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Schlei-Terrassen : Gemeinsame Sorge vor großer Marina

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Kappelns Werftbetreiber sind in Sorge, dass die Steganlage der Schlei-Terrassen üppige Ausmaße annimmt. Sie fordern einen deutlich reduzierten Ausbau.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2014 | 08:30 Uhr

Am geplanten Sportboothafen auf dem Areal der Schlei-Terrassen scheiden sich nach wie vor die Geister. Auf die erste Diskussion im vergangenen August, als der F-Plan für das gesamte Gebiet erstmals präsentiert und mehrheitlich verabschiedet worden war, folgte in dieser Woche die zweite. Eigentlich wollte Ove Autzen vom zuständigen Planungsring Mumm & Partner während der jüngsten Bauausschusssitzung nur vier kleinere inhaltliche Änderungen des F-Plans vorstellen. Stellvertretend für die Betreiber der Steganlagen des westlichen Schleiufers aber formulierte Hauke Steckmest in deutlichen Worte seine Ängste und Forderungen, die mit den Plänen für die Schlei-Terrassen einhergehen.

Zunächst hatte also Autzen das Wort. Zu den vier „im Zuge der weiteren Planung“ erforderlichen Änderungen gehört demnach eine Ausweisung der landseitigen Anlagen des Sportboothafens als Sondergebiet (Autzen sprach von einer „allgemeinen Forderung des Kreises“). Diese Änderung sei nötig, um die Einrichtungen zu ermöglichen, die – so heißt es in der Vorlage – „dem Betrieb des freizeitgebundenen Sportboothafens dienen“, also etwa Stellplätze, Restaurant, sanitäre Anlagen. Zweite Änderung: Im neuen Sondergebiet fällt künftig eine Grünfläche weg. Drittens entfällt die Verbreiterung der Verkehrsflächen an der Barbarastraße, und viertens verliert eine als Grünanlage ausgewiesene Fläche die Zweckbestimmung „öffentlich“. Schnell war allerdings klar, dass man die drei letztgenannten Änderungen offenbar kaum für diskussionswürdig hielt. Inhaltlich drehten sich die folgenden Redebeiträge ausschließlich um das Thema Sportboothafen.

Ausschussvorsitzender Volker Ramge (CDU) hatte dem Werftbetreiber Hauke Steckmest ein Rederecht zum Tagesordnungspunkt eingeräumt, das dieser zu nutzen wusste. Steckmest fasste sachlich und in durchaus reflektierten Worten die Situation, so wie sie sich ihm darstellt, zusammen. „Wir sind froh, wenn das Gelände belebt wird. Und es ist unstrittig, dass den Bewohnern der Schlei-Terrassen ein Zugang zum Wasser ermöglicht werden muss“, schickte Steckmest vorweg. Gleichwohl ermögliche die im F-Plan mit 2,5 Hektar ausgewiesene Fläche des Sportboothafens Platz für hochgerechnet 225 Yachten oder 300 kleinere Motorboote. „Ich weiß nicht, ob das dann tatsächlich nur noch für die Bewohner gedacht ist“, sagte Steckmest. Tatsächlich geht der derzeitige Planungsstand der Schlei-Terrassen von rund 220 Wohneinheiten aus. Unabhängig davon, dass im Ostseeresort Olpenitz eine hohe Zahl an Liegeplätzen entstehen soll und Steckmest ohnehin einen schrumpfenden Markt prognostizierte, machte er sich dafür stark, die Genehmigung des Sportboothafens beziehungsweise der Steganlage an den Fortschritt der Bebauung in Ellenberg zu knüpfen. Auf diese Weise sei nicht nur der tatsächliche Bedarf besser zu kalkulieren. Es würde auch der Extremfall vermieden, bei dem eine fertige Steganlage aber keine Bebauung existiert.

Sollte ein Hafen in der genannten Größe entstehen, sagte Steckmest weitere empfindliche Folgen voraus. So rechnet er mit einer Abwertung der Anlagen Stapelfeldt, Ancker sowie Henningsen & Steckmest, „denn unser Kapital ist der Blick ins Grüne auf eine unverbaute Schlei“. Zudem leide bei zunehmendem Verkehr auf der Schlei in diesem Maße unter anderem die Trainingsstrecke der Rudervereinigung.

Weiterhin erinnerte Steckmest an die sogenannte Langfristplanung aus dem Jahr 1998, die die Ausbaumöglichkeiten der Steganlagen an der Schlei festschreibt. „Seitdem durften wir so gut wie gar nicht mehr ausbauen“, sagte Steckmest, der nun forderte, dass diese Planung auch für neue Betriebe greift.

Schließlich bat er um ein Gutachten, das die potenziellen Veränderungen der Strömungsverhältnisse und Verlandungstendenzen analysiert und drängte auf ein Betreiberkonzept für den Sportboothafen. Denn: „Ein Yachthafen ohne Werft ist ein schwachprofitables Geschäft“, sagte Steckmest.

Volker Ramge kündigte danach an, dass dies alles Bedenken seien, „die wir im B-Plan mit aufnehmen“. Dass der B-Plan kommt, hatte die Stadtvertretung im vergangenen Jahr bereits beschlossen. Auch Bauamtsleiter Erich Reuter nannte Steckmests Ausführungen „diskussionswürdig“, wies aber erneut darauf hin, dass es im derzeitigen Stadium nur „um die Bereitschaft, einen Sportboothafen zuzulassen“ gehe, nicht um dessen tatsächliche Dimension. Die Konkretisierung dieser „unverbindlichen Festlegung“ folge im B-Plan-Verfahren. Stadtvertreter Rainer Moll (SPD) wurde bereits konkreter als er sagte: „Die Ausmaße des Sportboothafens werden im B-Plan erheblich geringer sein. Wir bauen keine einzelne Marina, da können Sie uns beim Wort nehmen.“ Und auch Ove Autzen versprach: „250 Boote werden es definitiv nicht.“

Die eingangs erwähnten F-Plan-Änderungen wurden danach mit sieben Ja- und einer Nein-Stimme (Grüne) gebilligt.

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