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Streit um Maistransport : Gemeinde reicht Bauern die Hand

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

In der Diskussion um die Erntefahrzeuge in Karby entschuldigt sich Bürgermeister Klaus-Dieter Möse bei den Landwirten.

Ein klärendes Gespräch zwischen Vertretern der Gemeinde Karby und Landwirten hat gestern Nachmittag im Amt Schlei-Ostsee stattgefunden. Eingeladen hatte Amtsdirektor Gunnar Bock, der das Gespräch moderierte. Anlass waren Unmutsäußerungen des Karbyer Bürgermeisters Klaus-Dieter Möse in Bezug auf Erntegespanne, die durch das Dorf fahren (wir berichteten), die wiederum die Landwirte und die Lohnunternehmer verärgert hatten. In einem Schreiben an alle Karbyer Gemeindevertreter hatte der Geschäftsführer von Agrarenergie Schuby, Jens Joost, im Namen aller Landwirte und Lohnunternehmer jegliche Vorwürfe der Gemeinde zurückgewiesen und sich eine Strafanzeige vorbehalten. Die Fronten schienen verhärtet zu sein – bis gestern Nachmittag.

Es war eine große Runde, die sich im Sitzungszimmer der Amtsverwaltung zusammenfand. Die Gemeinde Karby war durch ihren Bürgermeister, Klaus-Dieter Möse (SPD) sowie seine beiden Stellvertreter Hans-Werner Pohl (CDU) und Frank Hertwig (KWK) vertreten. Die Interessen der Landwirte und Lohnunternehmer nahmen Jens und Silke Joost, Volker Starck (Schubymühle) sowie Sönke und Bernd Henrici (Schuby) wahr. Andreas Brück, Fachgruppenleiter der Straßenverkehrsbehörde, nahm als Vertreter des Kreises Rendsburg-Eckernförde an dem Gespräch teil. Polizeikommissar Peter Andersen von der für Karby zuständigen Polizeistation Damp war ebenfalls anwesend, ebenso wie Carsten Scheller vom Ordnungsamt der Amtsverwaltung.

Möse betonte in dem anschließenden Pressegespräch sein großes Bedauern über die heftige Wortwahl in Bezug auf die Erntegespanne im Rahmen der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Diese sei im Gesamtzusammenhang mit der Verkehrssituation in Karby geschehen und solle keinesfalls eine Diffamierung der Berufszweige Landwirt und Lohnunternehmer darstellen. „Ich hoffe auf eine konstruktive Zusammenarbeit“ sagte Möse. Jens Joost machte deutlich, dass sowohl er und seine Kollegen als auch die Lohnunternehmer für eine transparente Lösung zum Wohle aller stünden. Dem Vorschlag des Kreises, die Umleitungsempfehlung zu entfernen, um einen Kreisverkehr der landwirtschaftlichen Fahrzeuge zu gewährleisten, stimmten Joost, Starck und Henrici zu. Auf diese Weise soll die Begegnung großer Erntegespanne vermieden werden. „Trotzdem bleibt unsere unbedingte Forderung, für uns in sinnvollem Maße die Eckernförder Straße unter absoluter Rücksichtnahme nutzen zu dürfen“, unterstrich Joost. Dazu Möse: „Wichtig ist, dass wir miteinander sprechen und eine Lösung finden und dass unsere Bürger ruhig leben können.“ Er begrüßte die Bereitschaft der Landwirte und Lohnunternehmer zu weiteren Gesprächen.

Nahezu alle Landwirte hielten sich nach Darstellung von Joost an die Vorgaben des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, der Empfehlungen zur Optimierung des Maisanbaus „Gemeinsam für Bioenergie“ herausgegeben hat. „Die Initiative „Freiwillig 30“ von Lohnunternehmerverband und Bauernverband wird nachdrücklich unterstützt und die Teilnahme daran dringend empfohlen“, heißt es in der Empfehlung. Zwar führen die Fahrer der Erntegespanne ohnehin höchstens 30 Kilometer pro Stunde, so Joost, aber für die Fahrer könne es noch einmal eine Erinnerungsstütze sein. Wichtig sei hier aber die Außenwirkung für den Bürger.

Dieser soll in Zukunft ohnehin viel stärker eingebunden werden. Wer sich genau informieren und selbst von der Fahrweise eines derartigen Gespannes überzeugen will, hat die Möglichkeit, als Beifahrer mit auf dem Trecker zu sitzen. Interessenten können sich an Jens Joost wenden. Sollten Bürger ihrer Meinung nach zu schnelle Fahrer beobachten, bittet er um zügige Benachrichtigung mit Angabe der Uhrzeit und des Kennzeichens. Gleichzeitig machte Joost aber deutlich, dass sich Transporte nicht verhindern lassen – der Mais müsse schließlich vom Feld geholt werden.

Für November ist eine Einwohnerversammlung geplant, auf der Jens Joost als Gastredner auftreten und über Verkehrssituation der Erntegespanne sowie seinen Berufszweig Biogasanlagenbetreiber informieren soll.

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erstellt am 16.Okt.2014 | 18:04 Uhr

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