Tourismus : Geltinger Bucht wird Modellregion

Zu den Befürwortern des Masterplans zählt Ministerialrat Hermann-Josef Thoben, hier auf  dem neuen Hasselberger Bewegungsparcours mit Therapeutin Bettina Münster.
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Zu den Befürwortern des Masterplans zählt Ministerialrat Hermann-Josef Thoben, hier auf dem neuen Hasselberger Bewegungsparcours mit Therapeutin Bettina Münster.

Amt übernimmt Vorreiterrolle zur nachhaltigen Entwicklung des Tourismus und entwickelt einen Masterplan.

shz.de von
17. Juni 2014, 10:30 Uhr

Eine landesweit bedeutsame Vorreiterrolle in Sachen Tourismusförderung hat jetzt der Amtsausschuss Geltinger Bucht übernommen. Unter dem Begriff „Masterplan Tourismus“ ist ein modellhaftes Kooperationsprojekt zur nachhaltigen Entwicklung des Tourismus auf den Weg gebracht worden. Künftig werden alle 16 amtsangehörigen Kommunen in Bezug auf die Bauleitplanung mit einer Stimme sprechen. Die Zeiten, in denen sich jede Gemeinde auch bei kleinen Bauvorhaben, den sogenannten „Briefmarken-Planungen“, auf ein zeitraubendes behördliches Genehmigungsverfahren einstellen musste, sollen zu Ende gehen.

Zur Ausgangslage: Vertreter mehrerer Landesministerien sowie die Mandatsträger auf Amtsebene und die Verwaltung haben in gemeinsamen Sitzungen zum Ausdruck gebracht, dass sich längst ein Strukturwandel im Tourismus vollzogen hat. Das liege vor allem an dem erkennbaren Generationswechsel im Kreis der Betreiber von Gaststätten, Ferienhäusern und Campingplätzen. Außerdem seien die Ansprüche der Urlauber gestiegen. Darauf müssten die Anbieter mit Investitionen reagieren. Aber vermehrt suchten auch Neubürger attraktive Bauplätze in Meeresnähe, wie sich beispielsweise am Bauboom in Gelting zeige.

Profitieren sollen von dem Amtskonzept vor allem die Küstengemeinden, die bereits in der Vergangenheit die strand- und hafenbezogene Infrastruktur weiterentwickelt haben. Auch ohne Bebauungsplan-Verfahren konnten in jüngster Zeit einige neue Projekte verwirklicht werden, darunter die Zeltdachhäuser des Kreisjugendringes in Neukirchen und der Outdoor-Bewegungsparcours am Hasselberger Strand.

Derzeit besteht an der Geltinger Bucht großes Interesse, den naturverträglichen Tourismus zu stärken und die Angebote im Gesundheitsbereich zu positionieren. Nicht verschwiegen wird von den Verantwortlichen, dass es in einigen Fällen auch zu Konflikten gekommen ist – so bei der Wiederaufnahme des Fähranlegers in Gelting-Mole und dem Verlauf des Radwegs entlang der Ostseeküste.

Amtsvorsteher Thomas Johannsen gehört zu den Verfechtern des „Masterplans Tourismus“. Er sagt: „Ohne dieses Projekt kommen wir baulich nicht mehr voran.“ Hasselbergs Bürgermeister Hans-Heinrich Franke, Vorsitzender des Touristikausschusses auf Amtsebene, ergänzt: „Die künftige Bauleitplanung aller Gemeinden hängt da mit dran.“

Wichtige Impulse für die Modellentwicklung gibt die für die Aktivregion Schlei-Ostsee tätige Projektmanagerin Cornelia Plewa. Sie rechnet mit einem Kostenaufwand von 70 000 Euro für die Erarbeitung des Konzepts. Ministerialrat Hermann-Josef Thoben vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume hat bereits eine Projektförderung von 50 Prozent aus dem Topf für „Agrarstruktur und Küstenschutz“ in Aussicht gestellt. Der Kreis wird 4000 Euro beisteuern.

Nach einem besonderen Finanzierungsschlüssel, bei dem die „Wassergemeinden“ höher zur Kasse gebeten werden als die Kommunen im Hinterland, sollen rund 30 000 Euro als Amtsanteil aufgebracht werden. Danach übernimmt Steinbergkirche mit rund 7700 Euro den größten Batzen, während Ahneby weniger als 350 Euro zahlt. In diesem Zusammenhang warnt allerdings der Pommerbyer Bürgermeister Malte Jacobsen davor, eine solche Regelung zu wiederholen und damit die Finanzierung über die Amtsumlage auszuhebeln. Der Steruper Bürgermeister Wolfgang Rupp hätte es lieber gesehen, wenn die Küstengemeinden als Profiteure den Amtsanteil alleine aufgebracht hätten. Aber aus Solidaritätsgründen stimmte er dieser Ausnahmeregelung jedoch zu.

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