„Kappeln rund“ : Gemeinsam das Besondere erleben

Die Läufer können kommen: Manfred Wiechmann und Dagmar Ungethüm-Ancker freuen sich auf die achte Auflage des Stadtlaufs.
Die Läufer können kommen: Manfred Wiechmann und Dagmar Ungethüm-Ancker freuen sich auf die achte Auflage des Stadtlaufs.

Der TSV Kappeln veranstaltet seinen achten Stadtlauf „Kappeln rund“. Die Staffel „100+“ soll ganze Familien zum Mitmachen animieren.

shz.de von
07. Juni 2014, 08:00 Uhr

Wenn sich die Stadt bewegt, ist davon auszugehen, dass der TSV Kappeln vorneweg marschiert. Beides im wahrsten Sinne des Wortes. Besonders anschaulich wird das beim jährlichen Stadtlauf „Kappeln rund“, in diesem Jahr kommt es am Sonntag, 22. Juni, zur achten Auflage. Und als Ausrichter ist der TSV durchaus stolz darauf.

„Wir sind eigentlich kein typischer Laufverein“, sagt TSV-Vorsitzende Dagmar Ungethüm-Ancker. Anders als etwa der Borener SV oder Spiridon Schleswig. Und trotzdem hat es der TSV geschafft, einen Lauf zu etablieren, der sich in kurzer Zeit den Ruf eines anspruchsvollen Ereignisses erarbeitet hat, das man nur ungern verpasst. Es gibt Kinder, die bei der Premiere die 600 Meter der Bambini gelaufen sind, danach Teil einer Schülerstaffel waren und jetzt auf die 5,9-Kilometer-Runde gehen. Der TSV verbucht das als Bestätigung dafür, dass es gelungen ist, Etlichen den Spaß an Bewegung zu vermitteln – und ihnen ganz nebenbei zu einem vollen Kleiderschrank zu verhelfen. „Es gibt viele, die wirklich jede T-Shirt-Farbe haben“, sagt Ungethüm-Ancker und lacht. T-Shirts nämlich sind der Lohn fürs Durchhalten, in diesem Jahr sind sie weiß.

Bei der Staffel „100+“ steht allerdings nicht die Bekleidung im Vordergrund, sondern eindeutig der Spaßfaktor. Im Vorjahr hatte der TSV erstmals die Generationen-Staffel ins Leben gerufen, in diesem Jahr nun heißt das Projekt „100+“. Fünf Läufer treten gemeinsam an, jeder von ihnen absolviert zwei Kilometer, gemeinsam laufen sie also „Kappeln doppel rund“. Die Bedingungen: Ein Läufer ist älter als 50 Jahre, ein weiterer zwischen 25 und 50 Jahren und drei Läufer zwischen acht und 25 Jahren. Addiert muss die Staffel mindestens 100 Jahre alt sein. Ungethüm-Ancker betont: „Uns ist wichtig, dass diese Staffeln ohne den Leistungsaspekt laufen. Wir wollen vielmehr Familien dazu ermuntern, gemeinsam das Besondere dieses Laufs zu erleben.“ Schon die Gruppen, die sich im Vorjahr beteiligt haben, hätten hinterher mit Begeisterung davon gesprochen. Urkunde, Medaille und eine kleine Überraschung oben drauf gibt es aber dennoch.

Neben den Spaßläufern erwartet der TSV aber auch ambitionierte Spitzensportler – eine Mischung, die seit Jahren die Atmosphäre der Strecke prägt. Manfred Wiechmann, der den seit der Premiere 2007 unveränderten Streckenverlauf festgelegt hat, wird die Läufer auf dem Fahrrad anführen – nichts für einen Hobbyradler, so viel ist klar. „Die Schnellsten laufen bis zu 22 Stundenkilometer, da muss man auch auf dem Rad erstmal mithalten“, sagt Wiechmann aus Erfahrung. Außerdem stehen 60 freiwillige Helfer am Streckenrand, unterstützt von Polizei, Feuerwehr und DRK, und weisen diejenigen ein, die unterwegs vielleicht mal aus dem Tritt kommen.

Und dann gibt es auch solche, die nach „Kappeln rund“ noch nicht genug haben und die zehn Kilometer noch hinten dran hängen. Bestes Beispiel: José Molero-Membrilla, der in der Alterklasse 70 plus startet und so etwas wie ein Dauerläufer ist. Dagmar Ungethüm-Ancker sagt: „Was er leistet, ist schon außergewöhnlich.“

Sollte der 73-Jährige auch in diesem Jahr in Kappeln wieder an den Start, oder besser an die Starts, gehen, wird er wie alle anderen am Ende seine Urkunde aus den Händen des stellvertretenden Bürgermeisters Matthias Mau erhalten. Der Lions-Club sorgt mit einem Kaffee-und-Kuchen-Stand für die Stärkung zwischendurch. Der Verkaufserlös kommt dem TSV zugute, der sich auch sonst auf seine finanziellen Unterstützer verlassen kann. „Ohne unsere Sponsoren wäre der Stadtlauf gar nicht machbar“, sagt Ungethüm-Ancker. Ohne den TSV, sein Vorbereitungsteam, seine Helfer und vor allem ohne Aktive aber auch nicht. Wer sich der letztgenannten Gruppe noch anschließen möchte, kann bei „Mannis Lauftreff“ ins kurzfristige Training gehen. Die Läufer gehen montags und donnerstags um 17.45 Uhr im Wassermühlenholz (bei „Goosbuster’s“) auf ihren Runden. Und wer nicht mitläuft, ist an der Strecke gefragt, denn anfeuernder Applaus kann fast genauso beflügeln wie ein ausgefeilter Trainingsplan.

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