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Angst vor Koliken : Giftcocktail im Gartenschnitt

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Wegen giftiger Pflanzen macht sich Hans-Jürgen Engel Sorgen um seine Haflinger. Er bittet darum, Gartenabfälle nicht auf Koppeln zu entsorgen.

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erstellt am 21.Mai.2014 | 07:30 Uhr

„Ich bin in großer Sorge um meine Pferde“, sagt Hans-Jürgen Engel. Seit 25 Jahren züchtet er Haflinger auf Koppeln in Bastorf. „In der Pferdeszene spricht man viel über das Unglück in Thüringen, wo Unbekannte Gartenabfälle mit Ästen von Buchs- und Lebensbäumen auf eine Pferdekoppel des Haflinger Gestüts Meura warfen und inzwischen 13 junge Haflingerhengste starben“, sagt Engel. Auch auf seinen Koppeln hat der Züchter schon Gartenabfälle gefunden – und sie noch rechzeitig beseitigen können, bevor seine Pferde davon fraßen.

Aus falsch verstandener Tierliebe und ohne die Gefahren zu kennen, würden Menschen altes Brot, Rasenschnitt oder Strauchschnitt auf die Koppeln werfen. Sie meinten oft noch, sie täten etwas Gutes, wenn sie den Tieren frisches Grün geben, sagt Engel. Aber: Von den Gartenresten können große Gefahren für die Tiere ausgehen, wie eben der Fall aus Thüringen zeigt.

Schon zwei bis drei Stunden später, wenn der klein gehäckselte Schnitt auf einem Haufen liegen bleibt, entwickelt sich Wärme, ein Gärprozess setzt sich in Gang. Wenn dann noch Pflanzenteile von Buchsbaum, Lebensbäumen, Eiben oder auch Rhododendren dabei sind – sie alle enthalten Schadstoffe –, wird den Tieren ein hochgiftiger Cocktail angeboten. „Besonders Pferdemägen sind sehr empfindlich, und es kommt leicht zu Koliken“, sagt Engel. Der frische Grasschnitt wird im Darm nicht weiter transportiert, der ganze Bauch des Tieres verkrampft sich. Zudem, so Engel weiter, ist es möglich, dass sich die Därme verschlingen und es so zur Abschnürung kommt. Die Pferde taumelten dann oder wälzten sich auf dem Boden. „Wenn man das sieht, muss sofort der Tierarzt her, wenn der überhaupt noch helfen kann“, sagt Engel.

Er kann nicht verstehen, wieso die Pferde auf der Koppel überhaupt gefüttert würden. Schon oft hat er auf Schilder darum gebeten, die Tiere aufgrund der Kolikgefahr nicht zu füttern. Leider blieben die Schilder oft nicht lange stehen. Inzwischen hat sich er Züchter angewöhnt, seine Koppeln zu kontrollieren, bevor er seine Haflinger hinauf lässt. Besonders entlang von Wegen und Straßen hat er ein Auge auf mögliche unerwünschte „Futterspenden“ an den Zäunen. Engel: „Die Tiere fressen das angebotene Grün ohne Bedenken.“


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