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36. Heringstage : "Full Ship" auf dem Minenjagdboot

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Besucher des Stadtfestes hatten beim „Open Ship“ auch die Möglichkeit sich das Marineschiff „Herten“ anzusehen.

Zwei Jahre war die Marine nicht bei den Heringstagen vertreten, dieses Mal war sie wieder mit von der Partie. Das Minenjagdboot „Herten“, das viele Jahre dem 5. Minensuchgeschwader in Olpenitz angehörte, lag während der Festtage im Südhafen. Täglich von 10.30 bis 16.30 Uhr bat die Besatzung zum Open Ship. Und Einheimische wie Gäste machten von dem Angebot rege Gebrauch, sodass aus dem Open Ship zeitweilig ein Full Ship wurde. Allein am ersten Tag wurden 2500 Gäste an Bord gezählt.

„Die Kappelner sind sehr interessierte und sehr angenehme Besucher“, sagte Oberleutnant Anja Hänisch vom Personal-, Werbungs- und Entwicklungsteam. Und ihre Kollegin Oberleutnant Nicole Zickermann bestätigte: „Ja, die Gäste sind sehr freundlich und stellen viele Fragen.“ Die Fragen zielten darauf ab, was die Besucher bei dem Rundgang alles sehen konnten. Manches war da, wie der enge Maschinenraum oder die hygienisch-sensible Küche, verständlicherweise tabu. Doch immer wieder gefragt wurde auch, warum die 54 Meter lange und neun Meter breite „Herten“ ein Minenjagdboot ist. Dazu wiesen die Oberleutnants nach achtern. „Da steht der Seefuchs“, hieß es.

Am Heck wartete die Erklärung. Hauptgefreiter Tom Michel erläuterte, dass es sich bei dem Seefuchs um eine Minenjagddrone handelt. Davon gebe es zwei Typen. Der eine sei ein Aufklärer mit Kamera an Bord, der andere würde die Minen gezielt sprengen. Der Hauptgefreite sah in dem Aufenthalt an der Schlei eine angenehme Abwechslung zum Bordalltag. „Es gibt immer eine Bordwache, aber durch den Wechsel hat jeder mal Freizeit.“ Die Besucher an Bord empfand er als positiv. „Das bringt Spaß, hier ist viel los, und die Leute sind sehr wissbegierig“, sagte Tom Michel.

Dazu gehörte auch Bernhard Schrade aus Kiel, der das Schiff mit seiner Frau Britta besichtigte. „Ich bin früher selbst Minensuchboot gefahren, alte Holzklasse. Da wollte ich jetzt mal sehen, wie das heute aussieht.“ Einen Unterschied hatte Schrade schnell gefunden. „Früher wurde doch viel mit Handarbeit und Muskelkraft erledigt, hier geschieht fast alles elektronisch“, so der Kieler. Den Besuch der „Herten“ an der Schlei fand Schrade gut. „Kappeln verbindet doch viel mit der Marine und so ein Open Ship ist doch eine schöne Sache.“

Das fanden auch Gernot und Gerhild Kress. „So häufig kommt man ja ansonsten nicht an Bord eines solchen Schiffes. Und so kann man auch mal sehen, wofür unsere Steuergelder verwendet werden“, sagte Gernot Kress, als er sich auf dem Vorschiff umsah. Der Husumer ist eigens zu den Heringstagen nach Kappeln angereist. Die Besatzung fand er ausgesprochen freundlich. Dann wollte sich das Ehepaar Kress noch innen umschauen und dabei einer bestimmten Frage nachgehen: „Wir finden es sehr spannend zu sehen, wie auf solch einem Schiff 45 Leute untergebracht werden.“

Für die „Herten“ dürfte es wohl der letzte Kappeln-Besuch gewesen sein. Im Dezember soll das dann 25 Jahre alte Schiff außer Dienst gestellt werden.

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erstellt am 31.Mai.2014 | 17:21 Uhr

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