Bauhof Kappeln im Einsatz : Gewappnet für den Wintereinbruch

Karl-Peter Petersen ist mit dem großen Schlepper samt Anhängestreuer im Stadtgebiet unterwegs. Das Salz aus dem Anhänger wird mit der Sole-Lösung aus den seitlichen Tanks auf dem Streuteller vermischt und so auf die Straßen gebracht.
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Karl-Peter Petersen ist mit dem großen Schlepper samt Anhängestreuer im Stadtgebiet unterwegs. Das Salz aus dem Anhänger wird mit der Sole-Lösung aus den seitlichen Tanks auf dem Streuteller vermischt und so auf die Straßen gebracht.

Salz, Sand und Sole-Lösung: Die Bauhofmitarbeiter sorgen dafür, dass im Stadtgebiet niemand wegrutscht.

shz.de von
19. Januar 2018, 06:26 Uhr

Kappeln | Das Wetter ist schmuddelig, aber das Tief „Friederike“ mit Schnee und Chaos hat Kappeln bisher verschont. Mit Straßenglätte haben die Menschen hier aber schon zu kämpfen. Doch dafür ist der Bauhof gut gewappnet.

200 Tonnen Salz türmen sich im Lager auf, daneben liegen etwa 60 Kubikmeter Sand, im 25.000 Liter-Tank lagert eine Sole-Lösung, eine Mischung aus Salz und Wasser. „Aber das werden wir in diesem Winter bestimmt nicht mehr alles brauchen“, erklärt Ernst-Günter Andresen, Technischer Leiter des Bauhofs, und da spricht er aus Erfahrung. Im vergangenen Winter seien etwa 60 Tonnen Salz verbraucht worden. „Wenn der Winter richtig hart wird, fängt es meist schon im Dezember mit Frost und Schnee an“, sagt er.

Dennoch sind alle 15 Mitarbeiter im Dienst. Wöchentlich wechseln sie sich ab, wenn es darum geht zu überprüfen, ob die Straßen glatt sind. Gegen 4 Uhr schauen sie sich bekannte Gefahrenstellen an. Wenn Rutschgefahr besteht, werden kurz vor 5 Uhr alle Kollegen informiert und rücken aus. Dann sind zwei große Schlepper mit Anhängestreuer im ganzen Stadtgebiet unterwegs, drei kleinere Schlepper kümmern sich mit einer Sand-Salz-Mischung um Rad- und Fußwege. „Die restlichen Mitarbeiter streuen per Hand, wo die Schlepper nicht hinkommen“, berichtet Erwin Petersen, der zweite Bauhofleiter.

Karl-Peter Petersen fährt einen der großen Schlepper. Je nach Grad der Vereisung entscheidet er, wie viel Salz auf die Straße kommt. Zehn Gramm pro Quadratmeter bei leichtem Frost, 25 Gramm im schlimmsten Fall landen aus dem Salzanhänger auf dem Streuteller. Dazu kommt die Sole-Lösung aus den seitlich angebrachten Tanks. Abgestreut werden in erster Linie die Hauptverkehrswege und bei Bedarf die Parkplätze. Dazu kommen Kreuzungsbereiche, Schulwege und Steigungen. „Bekannte Gefahrenstellen eben“, sagt Erwin Petersen. Das gilt auch für die Wohngebiete, die nicht komplett abgestreut werden. „Auch wegen der Umwelt“, erklärt Andresen. Schwierig wird es für die Schlepperfahrer immer, wenn Autos im Wendehammer oder zu engen Straßen parken. „Dann muss ich mit dem schweren Gerät über den Bürgersteig. Damit fahren wir uns quasi selbst den Gehweg kaputt.“ Besonders dramatisch wird das, wenn Schnee geräumt werden soll. Etwa ab fünf Zentimetern rücken die Bauhofmitarbeiter zum Schieben aus und stoßen dabei nicht immer auf Verständnis. „Manchmal lässt es sich nicht verhindern, dass eine Einfahrt wieder zugeschoben wird. Dann werden wir schon mal beschimpft und bekommen den Mittelfinger gezeigt“, hat Karl-Peter Petersen erlebt. Dabei machen sie mitunter mehr als sie müssten. Denn eigentlich sollten die Besitzer dafür sorgen, dass vor dem eigenen Haus bis zur Straßenmitte geräumt ist. Wer nicht sicher ist, in wieweit er im Winter selbst anpacken muss, kann das in der Satzung nachlesen, die im Rathaus oder im Internet eingesehen werden kann.

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