Bilanz nach erstem Halbjahr : Gästezahlen: Kappeln trumpft auf

Langsam aber sicher entdecken Urlauber und Einheimische dank des heißen Sommerwetters auch den Strand, wie hier in Schönhagen.
Langsam aber sicher entdecken Urlauber und Einheimische dank des heißen Sommerwetters auch den Strand, wie hier in Schönhagen.

Touristiker beurteilen den bisherigen Saisonverlauf als „überdurchschnittlich gut“.

shz.de von
04. Juli 2015, 08:30 Uhr

Ungeachtet ders eher durchwachsenen Wetters läuft die diesjährige Tourismussaison in Kappeln bislang unerwartet gut. Nachdem der März ohne offiziellen Ferientag eine Auslastung der Quartiere des Touristikvereins von elf Prozent brachte, schnellten die Zahlen in den folgenden beiden Monaten steil bergan. „Im April lag die durchschnittliche Auslastung schon bei 44,6 Prozent und im Mai bei 66,1 Prozent, das kann sich sehen lassen“, meint der Vorsitzende des Touristikvereins Kappeln, Ingwer Hansen.

Und Max Triphaus, Geschäftsführer der lokalen Tourismusorganisation Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS), meint zum aktuellen Saisonverlauf: „Die Zahlen für Kappeln sind sehr gut, ja sogar überdurchschnittlich gut.“ So habe sich die Zahl der Ankünfte von Januar bis Mai um 126 auf 525 erhöht. Dies sei eine Steigerung von 24 Prozent. Im selben Zeitraum wurden 2074 Übernachtungen verzeichnet, das entspricht einem Plus 48,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Einen großer Teil dieser Entwicklung führt Triphaus auf eine Kooperation mit dem Kappelner Reiseveranstalter und Ferienhausvermittler Designer Tours zurück, der das Angebot der OFS in diesem Jahr um 70 exklusive Ferienobjekte erweitert habe. Doch auch ohne diesen Effekt bleibt die Entwicklung trotz bislang eher schlechten Wetters positiv.

Die Touristiker führen für diese Entwicklung gleich zwei Gründe an. „Wir profitieren vom Super-Sommer 2014“, meint Max Triphaus. Das sei eine typische Entwicklung, wenn das Wetter gut war, würden viele Urlauber wieder für die nächste Saison buchen. Ingwer Hansen hat noch eine andere Begründung parat. „Kappeln hat eine große Anzahl von Stammkunden“, sagt der Vorsitzende des Touristikvereins. Dazu trage vor allem der persönliche Kontakt der Vermieter zu ihren Gästen bei. „Diese persönliche Bindung ist nun einmal bei den Vermietern leichter herzustellen als bei Hotels“, so Hansen. Und diese Stammgäste kämen auch unabhängig vom Wetter. Reine Strandurlauber wären in Kappeln ohnehin an der falschen Adresse trotz des schönen Weidefelder Strandes. Für reine Strandferien sei das Wetter hierzulande zu unbeständig. Statt dessen könne Kappeln mit seinem guten Angebot für Familien, Radfahrer und Spaziergänger punkten. Für Fahrradurlauber und Ferien mit dem Hund sieht Hansen noch Wachstumspotenzial. Ebenso seien die Buchungen für die Nebensaison ausbaufähig. „Zuletzt wurden vermehrt Ferienwohnungen über Weihnachten und Neujahr gebucht“, berichtet Hansen. Triphaus setzt beim Marketing darauf, die Bekanntheit der Region zu steigern und neue Kunden zu gewinnen. „Die neue Tourismusstrategie des Landes bewirbt aber auch die Nebensaison“, weiß Triphaus. Für diesen Zweck würden dann auch Schlechtwetterbilder gezeigt. „Das passt gut zu unserer Strategie der Langsamzeit“, findet der OFS-Geschäftsführer.

Für den weiteren Saisonverlauf zeigt sich Ingwer Hansen optimistisch und glaubt, die 200.000 Übernachtungen aus dem vergangenen Jahr erreichen zu können. Die Vermieter des Vereins kämen bereits in den Monaten März bis Mai auf 45.000 bis 50.000 Übernachtungen. „Das ist bereits ein Viertel des Vorjahres, und die umsatzstärksten Monate Juli und August kommen noch“, so Hansen. Zudem sei die Hauptsaison schon sehr gut belegt, da werde es schwierig, noch eine Unterkunft zu finden.

Vorsichtiger äußert sich Max Triphaus über die weiteren Aussichten. Die Ferien würden erst in Kürze beginnen, vor allem die in Nordrhein-Westfalen. „Und dieser Zeitraum ist für die Gesamtsaison entscheidend. Da spielt das Wetter dann auch eine wichtige Rolle.“

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