Amt Süderbrarup : Gewerbeansiedlung geht alle an

Süderbrarups Amtsvorsteher Thomas Detlefsen blickt optimistisch in die Zukunft.
Süderbrarups Amtsvorsteher Thomas Detlefsen blickt optimistisch in die Zukunft.

Grundschule, Tourismus und ÖPNV: Süderbrarups Amtsvorsteher Thomas Detlefsen benennt die Herausforderungen für dieses Jahr.

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24. Januar 2015, 16:15 Uhr

Das Amt Süderbrarup steht in diesem Jahr vor etlichen Herausforderungen. Amtsvorsteher Thomas Detlefsen sprach mit unserem Korrespondenten Claus Kuhl über die anstehenden Aufgaben. „Ein wesentliches Thema, das uns noch mehrere Jahre begleiten wird, sind die Schulen“, sagt Detlefsen. Man habe sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, zum Schuljahresbeginn 2017/18 eine zentrale Grundschule für das Amt Süderbrarup zu eröffnen. Er geht davon aus, dass noch in diesem Monat der endgültige Standort festgelegt wird. „Dann können wir in diesem Jahr die Bauleitplanung abschließen und 2016 mit dem Bau beginnen“, so sein optimistischer Ausblick. Auch würden in diesem Jahr zwei Schulleiterstellen neu besetzt. Uwe Weidung, der Leiter der Brarup-Schule ist mit Wirkung vom 1. Februar nach Munkbrarup versetzt worden. Seine Stelle wird kommissarisch von Wolfgang Schäfing, dem Leiter der Schleidörferschule, mit übernommen. Außerdem geht Jutta Mroczkowski, Leiterin der Gemeinschaftsschule, im Sommer in den Ruhestand.

Bei der Umsetzung des Paragrafen fünf der Amtsordnung sieht sich Detlefsen in ruhigen Gewässern. Fünf Aufgaben seien beim Amt geblieben. Und die restlichen ehemals vom Amt übernommenen würden über Zweckverbände oder öffentlich-rechtliche Verträge solidarisch mit gleicher Kostenteilung weitergeführt. Änderungen gebe es beim Feuerwehrmusikzug, der jetzt der Freiwilligen Feuerwehr Süderbrarup angegliedert sei und bei der Amtsvolkshochschule, bei der nicht mehr der Amtsvorsteher im Vorstand sitze, sondern turnusmäßig ein Bürgermeister einer Amtsgemeinde.

Die Kindergärten werden über einen Zweckverband gelenkt, der am 29. Januar gegründet wird. „Alle Kindergärten des Amtes werden dann in einen Lenkungsausschuss eingebracht, damit die Gemeinden dort Rückmeldung erhalten“, erklärt Detlefsen. Die Kindergartensituation sei gut. Das Angebot sei vor allem durch U3-Kinder hundertprozentig genutzt. „Aber mit Blick auf den demografischen Wandel muss man die Entwicklung im Auge behalten“, meint er.

Der zweite zum gleichen Termin zu gründende Zweckverband beschäftigt sich mit der Flächenplanung. In diesem sind 13 der 15 Amtsgemeinden vertreten. „Das Thema Gewerbeansiedlung steht bei diesem Verband ganz oben auf der Liste“, erläutert Detlefsen. Noch in diesem Jahr soll eine Befragung aller Gewerbebetriebe zum Thema der künftigen Entwicklung stattfinden. „Wir sind überzeugt, dass bei rund 11 000 Einwohnern im Amt ein gemeinsames Vorgehen bei der Gewerbeansiedlung notwendig ist“, sagt der Amtsvorsteher.

Aufmerksam beobachtet wird im Amt das Nadelöhr Lindaunis-Brücke. „Wenn dieses Projekt nicht in den Maßnahmeplan des Landes aufgenommen wird, werden wir wirtschaftlich abgehängt“, glaubt Detlefsen. Und das würde sich das Amt nicht gefallen lassen. Auch eine Breitbandversorgung mit maximaler Übertragungsrate sei eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Doch ein flächendeckender Glasfaseranschluss der Teilnehmer bedeute einen hohen Finanzaufwand. „Aber das soll uns nicht davon abhalten, das auch hinzukriegen“, lautet seine optimistische Prognose.

Bei der Anpassung an den demografischen Wandel schreibt er dem öffentlichen Personennahverkehr eine Schlüsselfunktion zu. Der Amtsvorsteher formuliert das Ziel, dass von jeder Amtsgemeinde der zentrale Ort Süderbrarup innerhalb von 20 Minuten per Bus erreicht werden kann. „Die Mobilität im ländlichen Raum darf nicht dazu führen, dass ältere Mitmenschen in den Dörfern gezwungen werden, sich nach einem neuen Zuhause umzusehen“, sagt er. Auch die medizinische Versorgung die komplett in Süderbrarup angesiedelt ist, müsse im Auge behalten werden. Zudem will man Nahversorgungsprojekte wie den Markttreff begleiten, von denen einer derzeit in Mohrkirch im Aufbau ist.

Im Bereich Tourismus muss das Thema Dampfeisenbahn zu einer Entscheidung gebracht werden. „Entweder wir kriegen es hin, dass es auf Dauer Bestand hat oder wir geben es auf“, sagt Detlefsen. Aber die jährliche wiederkehrende Unsicherheit müsse aufhören. Auch seien etliche Rad- und Fußwege in einem derart schlechten Zustand, dass man sie keinem Gast mehr zumuten könne. Ausdrücklich begrüßt der Amtsvorsteher dagegen die Bestrebungen der Quartieranbieter, die Qualität ihrer Angebote zu verbessern.

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