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Standortfrage : Gewerbeflächen in Kappeln werden knapp

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Kappeln steht in vier Jahren kein Land mehr für Neuansiedlungen zur Verfügung. Die Stadt erhält ab 2015 deutlich höhere Zuwendungen aus Kiel.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2014 | 07:30 Uhr

Wenn in Kappeln von Haushaltskonsolidierung und höheren städtischen Einnahmen die Rede war, dann kam stets auch die Ansiedlung neuer Betriebe ins Spiel. Nicht zuletzt weil die Zuwendungen von außen nur schwer kalkulierbar sind, erscheinen Gewerbesteuereinnahmen von um so größerer Bedeutung. Und tatsächlich ist die Gewerbeflächenansiedlung in Kappeln durchaus bedeutsam. Das zumindest hat Dr. Olaf Krüger, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung- und Regionalentwicklungsgesellschaft Flensburg/Schleswig (Wireg) als Gastredner jüngst im Hauptausschuss behauptet.

Demnach belegt Kappeln gemeinsam mit Kropp im Zeitraum der Jahre 2002 bis 2013 mit 17 Veräußerungen den vierten Rang innerhalb des Wireg-Gebietes. Eine höhere Zahl von Flächenverkäufen gab es nur in Handewitt, Flensburg und Schleswig. Olaf Krüger wies zudem auf den regionalen Schwerpunkt der Neuansiedlungen hin. So erfolgten mehr als 59 Prozent der Neuansiedlungen aus der eigenen Kommune und weitere 31 Prozent aus Gemeinden in einem Umkreis bis 50 Kilometer.

Indes wies der Wireg-Geschäftsführer auch auf einen eklatanten Mangel der Stadt hin. Kappeln hat nach Angaben Krügers einen durchschnittlichen Jahresverbrauch von 0,57 Hektar bei insgesamt rund 2,3 Hektar freier Gewerbeflächen. „Ab 2018 wird das Gewerbegebiet in Kappeln rechnerisch betrachtet voll belegt sein.“ Dabei ist der Bedarf an Gewerbefläche laut Krüger vorhanden. „Kappeln hat eine Bedeutung als Standort und sollte daher Gewerbeflächen perspektivisch vorhalten“, so der Diplom-Kaufmann.

Mit anderen Worten: Der Mangel an freier Gewerbefläche kann in Kappeln zum Engpass bei der Ansiedlung neuer Betriebe werden. Hauptausschussvorsitzender Matthias Mau (CDU) zeigte sich nach den Ausführungen Krügers jedenfalls alarmiert: „2018 ist bald da. Wir müssen auf die örtlichen Betriebe zugehen, um zu sehen, wie hoch der Investitionsbedarf ist.“ Krüger bot dazu Hilfe in Form der Wireg-Datenbank an.

Bis höhere Gewerbesteuereinnahmen mehr Geld in die Kassen spülen, darf die Stadt zunächst mit höheren Zuwendungen vom Land rechnen. SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Moll sagte im Hauptausschuss: „Der Haushaltserlass des Innenministers sieht für Unterzentren mit Teilfunktionen eines Mittelzentrums, und das ist die Stadt Kappeln, ab dem Jahr 2015 eine Zuwendung von 1,369 Millionen Euro vor. Das sind 408.000 Euro mehr als bisher.“ Zudem führte Matthias Mau angesichts eines Besuches des Kommunalen Prüfungsamtes an, dass die Stadt angemahnt worden sei, die Verwaltungsabgaben für das von der Stadt betreute Amt Kappeln-Land bis 2015 neu zu verhandeln. „Dabei wird es um nicht unerhebliche Summen gehen“, sagte Mau.

Bürgermeister Heiko Traulsen machte indes die Gegenrechnung auf. „Ich möchte nur ungern Öl ins Feuer gießen, doch wenn das Land die Ausgaben für die Fläche kürzt und dem Kreis Schleswig-Flensburg dann fünf Millionen Euro wegfallen, dann wird auch die Erhöhung der Kreisumlage wieder ein Thema sein“, sagte der Bürgermeister. Außerdem wies Traulsen darauf hin, dass die Stadt auch mit geringeren Einnahmen durch den Zensus rechnen müsse.

Erfreulich für den Verbraucher wirken sich die guten Betriebsergebnisse der Kläranlage Kappeln aus. Dort hatte sich schon in den vergangenen Jahren eine hohe Rücklage gebildet, sodass nun die Abwassergebühren rückwirkend für das Jahr 2014 und für 2015 von bislang 2,65 Euro pro Kubikmeter auf 2,52 Euro gesenkt werden. Die Ausschussmitglieder beschlossen diese Gebührensenkung einstimmig.

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