Geglückter Auftakt für Thorsbergfestpiele

Harry Schmidt ('Big Harry') und Elvira Hein als König Offa und Königin Thryd führen den Zug der Angeln an. Foto: Kuhl
Harry Schmidt ("Big Harry") und Elvira Hein als König Offa und Königin Thryd führen den Zug der Angeln an. Foto: Kuhl

Über 1000 Besucher wollten das Historienspiel "Die Abwanderung der Angeln" sehen / Veranstalter zeigten sich zufrieden

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27. August 2012, 03:59 Uhr

Süderbrarup | Die ersten Angelner Thorsberg-Festspiele kann man getrost auf der Erfolgsseite verbuchen. Und bei gleichbleibendem Engagement des veranstaltenden Museumsvereins ist ihnen mit Sicherheit auch eine glorreiche Zukunft beschert. Mehr als 1000 Personen kamen am vergangenen Wochenende in den Bürgerpark und besuchten das von Wolfgang Warwel geschriebene Historienspiel "Die Abwanderung der Angeln".

"Hier schauen wir quasi wie in einer Zusammenfassung an, wie es damals hier hätte aussehen können und wie die berühmte Ausreise der Angeln aus ihrer Heimat hätte stattfinden können", sagte Bürgermeister Friedrich Bennetreu zur Eröffnung. Amtsvorsteherin Heidrun Karaca brachte ihre Grüße in "Hardware" und übergab den beiden Hauptakteuren Helmut Lax und Wolfgang Warwel je eine Flasche Met.

Das Schauspiel selbst dauerte etwa 15 Minuten, in denen König Offa (gespielt von Big Harry) seinen Mannen die Situation des Volkes darlegte und nach dem Spruch der Priester sein Schwert opferte, um die Götter zu versöhnen. Neben Ernsthaftigkeit gab es auch eine heitere Stelle, an der Königin Thryd (gespielt von Elvira Hein) ihrem Gatten wegen seines Alters von der Reise abrät und er - ganz Pantoffelheld - ihrem Ansinnen gnädig nachgibt.

Ansonsten war die Aufführung, die auf der Wiese vor dem Teich des Bürgerparks stattfand, gut inszeniert. Farbenprächtige Kostüme, ein gekonnter Aufmarsch mit Fahnen und Pferden sowie große Auftritte mit Schwertern und Lanzen wechselten sich ab. Lediglich bei den Texten möchte man dem Veranstalter eine Überarbeitung empfehlen, da sich historisches Original und Umgangssprache oft miteinander vermischten. Zweimal hatten die Schauspieler mit dem Wetter Glück. Nur am Sonntag fand die Vorstellung bei strömenden Regen statt - hatte aber trotzdem fast 200 Zuschauer.

Auch zwischen den Aufführungen hatten die Besucher genügend Abwechslung. Ein germanisches Dorf hatte sich mit Zelten angesiedelt. Bronzegießer, Schmied und Seiler zeigten ihr Können und boten Waren an. Bernsteinschleifen, Bogenschießen, Messer- und Speerwurf konnten ausprobiert werden. Geschickte Spieler durften sich im Wikingerschach beweisen. Die Gastronomieangebote waren hervorragend bei zivilen Preisen. Für Abwechslung sorgten eine Modenschau der Schauspieler und die Akteure der Ostangeliter Volkstanz- und Trachtengruppe.

Auch das Abendprogramm war gut besucht. Selbst als "Big Harry" und seine Band die Instrumente aus der Hand legten, blieben viele noch an den Lagerfeuern sitzen und genossen die laue Sommernacht.

Nach den Besucherzahlen des ersten Tages atmeten die Veranstalter auf, schließlich waren sie doch ein ziemliches finanzielles Risiko eingegangen. Sie wollen das Fest auch gerne wiederholen - nicht jährlich, aber vielleicht alle zwei Jahre. Und die Besucher standen dieser Aussicht sehr positiv gegenüber. Eigentlich gab es bei ihnen nur einen Kritikpunkt: Denn finden konnten die Festspiele nur Ortskundige, da Hinweisschilder fehlten. Doch zur nächsten Veranstaltung soll der Festspielort bereits an der B 201 ausgeschildert werden.

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