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Gemeinschaftsschule Süderbrarup : Gemeinsam stark

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Schüler der Gemeinschaftsschule Süderbrarup stärkten im Rahmen eines Deeskalationstrainings ihre Team- und Kommunikationsfähigkeit.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Die Schüler der Gemeinschaftsschule Süderbrarup kamen ganz schön ins Schwitzen. Schließlich mussten sie Aufgaben meistern, die meist nicht im Alleingang zu bewältigen waren.

Im Rahmen der Vorhabenwoche kamen Matthias Thye und Karin Sitzwohl an die Gemeinschaftsschule und vollzogen mit den Schülern ein Deeskalationstraining. Zuerst wurden die Übungen ausprobiert, danach in der Runde gemeinsam reflektiert. „Es ist wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen im Spiel Erfahrungen machen und später darüber reden müssen“, erklärte Thye, der neben seiner Tätigkeit als Deeskalationstrainer im Hauptberuf Leiter der Polizeistation Steinbergkirche ist. So erhielten die Schüler auch die Aufgabe, an zwei potenziellen Schlägern vorbeizugehen und sich auf einen Stuhl zu setzen. Die Methoden waren unterschiedlich. Ein Junge quetschte sich durch die Lücke zwischen beiden. Und ein Mädchen fragte höflich, ob die zwei ihr den Weg frei machen würden – was sie auch taten.

Eines der wesentlichen Ziele des Trainings ist die Erhöhung der Teamfähigkeit. So mussten sich die Schüler auf ein Seil stellen und sich nach Größe, Alter und Augenfarbe sortieren – dabei musste immer ein Fuß auf dem Seil bleiben. Das funktionierte nur mit viel Kooperation und Kommunikation. Auch wurde das Überwinden nicht existierender Verbote und Regeln geübt – als Vorbeugung zum „vorauseilenden Gehorsam“. In einer Übung, in der es darum ging, möglichst lange die Arme zu heben, motivierten sich die Schüler erst gegenseitig mit Worten. Dann fiel einem von ihnen auf, dass auch körperliche Unterstützung nicht verboten war. So konnten die Schüler ihre Arme beliebig lange auf den Schultern anderer Schüler ablegen – und das Problem war dank der gelungenen Teamarbeit gelöst. Auch die Überlegenheit eines Teams gegenüber dem einzelnen demonstrierten Matthias Thye und Karin Sitzwohl anhand ihrer Übungsaufgaben. Die Überwindung eines in Brusthöhe gespannten Seils kann ein Einzelner nicht schaffen. Nach einem ersten Austausch der Schüler, wie vorzugehen sei, fanden sie jedoch eine simple Lösung: Mithilfe eines Stuhls – denn der war nicht verboten – bauten sie eine Brücke und halfen sich gegenseitig. „Ich bin der Meinung, dass wir Kinder und Jugendliche durch dieses Programm stärken können“, ist Thye überzeugt. Man erreiche, dass die Schüler mit schwierigen Situationen anders umgingen und anderen in kritischen Fällen helfen.

Dass diese Trainingseinheiten tatsächlich helfen, bestätigte Lehrerin Anne-Katrin Gumz. Ihre Klasse hat bereits im vergangenen Jahr ein ähnliches Programm absolviert. „Die Schüler konnten anschließend besser aufeinander zugehen und als Klasse besser auftreten“, stellte sie danach fest. Und vor allem die Lautstärke habe sich reduziert.

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