Kappeln : Gerätehaus wird offenbar teurer

Die Arbeiten in der Gerichtstraße kommen voran. Die Handwerker errichten bereits die Wände. Im Oktober will die Wehr ihre Fahrzeuge vom Bauhof holen und in der neuen Fahrzeughalle parken.
Die Arbeiten in der Gerichtstraße kommen voran. Die Handwerker errichten bereits die Wände. Im Oktober will die Wehr ihre Fahrzeuge vom Bauhof holen und in der neuen Fahrzeughalle parken.

Bei Erdarbeiten für den Neubau in der Gerichtstraße gab es „Überraschungen“. Genaue Zahlen bleiben offen.

shz.de von
11. August 2018, 07:00 Uhr

Die Arbeiten am neuen Gerätehaus der Ortswehr Kappeln-Innenstadt kommen voran. Davon berichtete Volker Hollenberg, der als Ingenieur die Bauarbeiten im Auftrag der Stadtverwaltung begleitet, jetzt dem Bauausschuss. Und er hatte auch noch eine zweite Nachricht: Die prognostizierten Kosten für den Neubau können nicht gehalten werden. Konkreter wurde weder der Ingenieur, noch die Verwaltung, noch der Bauausschuss.

Zunächst das Nachvollziehbare: Die Gründung des Neubaus ist bereits fertig, das Fundament errichtet. Inzwischen haben die Arbeiter auch schon damit begonnen, die Wände zu mauern. Hollenberg kündigte den Fertigstellungstermin für eine Woche vor Weihnachten an, plant jedoch, dem Wunsch der Wehr Rechnung zu tragen, wonach die Fahrzeuge möglichst noch im Oktober wieder in der Fahrzeughalle stehen können. Derzeit befinden sie sich auf dem Bauhofgelände, stehen dort offen unter einem Dach und wären dort vermutlich ab Oktober dem einsetzenden Frost ausgesetzt. „Sonst läuft es aber ganz gut“, sagte Hollenberg – um danach darüber Auskunft zu erteilen, was weniger gut funktioniert. Demnach habe man bei den Erdarbeiten „viel mehr gefunden, als vorher bekannt war“. Zwar habe man an vier Stellen sechs Meter tief gebohrt, um die Bodenbeschaffenheit zu begutachten, jedoch nur außerhalb des zu diesem Zeitpunkt noch stehenden Altgebäudes. Als man nach dem Abriss die Gelegenheit hatte, auch an offenbar bislang ungeprüften Stellen den Boden zu untersuchen, „haben wir Überraschungen erlebt“. Dazu gehörten unter anderem ein altes Stromkabel und sechs bis acht alte Tonrohre, bei denen man zunächst sicherstellen musste, ob sich diese noch in Betrieb befanden. Weil man zudem auf sogenannten Schluffboden und damit nach Hollenbergs Ausführungen auf nicht tragfähigen Boden gestoßen sei, sei am Ende deutlich mehr Aushub als geplant erforderlich gewesen. Der Ingenieur untermauerte seine Worte mit Fotos, die er dem Ausschuss präsentierte.

An dieser Stelle endete der öffentliche Teil der Sitzung. Mehrheitlich hatte das Gremium zuvor dafür gestimmt, zwar einige inhaltliche Angaben zum Gerätehaus-Bau öffentlich zu besprechen. Die damit verbundenen Mehrkosten aber empfand man im nichtöffentlichen Teil als besser aufgehoben. Nach den Worten des Bauausschussvorsitzenden Lars Braack (SPD) seien diese Zahlen noch keine endgültigen und ließen womöglich Spielraum für Verhandlungen. „Und um unsere Verhandlungsposition nicht zu schwächen, besprechen wir diese nichtöffentlich“, sagte Braack.

Deshalb zur Erinnerung die Zahlen, die bekannt sind: 675 000 Euro hatten die Stadtvertreter im vergangenen Jahr für Abriss und Neubau beschlossen. Die zum Jahresanfang dann vom Architekten geschätzten Kosten betrugen 695 000 Euro. Nach den Ausschreibungsergebnissen gaben die Stadtvertreter im März weitere 35 000 Euro frei. 315 000 Euro darf die Stadt als Landeszuschüsse erwarten. Weitere 15 000 Euro hatte der Hauptausschuss für die externe Baubegleitung beschlossen.

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