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Deutsch-Skandinavische Musikwoche : Gepackt vom Zauber der Musik

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Über 70 Instrumentalisten und 50 Chorsänger aus ganz Europa und den USA üben derzeit gemeinsam auf dem Scheersberg für das Osterkonzert.

Der Startschuss für das größte Musikereignis des Jahres ist auf dem Scheersberg gefallen. Über 70 Instrumentalisten und 50 Chorsänger geben sich bei der 52. Deutsch-Skandinavischen Musikwoche seit dem Wochenende ein Stelldichein. „15 Nationen sind im Jugendhof vertreten – so viele wie nie zuvor“, jubelt Organisationsleiter Heinz Otto Scharfenort. 15 der 20- bis 27-jährigen Talente stammen aus Schleswig-Holstein, 35 aus etlichen anderen Bundesländern. Die Esten stellen mit 19 Musizierenden das zahlenmäßig größte ausländische Kontingent, je zehn kommen aus Lettland und Norwegen. Mit dabei sind auch 40 Osteuropäer, die als Stipendiaten eingeladen wurden. Unter dieser Gruppe befinden sich fünf junge Polen aus dem Schleswig-Flensburger Partnerkreis Pisz. Ihnen hält Landrat Dr. Wolfgang Buschmann aus einem Extrafonds die Aufenthaltskosten von der Hand.

Am Begrüßungsabend hieß Jugendhof-Direktor Karsten Biermann die „musikalische Gemeinschaft“ willkommen. „Dieser internationalen Begegnung kommt im Sinne der Völkerverständigung eine hohe Bedeutung zu“, erklärte er. Freundschaften entstünden über Staatsgrenzen hinweg, und der Zauber der Musik ziehe alle in ihren Bann. Nach den Worten des Organisationsleiters liegt der Etat der Musikwoche bei rund 60.000 Euro. Das Bundesfamilienministerium hat einen Zuschuss von 14.000 Euro bewilligt. Die höchste Spende stammt vom Lions-Club Flensburg-Schiffbrücke mit 5000 Euro. Andere Förderer sind das Kulturministerium, die Kreiskulturstiftung und Unternehmen aus der Wirtschaft.

Das Großprojekt hat über die Jahrzehnte einen Wandel erfahren: Zum einen ist die „Musikwoche“ mittlerweile zehn Tage lang, zum anderen zieht sie längst nicht mehr nur Skandinavier an, sondern – wie dieses Mal – sogar Musizierende aus der Ukraine, Slowenien, Rumänien, Bulgarien, Portugal und den USA. Es wird mehrsprachig kommuniziert, manchmal per Zeichensprache. Und wenn Volkslieder erklingen, getanzt, vorgespielt und geprobt wird, spricht nur noch die Musik. Alle wissen, dass ihre Mitwirkung eine persönliche Herausforderung darstellt und sich niemand während der Arbeitsphase auf die faule Haut legen darf.

In der Tat dauern die Übungen oft bis weit nach Mitternacht. Da kommt es vor, dass im Speisesaal bei völliger Dunkelheit noch Klavier gespielt wird, im hell erleuchteten Festsaal Blechbläser nach einem sanften Sound suchen, eine Harfistin im Nebenraum ein Stück für die Hausmusik einübt. An Instrumenten fehlt es nicht: Allein 18 Geiger und acht Cellisten sind mit von der Partie, außerdem etliche Trompeter und sogar ein Saxofonist. Der neu für die Musikwoche gewonnene künstlerische Leiter ist der Schwede Mika Eichenholz, der 1989 sein Debüt als Dirigent des Königlichen Philharmonie-Orchesters Stockholm gab. Später war er als Gastdirigent in Osteuropa und Südamerika unterwegs und leitete ab 2006 zeitweise die Hamburger Symphoniker. Für die Chorleitung zeichnet zum zweiten Mal die Kirchenmusikerin Almut Stümke aus Hamburg verantwortlich.

Einstudiert als Hauptwerk wird das Opus 82 „Nänie“, eine sinfonische Totenklage von Johannes Brahms. „Auch das Schöne muss sterben“ hatte Friedrich Schiller 1800 geschrieben. Diesen Trauergesang vertonte Brahms 1880 aus Anlass des Todes seines Freundes, des Malers Anselm Feuerbach. Weiter stehen die dem Frühling und der Jugend huldigende 6. Sinfonie des russischen Meisters Dimitri Schoschtakowitsch und die Suite „L’Arlesienne“ von Georges Bizet auf der Agenda. Das Festkonzert findet Ostersonntag ab 17 Uhr in der Rendsburger Christkirche statt, das Abschluss-Konzert mit demselben Programm folgt Ostermontag ab 19 Uhr in der Scheersberger Veranstaltungshalle.

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