zur Navigation springen

Gemeinschaftsschule Süderbrarup : Gerichtsvollzieher zu Besuch

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Kostenfalle Handy, illegaler Musik-Download und Mobbing im Internet – diese Themen behandelte Gerichtsvollzieher Ralf Windeggis mit Neuntklässlern.

Die Neuntklässler der Süderbraruper Gemeinschaftsschule am Thorsberger Moor proben den Ernstfall. „Lebensplanung“ heißt das Schulfach, das derzeit im Vordergrund steht und auch mit einer Note im Abschlusszeugnis auftaucht. „Es geht darum, die Schülerinnen und Schüler ganz konkret auf die Lehre, das Berufsleben und ein eigenverantwortliches Leben vorzubereiten“, sagt Maike Kowalczek, Klassenlehrerin der 9 a. Die Schüler schließen sich zu fiktiven Wohngemeinschaften zusammen und lernen, einen Haushaltsplan aufzustellen, Versicherungen abzuschließen, ein Konto zu eröffnen und weitere wichtige Dinge, die zum wirklichen Leben gehören.

Vor Kurzem nun gab es Informationen, die wichtig sind, damit das eigenständige Leben nicht den Bach heruntergeht, ehe es so richtig beginnt. Zu Gast in der Klasse war Ralf Windeggis. Der Gerichtsvollzieher ist in seiner Freizeit unterwegs, um den Schülern von seinen Erfahrungen zu berichten. „Und vielleicht trage ich ja auch dazu bei, den schlechten Ruf der Gerichtsvollzieher aufzupolieren.“ Seine Themen: Kostenfalle Handy, illegaler Musik-Download und Mobbing im Internet. Damit traf er genau den Nerv der Schüler. Beispielsweise als er davor warnte, das eigene Handy zu verleihen. Anhand eines fiktiven Beispiels mit betrügerischen SMS, die nur geschickt werden, um über die Antwort zu kassieren, stellte der Gerichtsvollzieher den Lauf der Dinge dar. In dem Beispiel wurden im Laufe der Zeit 2400 Euro für den Vertragsinhaber fällig. Es folgen Mahnungen bis schließlich er selbst mit einem Vollstreckungsbefehl vor der Tür steht. Wer dann nicht innerhalb eines Jahres zahlt, muss eine Vermögensauskunft leisten. Die Folge ist unweigerlich ein negativer Schufa-Eintrag. Eindringlich stellte Windeggis die Auswirkungen auf eine mögliche Lehrstelle, Kredite für ein Auto und andere, eigentlich normale Situationen des Lebens. Der Rat des Gerichtsvollziehers: Sobald etwas Unangenehmes wie eine Rechnung auftaucht, sofort den Eltern beichten. Da droht zwar kurzfristig Ärger, das aber sei allemal besser als lebenslange Schwierigkeiten.

Ähnliches gilt bei Betrug im Internet. Auch dort lauert der Betrug beinahe überall. Musik-Tauschbörsen sind häufig zwar illegal, aber dennoch sehr beliebt. „Jeder kann mal einen Fehler machen“, sagte Ralf Windeggis. „Es gibt Anwälte, die den ganzen Tag vor dem Rechner sitzen und genau registrieren, wer zugreift.“ Und dann können bis zu 700 Euro pro Musiktitel fällig werden.

Der Gerichtsvollzieher ermutigte die Jugendliche, Nein zu sagen. Nein zur Herausgabe von Passwörtern, Nein zu Bürgschaften, Nein zum Verleihen von Handys und dubiosen Spielen im Internet.

Ein besonders Augenmerk legte Windeggis auf das sogenannte Cyber-Mobbing – eigentlich kein Thema, mit dem er sich von Berufs wegen beschäftigt. Mit sensiblen Schilderungen der Folgen und drastischen Worten zu den Urhebern zog er die Schülerinnen und Schüler in seinen Bann und machte klar: Mobbing im Internet ist kein Spaß, sondern kann die Zukunft sowohl von Tätern als auch von Opfern zerstören.

Der Besuch des Gerichtsvollziehers in der 9a dauerte nur eine Schulstunde – seine Erklärungen aber können weit über die Schulzeit hinausreichen.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Feb.2014 | 17:29 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen