten sich fasziniert von den Hütehund-Vorstellungen.

Familie Schwerter aus Oldenburg (Niedersachsen) hatte Schwierigkeiten voranzukommen. Das lag daran, dass die Kinder Annika (7), Nikola (5) und Till (3) gar nicht genug bekommen konnten von den tierischen Attraktionen. Egal ob Angler Sattelschwein, Husumer Protestschwein oder Angler Kälber – alle mussten bestaunt und gestreichelt werden. „Für Kinder ist das einfach optimal. Viele Bauernhoftiere kennen sie gar nicht“, freute sich Mutter Claudia Schwerter. Ihre Tante Brigitte Brakelmann-Duggen aus Schleswig findet es vor allem wichtig, dass mit dem Landmarkt der Bio-Gedanke regelmäßig ins Bewusstsein gerückt wird. Das meint auch Klaus Majewsky aus Neumünster. Er selbst kaufe nur Bio-Produkte ein, baue zudem im eigenen Garten Gemüse an, erklärte der 65-Jährige.

Wie sich der Öko-Landbau in Schleswig-Holstein entwickelt, das könne er nur schwer vorhersagen, sagte Agrarminister Robert Habeck (Grüne) in seiner Eröffnungsrede. Die Rahmenbedingungen seien schwierig, betonte er mit Verweis auf „Pachtpreise, die davongaloppieren“. Bei seinem Amtsantritt 2012 sei die Öko-Landwirtschaft in Schleswig-Holstein rückläufig gewesen. Im vergangenen Jahr seien immerhin 5000 Hektar Flächen neu hinzugekommen. Damit habe man den Anteil der von Biobauern bewirtschafteten Flächen von 3,5 auf 4 Prozent steigern können. Ziel seien aber 7 Prozent, so Habeck.

Nicht jeden Gast trieb gestern das Bio-Bewusstsein auf die Schlossinsel. So wie Lisa und Matthias Kuhr aus Schleswig, die mit ihrer bald zweijährigen Tochter Alba das tolle Wetter und vor allem das Kinderprogramm genossen. „Alba läuft mit großen Augen rum. Vor allem das Schweinekarussell hat es ihr angetan“, sagte Lisa Kuhr.

Angetan zeigten sich viele Besucher auch vom Angebot des Landestheaters. Der Gesang von Tenor Junghwan Choi etwa sorgte bei mehreren Hundert Zuschauern für echte Gänsehaut-Atmosphäre im Innenhof des Schlosses. Die Kombination von Öko und Kunst – sie funktionierte auch beim 15. Gottorfer Landmarkt hervorragend.

 

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erstellt am 18.Mai.2014 | 18:04 Uhr

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