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Schlei-Bote

24. Oktober 2017 | 06:27 Uhr

Gewerbegebiet: Regional ist Trumpf

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Ämter Schlei-Ostsee und Süderbrarup signalisieren Interesse an gemeinsamen Betriebsansiedlungen / Gelting geht eigene Wege

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2014 | 12:07 Uhr

Die von Bürgermeister Heiko Traulsen vorgetragene Idee eines interkommunalen Gewerbegebietes (wir berichteten) stößt jenseits der Kappelner Stadtgrenzen überwiegend auf Interesse. Das ergab jetzt eine Nachfrage unserer Zeitung bei den größeren Nachbargemeinden der Stadt.

Im Amt Schlei-Ostsee gibt sich die Verwaltung zwar zurückhaltend, weil sie dem Votum der Gemeinden nicht vorgreifen will. Doch dem Vorschlag eines interkommunalen Gewerbegebietes steht Amtsdirektor Gunnar Bock offen gegenüber. „Vorstellen kann ich mir das auf jeden Fall“, sagt Bock. „Die Idee eines interkommunalen Gewerbegebietes macht Sinn, wenn wir über Regionen nachdenken.“ Auch beim Protest gegen Fracking sei man als Region aufgetreten. Derzeit erarbeitet das Amt Schlei-Ostsee Beschlussvorlagen zu der Thematik. Demnach entscheiden die Gemeinden, ob sie der Verwaltung einen Arbeitsauftrag zur Ausarbeitung der Grundlagen eines interkommunalen Gewerbegebietes erteilen sollen. „Erst danach können wir über Inhalte reden“, sagt Bock. Er schätzt, dass dieser Zeitpunkt Anfang des nächsten Jahres sein wird.

Ähnliche Signale kommen aus Süderbrarup. „Einem interkommunalem Gewerbegebiet mit Kappeln stehen die Gemeinde und das Amt Süderbrarup positiv gegenüber“, sagt der Bürgermeister und stellvertretende Amtsvorsteher Friedrich Bennetreu. Kappeln wie Süderbrarup seien Unterzentren. Und wie in Kappeln sei auch in Süderbrarup vergleichsweise wenig Gewerbefläche vorhanden. Bedingungen für eine solche Kooperation möchte Bennetreu nicht stellen, sofern das Gebiet in der Nähe Süderbrarups liege und damit möglichst in der Nähe eines Autobahnanschlusses. Die finanzielle Seite und die Kostenübernahme wird laut Bennetrau ohnehin wohl in einem Zweckverband geregelt. Für Gespräche setzt Süderbrarups Bürgermeister maximal ein Jahr an, dazu kämen weitere zwei Jahre für die Bauleitplanung und Erschließung. „Drei Jahre müssen wir schon von den Fristen her rechnen, früher geht es bestimmt nicht“, sagt Bennetreu, dessen Zeitplan somit mit dem von Traulsen übereinstimmt. Bennetreu sieht in dem Vorhaben gerade für kleinere Gemeinden einen Gewinn. Ohne ein interkommunales Gewerbegebiet hätten kleinere Gemeinden keine Chance für Betriebsansiedlungen. Bennetreu: „Wenn wir das jetzt gemeinsam machen, dann hat das einen erheblichen Vorteil für die Region.“

Geltings Bürgermeister Uwe Linde sieht derweil keine Notwendigkeit, sich den Kappelner Plänen anzuschließen. „Wir erschließen lieber selbstständig ein Gewerbegebiet“, kündigt Linde an, der im Hinblick darauf bereits in engem Kontakt mit der Wirtschaftsförderung- und Regionalentwicklungsgesellschaft Flensburg/Schleswig (Wireg) steht. Gemeinsam mit Rabenholz und Niesgrau soll ein zunächst drei Hektar großes Gelände an der Nordstraße entwickelt werden, mit der Option, das Ganze um das Dreifache zu vergrößern. „Wir sind eine Mittelpunktgemeinde und müssen für den Amtsbereich Gewerbefläche vorhalten“, fasst Linde seine Motivation zusammen – zumal nach seinen Worten unter anderem auch bereits neue Unternehmen Ansiedlungswünsche angemeldet hätten. Eine Konkurrenzsituation zu einem möglichen interkommunalen Gewerbegebiet in Richtung Kappeln erkennt der Geltinger Bürgermeister nicht. Noch in diesem Monat sind weitere Sondierungsgepräche vorgesehen.

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