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Geltinger Hochwasserschutz: Innenminister hakt nach

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Andreas Breitner verspricht Unterstützung / Jetzt fehlt in der Gemeinde nur noch der Besuch des Landesvaters

Sorgenvoll betrachtete ein Diskussionsteilnehmer die Neuordnung des kommunalen Finanzausgleichs und befürchtete, dass diese zu Lasten der Gemeinden geht, sie weniger Geld vom Land erhalten werde. Der Mann machte aus seinem Frust keinen Hehl. Innenminister Andreas Breitner wollte daraufhin wissen, aus welcher Gemeinde der Mann stamme. „Stoltebüll“, so die Antwort. Breitner blätterte in seinen Unterlagen und stellte klar: Diese Gemeinde werde rund 30 000 Euro mehr als bisher erhalten. Doch der Einwohner Stoltebülls hegte an dieser Aussage Zweifel. Er könne ihm das schwarz auf weiß auf einem Bierdeckel unterschreiben, erklärte der Minister. Inzwischen aber hatte der Mann selbst die Unterlagen eingesehen, und da stand, was er nicht hatte glauben wollen. Er war zufrieden.

Direkt und offen, so wie es sich Andreas Breitner bei seinem Geltinger Antrittsbesuch auf Einladung des SPD-Ortsvereins bei einer Gesprächsrunde mit den Bürgern gewünscht hatte, ging es zu. Das gefiel ihm ganz offensichtlich, und er signalisierte, dass er gerne wiederkommen werde und dann auch den „Geniushof“ in der Nachbargemeinde Esgrus mit seiner tiergestützten Therapie besuchen wolle. Das hatte ihm SPD-Vorsitzende Bente Reimer, Botschafterin dieser Einrichtung, ans Herz gelegt.

Es war seit Januar dieses Jahres das mittlerweile siebte Minister-Gespräch, das der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Klose auf den Weg gebracht hatte. Er hatte bereits im vergangenen Jahr die Initiative ergriffen, „um die Neuen vorzustellen“ und ihnen die wirtschaftliche Situation, Lage und Nöte Geltings und Ostangelns mit auf den Weg ins „ferne Kiel“ zu geben. Alle sieben kamen. Nun fehlt nur noch Ministerpräsident Torsten Albig – und auch da bleibt Klose am Ball.

Bei seinen Bemühungen versprach ihm Minister Breitner Schützenhilfe und fügte hinzu, dass sich der „MP“ darauf einstellen müsse, in Gelting gegebenenfalls nasse Füße zu bekommen. Denn natürlich ging es während der Gesprächsrunde auch um den noch immer fehlenden Hochwasserschutz. Vor zwei Jahren war Gelting nach extremen Regenfällen überflutet worden – die Schäden waren immens. Seitdem wird überlegt und geplant, wie Abhilfe geschaffen werden kann. Davon berichtete Hans-Peter Buchholz, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Überschwemmungsgebiet Gelting und Umgebung: Man laufe gegen eine Wand, und nichts geschehe für den Schutz der Bürger gegen Hochwasser – aus Kostengründen. Es sei zu befürchten, dass „wir wieder nasse Füße bekommen“.

Der Minister sagte zu, bei der Landesregierung nachzuhaken. Dafür benötige er die Unterlagen der Interessengemeinschaft, um Schwung in die Sache zu bringen. Wichtig sei, dass vor Ort Einigkeit herrsche – doch gerade daran mangelt es.

Was die Vernässung der Birk (wir berichteten) betrifft, so stößt diese nicht bei allen Bürgern auf Gegenliebe. Viel Geld für einen „Hühnerkram“ monierte der bereits eingangs genannte Bürger aus Stoltebüll. Dabei gebe es viele andere Aufgaben zu erfüllen, doch dafür sei kein Geld da – beispielsweise für die Instandsetzung maroder Straßen. Da schwelle ihm, so der aufgebrachte Mann, der Kamm, das mache ihn wütend.

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erstellt am 19.Sep.2013 | 00:31 Uhr

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